Dienstag, 21. Juli 2026

Lecksuche bei der Chili

Heute ist endlich mal wieder ein schöner Tag mit Sonnenschein und gemäßigtem Nordwind, der allerdings direkt in meinen Salon bläst. Nach dem Frühstück frage ich bei Sabo nach, wann gekrant wird. Genau weiß er es auch nicht, also warten wir bis ca. 11:30 Uhr bis es endlich los geht. Kurz nachdem die Chili im Wasser ist, gehen wir an Bord und inspizieren die Bilge. Es ist schon etwas Wasser eingedrungen und es strömt weiteres nach. Leider an einer sehr unzugänglichen Stelle wo die Bilge hinten mit dem Schwertkasten verbunden ist. Nach dem umgehenden Auskranen untersuchen wir die Stelle mit der Endoskopkamera und versuchen das Schwert heraus zu nehmen. Leider lässt sich das Schwert nur nach Entfernen des hinteren Haltebolzens lösen und wir geben das zunächst auf. Die Leckstelle ist weder von innen noch von außen vernünftig erreichbar und ich schlage vor, externen Rat einzuholen. Sabo kontaktiert die Neptun-Werft und auch den Werftchef hier vor Ort. Dieser schaut sich später die Leckstelle an und schlägt vor, das Boot vorn etwas anzuheben und den Problembereich mit Epoxidharz auszugießen (so verteilt sich das Harz nur im hinteren Bereich). Sabo stimmt zu und wir hoffen, dass bis zu seiner Rückkehr vom Polen-Urlaub (06.08.) das Leck abgedichtet ist und das Boot wieder ins Wasser kann.

Montag, 20. Juli 2026

Ankunft Sabine und Sabo

Am späten gestrigen Abend sind Sabine und Sabo aus Österreich in Millienhagen angekommen und haben auf unserem Grundstück übernachtet. Heute Morgen sind sie dann in Barth bei der Werft Rammin angekommen, wo ihr Boot Neptun 25, Chili) aufgepallt steht, da ein Leck gefunden werden muss. Wir hatten ursprünglich mal überlegt, die Lecksuche mit Druckluft bei abgekebten Öffnungen durchzuführen, doch Sabo hat sich für die teurere und schnellere Methode durch Einkranen entschieden. Vor einigen Wochen hatte er ja den Ballastkiel geöffnet und den Ballast entfernt, um dem Wassereintritt auf die Spur zu kommen. Heute hat er im Büro mit dem Werftchef gesprochen und für morgen kurzfristig einen Krantermin bekommen.

Parallel wurde heute eine Neptun 22 eingekrant mit einem auffälligen pinkfarbenen Trailer. Der Besatzung konnte ich durch Aufschließen des Tores nach Feierabend einen Gefallen tun, da sie als Gastlieger keine Schlüssel haben. 

Abends haben sich dann Tanja, Jürgen, Toby, Sabine und Sabo auf meinem Boot zum Umtrunk getroffen. Es war eng aber gesellig. Auch das Wetter spielte mit, der böige Nordwind schlief gegen Abend ein und es gab einen schönen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang aus dem Cockpit gesehen

Sonntag, 19. Juli 2026

Barth

Morgens beim Aufwachen hörte ich den Regen auf das Deck und das Oberlicht prasseln und blieb gleich liegen. Gegen halb Zehn hörte der Regen auf und ich schälte mich aus meinem Schlafsack. Nach dem Frühstück hatte ich die richtige Idee, um meinen nicht funktionierenden Internetzugang (WLAN per Richtfunk zum Fähranleger) zum Laufen zu bringen. Eine Zwischenkupplung im Antennenkabel hatte sich gelockert und für Dämpfung gesorgt. Nach Anziehen der Verbindung lief es dann und ich konnte meine Mails endlich mal am Notebook betrachten. Für 14 Uhr hatte Tanja zum Essen eingeladen und ich ging pünktlich rüber zur Sunny. Es hat gut geschmeckt und anschließen gab es eine ausgedehnte Gassirunde über den Pferdehof und zurück durch die Barther Innenstadt. Nach einem Absacker auf der Sunny war ich dann gegen 19 Uhr wieder auf meinem Boot. Kurz darauf kam der nächste Regenschauer; ein Vorbote auf den morgigen Regentag.

