Dienstag, 31. März 2026

Frischzellenkur für 10-Zoll Plotter

Vor kurzem ist es mir gelungen, ein Compute Module 4S (CM4S) zu erwerben. Das war in der Vergangenheit gar nicht so einfach, da diese Variante nur an Industriekunden verkauft wurde. Aber der Reihe nach. Mein alter Plotter auf Basis des Compute Module 3+ (CM3) hat mir gute Dienste geleistet, bis er zu träge wurde, da aktuelle Software immer mehr Ressourcen verlangt. Prinzipiell könnte man die Software auf einem alten Stand belassen, wäre da nicht die Anforderung, aktuelle Seekarten zu verwenden. Die Darstellung der Seekarten erfolgt über ein Software-Plugin des Kartenherstellers und der entwickelt Karten und Plugin ständig weiter, was dann eine Abhängigkeit zu aktuellen Betriebssystemen bedingt. 

Der Vorteil eines Compute Moduls ist, dass man es relativ leicht austauschen kann unter Beibehaltung der Basis-Platine. Das CM3 verwendet als Steckplatz das SODIMM-Format, welches seit einigen Jahren kaum noch verwendet wird und in der Beschaffung einen Engpass darstellt. Deshalb hat die Raspberry Pi Ltd das Format beim CM4 gewechselt auf ein anderes Steckformat. Um Industriekunden nicht zu verprellen, wurde dann noch der CM4S mit SODIMM-Anschluss verkauft, der für Endkunden aber nicht verfügbar war. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe jetzt die Chance, den alten Plotter vom BCM2837 Prozessor mit 1GB RAM aufzurüsten zum BCM2711 quad-core 64-bit Cortex-A72 (Arm v8) bei 1.5GHz Takt mit 4GB RAM. Damit ist der Plotter wieder fit für aktuelle Software – dachte ich und der Beitrag könnte hier zu Ende sein. 

Den Plotter hatte ich seinerzeit mit Debian 9 (Stretch) und OpenCPN betrieben und später auf Debian 10 (Buster) aktualisiert und zum Schluss sogar mit Debian 11 (Bullseye) und AvNav betrieben. Mit dem CM4S und der Wiederbelebung erfolgte der Sprung nach Debian 13 (Trixie). In einer relativ steilen Lernkurve musste ich erfahren, dass sich einiges geändert hat: 

  • Seit Debian 12 (Bookworm) gibt es diverse HDMI-Einstellungen in der Konfigurationsdatei (config.txt) nicht mehr. Statt dessen kann die Bildschirmauflösung in der cmdline.txt vorgegeben werden (video=HDMI-A-1:1280x800M@60D vc4.force_hotplug=1).
  • Die Adressierung der GPIO-Anschlüsse wurde geändert (besser abstrahiert), die bisher verwendeten Bibliotheken zur Kommunikation mit der Hardware und den Tasten waren abgekündigt, so dass die Software zur Tastenemulation und zur Abschaltung des Plotters angepasst werden musste.
  • Die Benutzeroberfläche wurde von X11 auf Wayland umgestellt, was zur Folge hatte, dass Software zur Mausansteuerung zwar noch lief, aber die Maus nicht angezeigt wurde. Auch hier waren Softwareanpassungen notwendig, da eine Umschaltung auf X11 für eine Fehlansteuerung des Bildschirms sorgte. Da die Gefahr bestand, den Bildschirm zu beschädigen, wurde Wayland beibehalten.
  • Das CM4 und auch das CM4S deaktivieren standardmäßig den USB 2.0 Controller. Deshalb fiel das WLAN (per USB-Stick) immer nach wenigen Minuten aus, Bluetooth erkannte keine Geräte und die Touch-Funktion des Bildschirms fehlte. Es war nur möglich, mit einem USB 3.0 LAN Adapter auf den Plotter zuzugreifen. Es hat etwas gedauert, den magischen Befehl für die config.txt zu finden, um dieses Problem zu lösen: dtoverlay=dwc2,dr_mode=host
  • Nach Aktivierung des USB 2.0 Controllers liefen WLAN sowie Bluetooth und die Hardware war angenehm performant (vorher wirkte sie überlastet). Die Touch-Funktion war weiterhin träge und hatte ein Eigenleben (Fenster öffneten sich selbstständig und schlossen sich auch wieder). Ursache waren diesmal keine Änderungen im Raspi OS, sondern der Service der Navigationssoftware AvNav mit der Eigenart, sich sämtliche seriellen (USB-)Schnittstellen zu schnappen und zu initialisieren. Dazu gehörte die Touch-Schnittstelle und nachdem ich AvNav angewiesen hatte, die Finger vom Touch zu lassen, funktionierte auch die Touch-Bedienung wie gewohnt.

