Es ist einiges passiert in den letzten Wochen, über das ich nicht berichtet habe. Die Chili wurde erneut abgedichtet und im Wasser getestet – zum Glück jetzt dicht. Dann haben Sabo und ich den Mast auf meiner Whisky gelegt und am Folgetag (08.09.2026) wurde die Whisky ausgekrant.
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| Whisky unter dem Kran |
Parallel war Sabo mit seinem Trailer in Stralsund beim TÜV (wie befürchtet waren die Reifen rissig, also schwerer Mangel). Die Whisky wurde von mir gereinigt und kam dann gleich in die Scheune, damit Platz zum Rangieren vorhanden ist.
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| Whisky in der Scheune |
Denn am Tag danach wurde gleich die Chili ausgekrant und auf den Trailer gesetzt. Sabo konnte glücklicherweise vor Ort vier passende Reifen kaufen und noch einen Tag später in einer Werkstatt in der Nähe aufziehen lassen (mit Boot auf dem Trailer). Die Wiedervorführung beim TÜV musste ich dann mit meinem PKW machen, da Sabos T4 den beladenen Trailer nicht ziehen darf. Letztlich waren wir in der KW37 erfolgreich: Beide Boote ausgekrant und winterfest gemacht sowie HU beim Trailer bestanden.
Doch in diesem Beitrag geht es um ein anderes Thema. Im Zuge der Kühlprobleme bei meinem Innenborder ist mir aufgefallen, dass der innere Kühlkreislauf des Diesels ziemlich viel schwarzen Schmodder enthielt, der auch am Kühlerdeckel klebte. Ein Blick ins Werkstatthandbuch verriet mir, dass ich alle zwei Jahre das Kühlmittel im Primärkreislauf hätte wechseln müssen. Das habe ich die letzten 8 Jahre vernachlässigt und wie die Vorbesitzer es damit gehalten haben, will ich lieber gar nicht wissen. Dazu kommen noch einige Schauergeschichten aus einschlägigen Foren, so dass ich das jetzt schleunigst nachholen will. Den Plan hatte ich schon, als das Boot noch im Wasser lag und ich musste mich entscheiden, ob die Reinigung des Kühlkreislaufs auf dem Wasser oder in der Scheune stattfinden soll. Ersteres hätte gleich Probeläufe ermöglicht, aber das Arbeiten auf dem schwankenden Boot im Freien erfordert. Da mit schwante, dass Schwierigkeiten zu erwarten sind, habe ich mich für die Scheune entschieden, was im Nachhinein auch gut war.
Nachdem Sabo abgereist war und Ruhe eingekehrt war, bin ich voller Tatendrang in die Scheune und wollte den Ablasshahn für das Kühlmittel öffnen. Aber erstens kommt man da fast nicht dran und zweitens reichte meine Kraft nicht aus, um den Hahn zu bewegen. Mit einem Stück Rohr als Verlängerung lies sich der Hahn dann doch noch überreden, es strömte aber nichts aus. Also habe ich das Oberteil vom Hahn komplett heraus geschraubt und mit einem Draht darin herum gestochert. Am Draht klebte feuchter, schwarzer Schmodder und es lief weiterhin nichts heraus. Deshalb habe ich dann mit meiner Vakuumpumpe von oben so viel Kühlwasser wie möglich abgesaugt und anschließend den Wärmetauscher ausgebaut.
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| Geöffnetes Gehäuse des Wärmetauschers |
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| Wärmetauscher |
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| Motor von achtern mit Auspuffstutzen |
Danach konnte ich weiteres Kühlwasser absaugen. Auf der Backbordseite führt noch ein Kühlschlauch vom Wärmetauscher nach unten an den Motor. Der ist auch kaum zugänglich aber oben konnte ich die Schelle lösen und den Schlauch abziehen. Mit der Vakuumpumpe konnte ich im Schlauch weiteres Kühlmittel abpumpen, so dass der überwiegende Teil aus dem Motor entfernt war. Weiteres Kühlmittel konnte ich mittels Druckluft ausblasen, was eine ziemliche Sauerei mit dem Schmodder war. Beim Versuch, von außen per Druckluft den Ablasshahn frei zu blasen, bin ich gescheitert.
Anschließend habe ich eine 35 % Lösung mit Oxalsäure ins Kühlsystem eingefüllt und 24 h stehen lassen. Damit sollten Kalkablagerungen und Verunreinigungen gelöst werden. Den Ablasshahn hat das leider nicht beeindruckt. Nach Abpumpen der Oxalsäure habe ich das System diverse Male mit Wasser befüllt und wieder abgepumpt, bis kaum noch Verunreinigungen (Schmodder) zu sehen waren. Zum Schluss wurde der Wärmetauscher wieder montiert und der innere Kühlkreislauf mit einer 50 % Mischung aus Wasser und Kühlmittel (G12+) befüllt. Bei den Arbeiten hatte ich auch den Impeller ausgebaut und den Seewasserkreislauf (einschließlich Wärmetauscher) komplett entleert und mit Drucklauf ausgeblasen. Das Konservieren des Seewasserkreislaufs für den Winter hat sich damit erübrigt. Einen längeren Testlauf kann ich in der Scheune nicht machen, das ist erst nach dem Einwassern möglich.
Der verstopfte Ablasshahn ist ein Hinweis auf dicht gesetzte Kühlkanäle im Motor. Das ist beunruhigend, aber ohne komplette Motorrevision wird das nicht zu beheben sein. Die Kosten dafür übersteigen wahrscheinlich den Wert des Motors. Deshalb baue ich darauf, dass die Kühlleistung (wie bisher) trotzdem ausreicht und mit etwas Glück sogar der Ablauf wieder frei wird. Zukünftig wird das Kühlmittel im Innenkreislauf jedenfalls im Zweijahresrhythmus gewechselt.





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