Barth / Ralswiek

Der Besuch der Störtebeker Freilichtspiele sollte trotzdem stattfinden und Tanja hat telefonisch Karten reserviert für Samstag, den 18.07. Der Freitag war dann bei Christine und Christian mit Stralsund Besichtigung ausgefüllt und bei Tanja und Jürgen standen Überlegungen und Vorbereitungen zur Reparatur des Außenborders an. Es soll ein Elektrolüfter für die Luftversorgung im Schacht verbaut werden und dieser wurde auch bestellt, da er vor Ort nicht kurzfristig beschaffbar war. Ich habe auch Kleinigkeiten am Boot erledigt und Kühlwasser nachgefüllt (auch noch ein offenes Problem). Nachmittags gab es mit Toby eine ausgedehnte Gassirunde durch Barth.

Am Samstag wurde weiter auf den Booten gegammelt und gebastelt und um 15 Uhr ging es dann mit dem Auto von Jürgen nach Ralswiek, wo wir uns um 16 Uhr mit Christine und Christian verabredet hatten. Auf der Futtermeile in Ralswiek gab es dann erst einmal Fischbrötchen, Gemüsenudeln und Crêpe für mich. Nach einer ausgedehnten Hafenbesichtigung war es dann Zeit, zum Einlass zu pilgern. Die Vorstellung begann pünktlich um 20 Uhr und endete nach 22 Uhr mit einem Feuerwerk.

Freilichtbühne noch im Hellen

Finale im Dunklen

Feuerwerk zum Schluss

Danach war es dann Zeit, sich von die Christine und Christian zu verabschieden, da sie in den nächsten Tagen via Peenemünde den Heimweg nach Österreich antreten wollen. Wir (Tanja, Jürgen, Toby und ich) sind dann mit dem Auto zurück nach Barth, wo wir kurz nach Mitternacht ankamen und auch gleich in unsere Betten gingen.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Barhöft → Barth

Ablegen und Aufbruch nach Scharprode war für 10 Uhr geplant und ich war schon startbereit, als Jürgen wieder Motorprobleme meldete. Diesmal konnte er reprodzierbar feststellen, dass im Stand bzw. Leerlauf zu viele Abgase im Schacht den Motor absterben lassen. Auspuff und Nebenauspuff funktionieren allerdings, der Außenborder hat sogar eine separate Luftzuführung über die Backskiste. Sobald aber der Deckel auf dem Motor war oder die Abdeckung geschlossen wurde, sank die Drehzahl bzw. der Motor starb ab. Damit wollte Tanja nicht weiter unterwegs sein und Christian hat sich bereit erklärt, zusammen mit Jürgen die Sunny nach Barth zurück zu segeln (der Ostwind hielt heute noch an). Ich bin den beiden dann mit meinem Boot gefolgt. Christine, Tanja und Toby blieben beim Wohnwagen in Barhöft.

Track Barhöft-Barth
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Nachdem wir in Barth die Boote festgemacht hatten, sind Christian, Jürgen und ich mit Jürgens Auto zurück nach Barhöft gefahren, wo wir wieder im Portofino zum Essen gingen und dankenswerterweise von Tanja und Jürgen eingeladen wurden. Anschließend gab es im Wohnwagen noch einen ausgedehnten Absacker.

Tanja war noch nüchtern und durfte Jürgen, Toby und mich wieder zurück nach Barth fahren.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Barth → Barhöft

Heute fuhren wir (Christian und ich) dann zum Boot, zu zweit war der Einbau in einer guten Stunde erledigt. Der abschließende Test zeigte dann die Funktionsfähigkeit und ich war zufrieden.

