Montag, 28. September 2026

Plotter Update Drama

Zugegeben, die Überschrift ist etwas reißerisch, aber ich habe mich ziemlich (auch über mich) geärgert und entsprechend viel Zeit in die Behebung investiert.

Mein Salon-Plotter (Raspi 5) ist eigentlich ein Server zum Zusammenführen der Bord-Daten und da der Rapberry-Pi aus historischen Gründen auch einen Bildschirm hat, gleichzeitig mein Reserver-Plotter. Der lief letzte Saison mit Debian 13 (Trixie) und mit einer Beta-Version von AvNav, während der eigentliche Cockpit-Plotter mit Debian 12 (Bookworm) und einer Release-Version von AvNav arbeitet. Das lief halbwegs während der (zu kurzen) Saison. Zurück im Winterlager habe ich dann versucht, ein Update beim Salon-Plotter einzuspielen, anschließend war die Benutzerführung geändert (das war aber im Segeln-Forum für die Beta angekündigt) und der WLAN-Client funktionierte nicht mehr. Letzteres war ziemlich unangenehm, da sich der Plotter damit im Winterlager in das heimische Netz verbindet und ich aus dem warmen Büro remote auf den Plotter mitsamt angeschlossener Peripherie zugreifen kann. Die Aussicht im ausgeräumten Boot bei zunehmend frischen Temperaturen den Plotter zu konfigurieren war wenig einladend, also muss der WLAN-Client als erstes wieder laufen. Da sich abzeichnete, dass das Problem mehr Zeit in Anspruch nimmt, habe ich mich für eine komplette Neuinstallation mit einer Release-Version von AvNav entschieden (also Bookworm statt Trixie), damit die Benutzerführung zwischen Cockpit und Salon gleich bleibt, außerdem befürchte ich, bei der Beta-Version u.U. mit weiteren Fehlern konfrontiert zu werden, die noch mehr Zeit kosten.

Also Image herunter geladen, SD-Karte geschrieben und die vorab gesicherten Einstellungen zurück gespielt. Dann das böse Erwachen – auch hier funktioniert der WLAN-Client nicht. Auffällig war, dass der USB-Pfad des Netzwerkadapters sich auch geändert hat. Der ist an einem externen Hub angeschlossen und es sah so aus, als ob es den Hub im System zwei mal gibt für einige Anschlüsse. Damit AvNav diesen Adapter als WLAN-Client konfiguriert, muss eine passende UDEV-Regel konfiguriert sein, die jetzt nicht mehr stimmte. Die Anpassung war schnell gemacht und damit wurde seitens AvNav der WLAN-Client wieder aktiv – aber leider immer nur für einige Sekunden oder manchmal auch Minuten. WLAN-Stick defekt? Nein, mit einem anderen WLAN-Stick trat das gleiche Verhalten auf. Zum Testen musste ich jedes mal ins Boot steigen, neu konfigurieren und im Büro dann feststellen, dass es wieder nur kurze Zeit funktionierte. Nach zweitägiger Suche fand ich dann den entscheidenden Hinweis bei Github. Die Ursache liegt in einer Änderung im Linux-Kernel, zwischen 6.11 und 6.12 scheint sich bzgl. USB3-Schnittstellen etwas geändert zu haben. Bisher war mein USB3-Hub auch an einem USB3-Port am Raspi 5 angeschlossen und der WLAN-Stick ist auch USB3-fähig (5.000 Mbit). Beim Kernel 6.11 wurden die angeschlossenen USB3-Geräte nur im USB2-Mode (480 Mbit) initialisiert und alles war bestens, jetzt existiert der USB3-Hub doppelt, einmal für USB2 und einmal für USB3 und die angeschlossenen Gerät werden entsprechend ihrer Kompatibilität zugewiesen. Deshalb die Änderung des USB-Pfads.

/:  Bus 04.Port 1: Dev 1, Class=root_hub, Driver=xhci-hcd/1p, 5000M
/:  Bus 03.Port 1: Dev 1, Class=root_hub, Driver=xhci-hcd/2p, 480M

USB3 ist eigentlich zu begrüßen, beim Raspi verursachen schnelle USB-Geräte aber WLAN- und Bluetooth-Störungen (bekannt von SSDs). Also müssen die USB3-Geräte auf den langsamen USB2-Modus gebracht werden. Beim aktuellen Kernel ist der Schnittstellen-Treiber „rtw_8822bu“ in der Version 27 integriert, auf Github ist aber die Version 30 verfügbar, die einen Schalter zum Beibehalten von USB2 enthält (switch_usb_mode). Eine Möglichkeit wäre, den Treiber per DKMS einzubinden und entsprechend zu konfigurieren (switch_usb_mode=n). Ich habe statt dessen den USB3-Hub beim Raspi 5 an einen USB2-Anschluss eingestöpselt. Danach musste ich zwar alle USB-Pfade in der Plottersoftware (AvNav, signal-k) neu konfigurieren, aber seit dem arbeitet der WLAN-Client wieder stabil.