Der Lohn der Mühe ist jetzt ein weiterer Plotter (auf der Reservebank) mit aktueller Software und ergonomischen Reaktionszeiten bei der Bedienung.


 Zwei kleine Baustellen sind offen, die aber keine Showstopper sind: 

  • Beim Herunterfahren wird die Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms nicht ausgeschaltet. Vermutlich noch ein Problem mit der GPIO-Ansteuerung.
  • Wird die Maus per Tastatur bedient und ein Klick ausgelöst, passiert nichts. Vermutlich stimmen optische Mausposition und interne Mausposition nicht überein.


Ich bin gespannt wie sich der neue alte Plotter während der Saison schlägt. 

Sonntag, 27. Juli 2025

Statistik Rund Usedom 2025

Das Wetter hatte bzgl. Niederschlägen deutlich Luft nach oben, dafür war meist reichlich Wind verfügbar. Im Vergleich zu den Vorjahren kam daher der Motor weniger zum Einsatz. Für den gesamten Törn habe ich ca. 30 l Diesel benötigt.

Gesamtstrecke Rund Usedom

Strecke Datum Start Dauer (h) Distanz (nm) Geschw. Durchschn. (kn) Geschw. Max (kn)
Barth-Gustow 08.07.25 09:14 07:31 26,8 3,6 4,5
Gustow-Peenemünde 09.07.25 09:11 06:54 27,6 4,0 5,3
Peenemünde-Krummin 10.07.25 10:31 04:14 14,5 3,4 5,0
Krummin-Karnin 11.07.25 08:11 04:13 17,0 4,0 5,6
Karnin-Seezentrum Usedom 12.07.25 09:37 01:18 5,1 3,9 4,5
Seezentrum Usedom-Altwarp 14.07.25 09:09 04:19 18,3 4,2 4,6
Altwarp-Trzebiez 15.07.25 09:42 04:24 13,5 3,1 4,6
Trzebiez-Stepnica 16.07.25 10:03 01:37 4,9 3,0 4,3
Stepnica-Wolin 17.07.25 09:06 05:18 21,0 3,9 5,4
Wolin-Swinemünde 18.07.25 09:06 06:09 21,4 3,5 5,0
Swinemünde-Peenemünde 20.07.25 06:10 08:24 30,6 3,6 5,0
Peenemünde-Wieck(Greifswald) 21.07.25 09:12 04:33 16,0 3,5 4,5
Wieck(Greifswald)-Stralsund 23.07.25 09:14 05:11 19,4 3,7 5,0
Stralsund-Barth 24.07.25 08:01 07:44 24,2 3,1 4,1
Summe/Schnitt
71:55 260,3 3,6 5,6

Aufgrund der vielen Niederschläge haben sich die Undichtigkeiten beim Deck negativ ausgewirkt, im Winterlager werde ich dort etwas tun müssen.

Donnerstag, 24. Juli 2025

Stralsund → Barth

Die Ziegelgrabenbrücke mit der Öffnung um 8:20 Uhr gab heute den Takt vor. 6 Uhr aufstehen, frühstücken, duschen, und um 8 Uhr ablegen. Da es nur eine Dusche gab, hatten wir gestern Abend schon die Reihenfolge und Zeitplanung festgelegt. Angekündigt war schwacher W-Wind mit 6 – 8 kn, deshalb hatte Jürgen seinen Blister vorbereitet. 

Morgenstimmung nach dem Auslaufen
 

Nördlich der Ziegelgrabenbrücke im Strelasund hatten wir dann aber N-Wind, der langsames kreuzen (1 – 2 kn Fahrt) ermöglichte. Wieder hatte ich einen Seehund als Begleiter, diesmal konnte ich ihn sogar filmen.


In Höhe Parow reichte es mir dann und die Segel kamen runter und die Maschine musste wieder ran. Ab Fahrwasserbeginn (Vierendehlrinne) drehte der Wind dann auf NW und kam wieder genau von vorne. Bis Barhöft hatten wir dann den angekündigten W-Wind und durften durch das Fahrwasser bis Barth wieder gegenan motoren. Um 16 Uhr machten wir dann in Barth fest. Damit ist der diesjährige gemeinsame Ostsee-Törn beendet. 