Ausgebaute Motorkonsole

Motorkonsole mit zwischengeschaltetem Relais

Dann habe ich den Besuch gegen Mittag verabschiedet, noch ein paar Lebensmittel eingekauft und den Mietwagen zurückgebracht. Freundlicherweise hat mich der Servicemitarbeiter vom Autohaus noch zum Hafen gebracht, so dass ich vor 15 Uhr Richtung Barhöft aufbrechen konnte, wo Tanja und Jürgen schon seit vorgestern waren. Tanja hat mir freundlicherweise einen Liegeplatz reserviert, so dass wir nebeneinander an einem Fingersteg lagen. Leider hatten wir Ostwind, so dass ich die Strecke überwiegend unter Motor zurücklegen musste. Der Kühleralarm unterblieb dabei.

Auf dem Weg nach Barhöft

Blick zurück Richtung Westen

Christian und Christine wollten Tanja und Jürgen unbedingt kennenlernen und sind mit ihrem Wohnwagen auch nach Barhöft gefahren. Wir haben dann gemeinsam im Hafenrestaurant Portofino (da scheint ein neuer Wirt zu sein) gegessen. Wir wollen mit den Booten morgen weiter nach Schaprode und Christine und Christian möchten sich die Welterbestadt Stralsund ansehen. Für Samstag ist dann ein Treffen in Ralswiek geplant mit gemeinsamem Besuch der Störtebeker Freilichtbühne.

Track Barth-Barhöft

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Dienstag, 14. Juli 2026

Millienhagen / Barth

Zwischenzeitlich kam gestern noch Besuch von Christine und Christian, die beiden habe ich letztes Jahr auf meinem Elba-Törn kennengelernt. Sie sind mit Wohnwagen auf der Durchreise von Schweden zurück in ihre österreichische Heimat. Christian hat mir bei den Reparaturüberlegungen geholfen und ich habe in Barth versucht, ein Kfz-Relais mit Öffner zu bekommen. Beim Baumarkt gab es das nicht, aber bei einem Autohaus wurde ich gegen Spende in die Kaffeekasse fündig.

Motor mit ausgeschraubtem Temperaturwächter

Sonntag, 12. Juli 2026

Millienhagen

Zunächst habe ich mich für das Wochenende wieder im Ferienhaus eingerichtet und Überlegungen zur Fehlerursache beim Kühler angestellt. Ich hatte den Temperaturwächter ausgebaut und in der Werkstatt durchgemessen.

 

Temperaturwächter

Bei Zimmertemperatur kein Durchgang und erhitzt mit einem Heißluftgebläse war er leitfähig. Lt. Werkstatthandbuch entspricht das dem Sollverhalten, der Schalter soll bei 95 °C schließen. Also muss das Problem beim Steuergerät liegen, welches ca. 5 V am Wächteranschluss zur Verfügung stellt. Legt man die 5 V an Masse, verstummt der Alarm. Also erwartet das Steuergerät seit neuestem das Signal invertiert. Dafür kann ich keine Erklärung finden, habe aber pragmatisch an eine Signalumkehrung mittels Relais mit Öffner gedacht. Ein neues Steuergerät kostet über 500 €, das möchte ich nicht auf Verdacht bestellen. Also habe ich mir gleich einen Schaltplan für das Relais mit Anschlussmöglichkeit am Steuergerät überlegt und ausgedruckt.

Schaltplan

Tanja und Jürgen sind derweil mit ihrer 27er ausgelaufen und bis Barhöft gefahren. Ich werde sie dann nach der Reparatur auf meinem Boot einholen. Wie ich später erfuhr, ist beim Anlegen der Schachtmotor (wieder) ausgegangen und die beiden haben eine Schramme in ihr Boot gefahren. 

Freitag, 10. Juli 2026

Barth → Millienhagen

Heute bin ich schon um 6 Uhr aufgestanden und habe gefrühstückt, da ich nicht vom Mechaniker überrascht werden wollte. Es kam aber niemand und so habe ich selbst versucht, die Ablassschraube für das Kühlwasser zu finden. Dabei war ich erfolgreich, doch das Öffnen war wg. der Einbaulage des Motors nicht so einfach, gelang mir aber nach einigen Versuchen dann.

Ablassschraube, etwas durch Gaszug verdeckt

Es floss aber kein Kühlwasser ab – also wird der Kühlkreislauf dicht sein und muss gespült werden, was meine aktuellen Möglichkeiten an Bord übersteigt. Deshalb bin ich noch einmal ins Büro, um nach dem Mechaniker zu fragen. Dort erfuhr ich dann, dass er heute frei hätte und erst ab Montag wieder da wäre. Damit ich nicht ohne Auto übers Wochenende festsitze, habe ich deshalb einen Mietwagen beim Autohaus bestellt, wo mein Touareg zur Zeit repariert wird. Anschließend bin ich in unser nördliches Domizil gefahren und werde hier das Wochenende verbringen.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Prerow → Barth

Wir hatten uns auf die Brückenöffnung um 11:55 Uhr geeinigt und sind daher gemütlich um 10 Uhr aufgebrochen. Der West-Wind hatte wie angekündigt nachgelassen und reichte auf der Prerow, die von Schilf umsäumt ist, kaum zum Segeln. Daher musste der Motor mit 1.800 U/min mithelfen. Ab dem Bodden und auf der freien Wasserfläche war der Wind dann stark genug zum Segeln. Vor der Meiningenbrücke, die wir um 11:30 Uhr erreichten, habe ich mich an einen Dalben gehängt und staunte nicht schlecht, dass das Boot sich gegen den Wind vom Dalben weg stabilisierte – erst dann fiel mir auf, dass aus Osten ein starker Strom setzte. Offensichtlich strömt das Wasser, das der tagelange starke Westwind heraus gedrückt hat wieder zurück in den Bodden.

Strom stärker als Wind vor der Meiningenbrücke

Nach der Brückenöffnung konnte ich bis kurz vor Barth mit der Fock gut segeln und den Motor schonen. Gegen 14 Uhr waren wir in Barth und ich fragte im Büro gleich nach Unterstützung bzgl. des Kühlerproblems. Der Mitarbeiter wollte es weitergeben. Zwischenzeitlich habe ich noch ein wenig recherchiert und den Aufbau des Wärmetauschers beim MD2010 studiert.

Später sind wir dann zum Essen Richtung Westhafen gegangen und beim Hafenblick Restaurant eingekehrt. Der Rotbarsch war gut gewürzt und anschließend gab es noch auf der 27er von Tanja und Jürgen den Absacker. 

Abendstimmung am Sommerliegeplatz in Barth
 

Track Prerow-Barth
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Mittwoch, 8. Juli 2026