Track Stralsund-Barth

   Length 2D: 24.169NM
   Moving time: 07:44:31
   Stopped time: 00:44:00
   Max speed: 4.10kn
   Avg speed: 3.11kn
   Started: 2025-07-24 08:01:20+02:00
   Ended: 2025-07-24 15:58:31+02:00


Mittwoch, 23. Juli 2025

Wieck(Greifswald) → Stralsund

Ursprünglich sagte die Windprognose schwachen Wind in den Morgenstunden voraus, der bis Mittag in Böen auf bis zu 27 kn zulegen soll. Deshalb war der ursprüngliche Plan, um 6 Uhr auszulaufen, um vor Einsetzen der Böen am Ziel zu sein. Bereits gestern Abend waren die Prognosen umgekehrt: Böen in den Morgenstunden und abnehmenden, umlaufenden Wind am frühen Nachmittag. Also wurden erst um 9 die Leinen losgeworfen. Nur mit der Fock und Raumwind aus SSW ging es zügig durch den Greifswalder Bodden bis in den Strelasund und dort dann mit halbem Wind weiter bis kurz vor die Ziegelgrabenbrücke. Der Wind hielt sich glücklicherweise nicht an die Vorhersage, die Richtung blieb bei SSW, er wurde schwächer aber es reichte zum Segeln. 

Segeln bei Nieselregen

Mein Stegnachbar in Yachthafen Peenemünde hatte mir von einem kleinen Anglerhafen bei der Stralsunder Werft erzählt. Der Hafen ist zwar mit 1,4 m relativ flach, aber das sollte für unsere Boote reichen. Deshalb habe ich den „Angel- und Sportverein Franzenshöhe e.V.“ vorsichtig angelaufen. Neben der Hafeneinfahrt ragte eine Stange aus dem Wasser, die vermutlich eine Untiefe kennzeichnen soll. Die Seekarte im Plotter löst die Tiefe dort leider nicht genauer auf und mein Tiefenmesser ist ja defekt. Soll ich nun rechts oder links um die Stange fahren, die leider nicht farblich gekennzeichnet ist? Ich entscheide mich für links sitze prompt fest. Obwohl ich langsam gefahren bin, schafft es der Motor im Rückwärtsgang nicht, das Boot zu befreien. Erst nachdem ich das Schwert hoch gezogen hatte, kam ich langsam von der Untiefe herunter. Beim zweiten Versuch (rechts vorbei) kann ich erfolgreich in den Hafen einlaufen. An einem Boot arbeitet eine Person und ich rufe herüber und frage nach Gastliegeplätzen. Er kennt sich nicht aus, schlägt aber vor, dass ich neben der Slipanlage mal längsseits gehen soll. Er nimmt auch die Leinen an. Auf dem Gelände treffe ich zwei Vereinsmitglieder beim Fisch räuchern. Einer (Buxie) ruft den Hafenmeister an und der entscheidet, dass wir bleiben können. Zwischenzeitlich waren Tanja und Jürgen mit der Jan auch eingelaufen und machten längsseits bei mir fest, so das wir im Päckchen lagen. Für beide Boote zahlen wir 15 € Hafengebühr und anschließend geht es in die Brauereigaststätte der Störtebeker Brauerei.

Brauereigaststätte

Danach gab es den üblichen Absacker auf der Jan und noch einen Klönschnack mit Buxie, der zum Inverntar des Vereines zu gehören scheint.

Track Wieck-Stralsund

   Length 2D: 19.382NM
   Moving time: 05:11:01
   Stopped time: 05:32:03
   Max speed: 4.95kn
   Avg speed: 3.72kn
   Started: 2025-07-23 09:14:30+02:00
   Ended: 2025-07-23 19:16:54+02:00


Dienstag, 22. Juli 2025

Hafentag Wieck (Greifswald)

Da die Wetterapps Starkregen und Böen vorhersagten (allerdings auch für morgen) gab es drei Varianten: (1) heute segeln, (2) morgen segeln, (3) an beiden Tagen kurze Strecken segeln. Ziel sollte der Strelasund sein, möglichst nahe an der Ziegelgrabenbrücke. Die Wahl fiel auf (2), das hieß also einen Hafentag in Wieck bzw. in Greifswald zu verbringen. 

Dauerregen...
 

...mit Konsequenzen

Ab ca. 14 Uhr hörte der Regen auf und wir fuhren mit dem Bus nach Greifswald und besichtigten Stadt, Universität und Museumshafen. Ein Blick in die Marina bei der Hansewerft lag auch noch auf dem Weg.

Museumshafen

Danach ging es mit dem Bus (mit Einkaufszwischenstopp im Ostsee-Einkaufs-Center) und anschließendem Abendessen im Fährhaus bei der Holzbrücke.

Hollandbrücke über die Ryck

 

Montag, 21. Juli 2025

Yachtclub Peenemünde → Yachtclub Wieck

Heute war Ablegen um 9 Uhr, da dies noch etwas Wind und weniger Regen versprach als am Nachmittag. Nach der 2-Minuten-Dusche und dem Frühstück ging es pünktlich los und es fing kurz vor dem Leinen Loswerfen schon an zu regnen, also gleich Start im Ölzeug.