Prerow → Prerow

Nach dem Frühstück um 10 Uhr haben wir in Prerow abgelegt und ich konnte streckenweise auf dem Fluss die Fock verwenden. Zur Sicherheit lief der Motor mit, da in einigen Flussschleifen der Wind direkt von vorne kam und ich nicht vertreiben wollte bzw. einem entgegenkommendem Ausflugsdampfer nicht mehr ausweichen kann. Auf dem Bodstedter Bodden merkten wir dann, dass der Wind noch nicht entscheidend nachgelassen hatte, quer über den Bodden waren die Schaumkronen zu sehen und wir mussten überwiegend gegenan. Damit das Boot nicht ständig aus dem Ruder läuft, hatte ich die Motordrehzahl erhöht und Tanja und Jürgen damit langsam abgehängt, offensichtlich war der Außenborder an ihrer 27er am Limit. Im Nadelstrom musste ich mich auf das Fahrwasser konzentrieren und danach, kurz vor Tonne R49 merkte ich dann, dass Tanja mich mehrmals angerufen hatte und auch die 27er nicht mehr zu sehen war. Sie hatten am Beginn des Nadelstroms mehrfach Grundberührungen und entschieden sich dann für das Umkehren. Gleichzeitig bekam mein Motor bei dem Gegenwind und erhöhter Drehzahl plötzlich Kühlprobleme und der Alarm ging an. Deshalb habe ich auch gewendet und bin mit der Fock und ohne Motor in den Bodstedter Bodden zurück gesegelt. Dort konnte ich mich etwas treiben lassen und nach dem Motor sehen. Der primäre Kühlkreislauf hatte zu wenig Wasser und am Verschluss klebte eine schwarze, teerartige Masse. Ich habe das Wasser wieder aufgefüllt und die Masse entfernt. Trotzdem kam nach Starten des Motors nach kurzer Zeit wieder der Kühleralarm. Tanja und Jürgen informierten mich zwischenzeitlich, dass sie nach Prerow zurückkehren. Für mich waren die nächsten erreichbaren Häfen auch nur gegen den Wind zu erreichen, also entschied ich mich auch wieder für Prerow. Bis zum Abzweig nach Prerow (Tonne P2) konnte ich segeln, danach musste ich den Motor quälen. Im Strom habe ich die Drehzahl auf 2.000 U/min reduziert und der Motor hat glücklicherweise durchgehalten.

Nach dem Anlegen sind wir zunächst essen gegangen und danach haben Jürgen und ich einen Blick auf meinen Motor geworfen. Es fehlten wieder 0,75 l Wasser im Primärkühlkreis und es klebte noch die teerartige Masse am Kühlerdeckel. Entweder ist der Primärkühlkreis durch irgendetwas verstopft oder die Kopfdichtung ist beschädigt. Ich werde morgen versuchen, bei mäßigem NW überwiegend unter Segeln Barth zu erreichen und hoffe auf einen zeitnahen Werkstatttermin. Tanja und Jürgen kehren auch nach Barth zurück. Falls das Boot länger ausfällt, muss ich mich um einen Mietwagen kümmern, da mein Touareg noch nicht repariert ist.

Track Prerow-Prerow

   Length 2D: 16.147NM
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Dienstag, 7. Juli 2026

Hafentag Prerow

Heute morgen hat es wieder ziemlich geblasen und auch geregnet, da mag man gar nicht aus dem Schlafsack kriechen. Immerhin konnte ich zum Frühstück wieder einen Kaffee genießen, den ich gestern beim Penny gekauft hatte. Tanja hatte gegen 10 Uhr wieder einen Arzttermin, zu dem Jürgen sie begleitete und Toby blieb bei mir. Es blieb wieder viel Zeit, um am Rechner zu spielen und die Internet-Verbindung via Hotspot zu optimieren. Immerhin konnte ich feststellen, dass mein Linux System ein Problem mit der DNS-Auflösung hat, unter Windows und Android trat das Problem nicht auf – mysteriös. Gegen 16 Uhr machten wir einen Spaziergang zur Apotheke, da die bestellten Pflaster jetzt angekommen waren. Anschließend haben wir Nudeln gekocht und an Bord gegessen. Am Abend gab es noch eine Gassirunde mit Toby.

Gassirunde

Unser Steg

Morgen soll der Wind nachlassen, die Temperaturen langsam steigen und es soll trocken bleiben. Also haben wir die Weiterfahrt nach Althagen (Ahrenshoop) geplant. Jürgen macht sich Gedanken wg. des Tiefgangs der 27er (1,3 m), da die Seekarten und Hafenhandbücher sich bzgl. Tiefe etwas widersprechen, es könnte knapp werden. Ein Anruf von mir beim Hafenmeister in Althagen führte aber zu der Aussage, dass das kein Problem sei. Schaun’ mer mal.