Ursprünglich war Lauterbach als Ziel auch im Gespräch, da wir aber die nächsten Tage fast nur Westwind haben, Tanjas und Jürgens Urlaub sich dem Ende zuneigt und wir daher spätestens Freitag in Barth sein sollten, gaben wir Greifswald den Vorzug, da das weiter im Westen liegt.

Bis zum Freesendorfer Haken durfte die Maschine ran und danach konnte Kurs auf Greifswald gelegt werden mit dem SO als Antrieb. Bei Halbwind konnte ich so gute 5 NM bei 2 – 3 kn zurück legen. Gegen Mittag schlief der Wind dann wie angekündigt ein und bis in den Hafen von Wieck durfte wieder der Motor tuckern.

 

Suchbild mit Seehund

Beim YCW waren mehrere Boxen frei, so dass wir mal wieder nebeneinander liegen. Wir waren noch vor dem großen Schauer fest und konnten sogar noch zum Netto im Ort stiefeln. Beim Rückweg erwischten uns aber die Niederschläge. Tanja hat beim Passieren der Pizzeria gleich einen Tisch reserviert, so dass wir heute Abend um 19 Uhr einen Platz unter dem Vordach haben.

Eine von mehreren Stellen, wo Regenwasser eindringt (Flansch Rüsteisen)

Track Peenemünde-Wieck

   Length 2D: 16.023NM
   Moving time: 04:33:01
   Stopped time: 00:34:00
   Max speed: 4.51kn
   Avg speed: 3.51kn
   Started: 2025-07-21 09:12:05+02:00
   Ended: 2025-07-21 13:45:06+02:00

 

Sonntag, 20. Juli 2025

Swinemünde → Yachtclub Peenemünde

Heute Morgen klingelte der Wecker um 4 Uhr. Nach einem schnellen Frühstück wollte ich noch in die Dusche, deshalb hatte ich bei der Liegeplatzverlängerung noch die NFC-Karte aufladen lassen. Nach dem (längeren) Weg zum Sanitärgebäude und kompletten Entkleiden in der Dusche stellte ich dann fest, dass die NFC-Karte leer war – Duschen also nicht möglich war. Um diese Uhrzeit war das Marinabüro auch noch nicht besetzt. Also Katzenwäsche am Waschbecken und zurück zum Boot. Dafür hätte ich lieber eine halbe Stunde länger geschlafen.


Um kurz nach 6 Uhr liefen wir aus und hielten uns möglichst weit links im Fahrwasser, da wir vor Swinemünde auch links abbiegen müssen. Die ersten 5 NM lief der Motor, da der Halbwind noch schwach war und wir Strecke machen wollten, dann kam versuchsweise zusätzlich die Fock zum Einsatz und brachte gleich einen halben Knoten mehr Vortrieb. Also wurde das Groß auch gehisst und die Maschine abgeschaltet. Es ging mit knapp 4 kn voran.


 Zwischendurch gab es mehrere kleine Flauten, die das Groß in der Dünung schlagen ließen. Deshalb habe ich noch einen Bullenstander gelegt. Damit ging es dann problemlos bis kurz vor die Insel Ruden, wo es dann ins Fahrwasser Richtung Peene (mit Raumwind) ging. Nach 9 h waren wir schon am Ziel und liefen in den ersten Hafen an der Peenemündung (Yachtclub Peenemündung) ein. 

Blick vom Hafenbistro in den Hafen auf unsere Boote

Nach längerer Zeit waren hier wieder die langen Heckleinen für Dalben gefragt. Nach dem Anlegeschluck ging es ins Hafenbistro zur Anmeldung und es gab auch gleich ein Fischbrötchen. Nach dem Klarieren der Boote und einem kleinen Nickerchen gab es noch einen längeren Schwatz mit meinem neuen Boxnachbarn (Gerd) und dann folgten schon das Abendessen im Hafenbistro und ein Verdauungsspaziergang an die Peenemündung mit Blick auf den Sonnenuntergang.

Abendstimmung an der Peenemündung

Nach dem Absacker auf der Jan ging es früh ins Bett, da der Tag lang war.

Track Swinemünde-Peenemünde

   Length 2D: 30.625NM
   Moving time: 08:24:41
   Stopped time: 00:36:20
   Max speed: 5.01kn
   Avg speed: 3.63kn
   Started: 2025-07-20 06:10:58+02:00
   Ended: 2025-07-20 14:39:19+02:00