Montag, 6. Juli 2026

Hafentag Prerow

Nach einer erholsamen Nacht und langem Ausschlafen stellte ich fest, dass der in Barth gekaufte Kaffee nicht an Bord war. Offensichtlich habe ich den im Kofferraum vergessen, deshalb gab es Frühstück ohne Kaffee. Tanja hat heute um 11 Uhr einen Arzttermin zur Wundversorgung, daher haben wir unseren Aufenthalt in Prerow nochmal um 2 Tage verlängert. Heute Vormittag ist zwar wenig Wind, dafür regnet es und der Wind soll am Nachmittag wieder zunehmen. Das Barometer fällt jedenfalls schon wieder. Den Bückling von gestern hatten wir gestern Abend nicht mehr gegessen, der war dann als Mittagssnack heute dran.

Eigentlich ein Muss, aber den Termin schaffen wir nicht 😉

Abends war es dann an der Zeit, die Flasche Ouzo anzubrechen, die ich dabei hatte. Dazu noch etwas Bier und es ging wieder in die Koje.

Sonntag, 5. Juli 2026

Prerow Hafentag

Heute ist Sonntag und immer noch ziemlich böiger Wind. Wir schlafen aus und nach dem Frühstück geht es zu Fuß zur Seemannskirche und von dort durch den Wald bis zur Seebrücke.

Blick von der Seebrücke auf den Strand

Die 700 m auf der Seebrücke bis zum Nothafen sorgten durch den Wind für ziemliche Abkühlung. Selbst Toby, der Hund wurde fast weggeblasen. Der Nothafen war leer, aber wir konnten dann einen Motorsegler einlaufen sehen. Das Anlegemanöver war nicht einfach und sie sind zunächst längsseits gegangen, um eine Leine an den Hafenmeister zu übergeben. Danach wurde das Boot ausgerichtet.

Die Nis Randers ist im Nothafen stationiert

Auf dem Rückweg mussten wir die schwere Entscheidung treffen, wo wir einkehren und essen wollten. Das Angebot ist reichhaltig und bei der Fischgaststätte Rennhack wurden wir dann fündig. Jürgen hat dann noch Bücklinge für das Abendessen mitgenommen und uns zu einem Eis eingeladen. Auf dem Rückweg zum Boot kamen wir noch an einem geöffneten Penny vorbei und ich konnte noch Brot kaufen. Am Abend gab es noch einige Bier bei Tanja und Jürgen auf der 27er und dann war die Bettschwere erreicht.

Samstag, 4. Juli 2026

Barth → Prerow (Wasserwanderrastplatz)

Trotz unruhiger Wetterbedingungen habe ich erstaunlich gut geschlafen. Um 7 Uhr bin ich aufgestanden, da wir um 09:30 Richtung Prerow aufbrechen wollten. Fünf Minuten vorher meldet sich Jürgen mit Anlasser-Problemen (nach dem er vorher schon mit der Fock gekämpft hatte). Den Termin zu Brückenöffnung bei der Meiningenbrücke sah ich schon platzen, doch durch Klopfen und Schütteln ließ sich der Anlasser wohl überreden. Leicht verspätet ging es um 09:45 dann los. Das erste Stück Richtung Norden konnte ich bei 5 Bft. West mit der Fock zügig segeln und die verlorene Zeit reinholen. Richtung Westen ging es dann mit der Maschine an Zingst vorbei bis zur Meiningenbrücke, die wir gegen 11:30 erreichten – Brückenöffnung soll um 11:55 Uhr sein, also noch Zeit um sich entspannt mit dem Boot an den Wartedalben zu hängen.

Jürgen zieht es vor mit der Sunny, Kreise zu tuckern beim Warten. Dabei kommt er mit dem Boot offensichtlich zu sehr nach Osten ins Flach (60 cm) und sitzt prompt fest. Der Hilferuf erreichte mich per Funk, Terminplatzer Brückenöffenung die zweite, dachte ich und löste die Leine zum Dalben. Von der Luvseite habe ich mich langsam zur Sunny treiben lassen und habe mir von Tanja die Schleppleine rüberwerfen lassen. Ein leichter Ruck und etwas Schub, schon setzten wir uns in Bewegung und die Leine konnte gelöst werden. Kurz darauf saß die Sunny aber schon wieder fest, also das Ganze noch einmal. Wie mir Jürgen später erzählte, hatte er den Kartenplotter im "Head Up" Modus, wo die Karte nach der Fahrtrichtung ausgerichtet wird. Zusammen mit GPS-Schwankungen hat ihn die springende Karte bei dem Manöver so verwirrt, dass er nicht mehr wusste, wo die Fahrrinne ist. Beim zweiten Schleppmanöver habe ich die Sunny etwas weiter Richtung Brücke geschleppt. Bis zur Brückenöffnung waren wir fertig und es war auch nicht langweilig.

Nach der Brücke konnte der Wind quer über den Bodstedter Bodden so richtig angreifen und es gab auch Schaumkronen auf dem Wasser. Danach konnten wir den Kurs Richtung Norden ändern und waren bald in der alten Prerow, die von Schilf gesäumt ist und es kehrte etwas Ruhe ein. Auf der Prerow fror mein Cockpit-Plotter mehrfach ein, bis ich keine Lust mehr hatte, ihn neu zu starten. Hoffentlich hilft ein Software-Update. Da das Fahrwasser auf der Prerow ziemlich eng ist und mein Pinnenpilot sein Eigenleben ausleben musste, blieb ich an der Pinne und konnte das Boot für den Anleger am Wasserwanderrastplatz Prerow nicht vorbereiten. Also habe ich mich im Hafen erst einmal provisorisch an einen Dalben gehängt und in Ruhe die Fender und Leinen vorbereitet. Währenddessen haben Tanja und Jürgen mit der Sunny angelegt. Es gab Hafenkino vom feinsten – allerdings wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass Tanja sich beim Freischleppen an der Brücke einen Fingernagel herausgerissen hatte und entsprechend eingeschränkt war. Danach konnte ich in die Box daneben einfahren und festmachen.

 

Liegeplatz Wasserwanderrastplatz Prerow

Dann ging die Suche nach einer medizinischen Versorgung los. Es ist Samstag 14 Uhr und die Ärzte haben ihre Praxen geschlossen, die Apotheken sind auch zu. DLRG und Feuerwehr mit Rettungsstation sind auch geschlossen bzw. es macht niemand auf. Der telefonische Notdienst (116117) rät, dass wir ins nächste Krankenhaus nach Stralsund (50 km) oder Ribinitz-Damgarten (40 km) fahren sollen. Tolle Idee, mit den Booten – also Anruf beim einzigen Taxi-Unternehmen vor Ort. Das Fahrzeug ist gerade auf dem Weg nach Ribnitz-Damgarten und in ca. 45 Minuten bis 1 h verfügbar. Nach 1 ¼ h erneuter Rückruf von mir – wo bleibt das Taxi. Nach einer weiteren Viertelstunde kam dann tatsächlich das Taxi, mit dem Tanja und Jürgen nach Ribnitz-Damgarten fuhren. Toby (der Hund) und ich blieben bei den Booten. Tanja und Jürgen durften dann noch bis 21:30 Uhr im Krankenhaus warten, bis sie endlich behandelt wurden. Auf das Taxi zur Rückfahrt dürfen sie wieder 40 Minuten warten und werden sich die Zeit mit etwas Abendessen vertreiben. Ich erwarte die Beiden gegen 23 Uhr zurück. Solche Törntage brauchen wir nicht.

Track Barth-Prerow

   Length 2D: 12.761NM
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   Stopped time: 04:47:27
   Max speed: 5.24kn
   Avg speed: 3.96kn
   Started: 2026-07-04 09:38:21+02:00
   Ended: 2026-07-04 17:12:18+02:00


Freitag, 3. Juli 2026

Hafentag Barth

Die Nacht war unruhig und der Schlaf unterbrochen. Böen, Wellen und schlagende Fallen machten sich bemerkbar und der Stress der letzten Tage haben sich ausgewirkt. Heute war es bis zum späten Nachmittag bewölkt, danach kam die Sonne raus und es sah etwas freundlicher aus.

Screenshot Windy

Der Wind hat aber nicht nachgelassen.

 

Screenshot Windfinder

Gegen 14 Uhr hat die Messstation am Barther Flughafen über 42 kn Wind aufgezeichnet, also über 9 Bft. Wir haben noch Einkäufe erledigt und Jürgen hat noch an der 27er (Sunny) einige Dinge optimiert. Mittags ging es zum Fischer André und am Nachmittag gab es noch Kaffee und Kuchen auf der Sunny.


Zwischenzeitlich sind noch einige verwirrende Mails von der Rechtsanwaltskanzlei gekommen. Ich hatte eigentlich für die Geschäftsstelle Rostock alle Vollmachten unterzeichnet, jetzt meldet sich die Geschäftsstelle Brandenburg und will auch Vollmachten unter dem gleichen Aktenzeichen. Vermutlich haben die ihre Abläufe nicht im Griff – das kann ja noch heiter werden. Außerdem wollen die 30 €, wofür auch immer. Montag wird wohl ein Telefonat fällig. Eigentlich sollen die mir den Rücken frei halten und nicht noch zusätzlichen Aufwand verursachen.

Nach Studium der Windvorhersagen planen wir vorsichtig morgen nach Prerow aufzubrechen. Mal schauen wie sich der Wind morgen anfühlt. Ansonsten bleiben wir die nächsten Tage in Barth. Ab kommenden Donnerstag soll das Wetter sich beruhigen.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Ostseetörn - Start mit Hindernissen

Wir hatten den Törn zwei Tage vorgezogen, da Tanja wg. eines Jubiläums früher zurück sein muss. Kein Problem von der Planung gesehen. Ich war noch auf der Hamradio in Friedrichshafen am 26.06.2026, also sollte ich rechtzeitig zurück an der Ostsee sein. Jetzt hatte sich Bettina aber den Arm gebrochen und zwei unserer Autos hatten techn. Probleme. Also musste ich länger bleiben und habe Bettina noch am 30.06.2026 zum Orthopäden in Landsberg gefahren. Während wir in der Praxis waren, hat eine 87jährige meinen Touareg beim Ausparken erheblich beschädigt.

 

Sieht auf den ersten Blick gar nicht schlimm aus ...

Glück im Unglück: Der Touareg war noch fahrbereit.

Wg. Haftung von einer Werkstatt verpflastert

Also bin ich gestern Nacht die 865 km nach Millienhagen gefahren und habe noch das Gras gemäht.

Heute waren dann Termine mit der Autowerkstatt, einem Gutachter und Papierkrieg mit einer Anwaltskanzlei. Daneben musste ich noch die Törneinkäufe erledigen und das Boot einräumen. Heute ist an Auslaufen wie es mal geplant war, nicht mehr zu denken und morgen ist Starkwind angesagt. Also bleibe ich in Barth auf dem Boot – mobil bin ich nicht mehr, da das Auto in der Werkstatt geblieben ist. Auf einen Mietwagen habe ich verzichtet, da ich den während des Törns nicht benötige. Wenn die Versicherung des Unfallgegners nicht zickt, könnte das Auto bis zur Rückkehr sogar repariert sein, ansonsten ist zu dem Rückkehrtermin schon der Mietwagen reserviert.