Samstag, 19. September 2026

Reinigung primärer Kühlkreislauf

Es ist einiges passiert in den letzten Wochen, über das ich nicht berichtet habe. Die Chili wurde erneut abgedichtet und im Wasser getestet – zum Glück jetzt dicht. Dann haben Sabo und ich den Mast auf meiner Whisky gelegt und am Folgetag (08.09.2026) wurde die Whisky ausgekrant.

Whisky unter dem Kran

Parallel war Sabo mit seinem Trailer in Stralsund beim TÜV (wie befürchtet waren die Reifen rissig, also schwerer Mangel). Die Whisky wurde von mir gereinigt und kam dann gleich in die Scheune, damit Platz zum Rangieren vorhanden ist.

Whisky in der Scheune

Denn am Tag danach wurde gleich die Chili ausgekrant und auf den Trailer gesetzt. Sabo konnte glücklicherweise vor Ort vier passende Reifen kaufen und noch einen Tag später in einer Werkstatt in der Nähe aufziehen lassen (mit Boot auf dem Trailer). Die Wiedervorführung beim TÜV musste ich dann mit meinem PKW machen, da Sabos T4 den beladenen Trailer nicht ziehen darf. Letztlich waren wir in der KW37 erfolgreich: Beide Boote ausgekrant und winterfest gemacht sowie HU beim Trailer bestanden.

Doch in diesem Beitrag geht es um ein anderes Thema. Im Zuge der Kühlprobleme bei meinem Innenborder ist mir aufgefallen, dass der innere Kühlkreislauf des Diesels ziemlich viel schwarzen Schmodder enthielt, der auch am Kühlerdeckel klebte. Ein Blick ins Werkstatthandbuch verriet mir, dass ich alle zwei Jahre das Kühlmittel im Primärkreislauf hätte wechseln müssen. Das habe ich die letzten 8 Jahre vernachlässigt und wie die Vorbesitzer es damit gehalten haben, will ich lieber gar nicht wissen. Dazu kommen noch einige Schauergeschichten aus einschlägigen Foren, so dass ich das jetzt schleunigst nachholen will. Den Plan hatte ich schon, als das Boot noch im Wasser lag und ich musste mich entscheiden, ob die Reinigung des Kühlkreislaufs auf dem Wasser oder in der Scheune stattfinden soll. Ersteres hätte gleich Probeläufe ermöglicht, aber das Arbeiten auf dem schwankenden Boot im Freien erfordert. Da mit schwante, dass Schwierigkeiten zu erwarten sind, habe ich mich für die Scheune entschieden, was im Nachhinein auch gut war.

Nachdem Sabo abgereist war und Ruhe eingekehrt war, bin ich voller Tatendrang in die Scheune und wollte den Ablasshahn für das Kühlmittel öffnen. Aber erstens kommt man da fast nicht dran und zweitens reichte meine Kraft nicht aus, um den Hahn zu bewegen. Mit einem Stück Rohr als Verlängerung lies sich der Hahn dann doch noch überreden, es strömte aber nichts aus. Also habe ich das Oberteil vom Hahn komplett heraus geschraubt und mit einem Draht darin herum gestochert. Am Draht klebte feuchter, schwarzer Schmodder und es lief weiterhin nichts heraus. Deshalb habe ich dann mit meiner Vakuumpumpe von oben so viel Kühlwasser wie möglich abgesaugt und anschließend den Wärmetauscher ausgebaut.

Geöffnetes Gehäuse des Wärmetauschers

Wärmetauscher

Motor von achtern mit Auspuffstutzen

Danach konnte ich weiteres Kühlwasser absaugen. Auf der Backbordseite führt noch ein Kühlschlauch vom Wärmetauscher nach unten an den Motor. Der ist auch kaum zugänglich aber oben konnte ich die Schelle lösen und den Schlauch abziehen. Mit der Vakuumpumpe konnte ich im Schlauch weiteres Kühlmittel abpumpen, so dass der überwiegende Teil aus dem Motor entfernt war. Weiteres Kühlmittel konnte ich mittels Druckluft ausblasen, was eine ziemliche Sauerei mit dem Schmodder war. Beim Versuch, von außen per Druckluft den Ablasshahn frei zu blasen, bin ich gescheitert.

Anschließend habe ich eine 35 % Lösung mit Oxalsäure ins Kühlsystem eingefüllt und 24 h stehen lassen. Damit sollten Kalkablagerungen und Verunreinigungen gelöst werden. Den Ablasshahn hat das leider nicht beeindruckt. Nach Abpumpen der Oxalsäure habe ich das System diverse Male mit Wasser befüllt und wieder abgepumpt, bis kaum noch Verunreinigungen (Schmodder) zu sehen waren. Zum Schluss wurde der Wärmetauscher wieder montiert und der innere Kühlkreislauf mit einer 50 % Mischung aus Wasser und Kühlmittel (G12+) befüllt. Bei den Arbeiten hatte ich auch den Impeller ausgebaut und den Seewasserkreislauf (einschließlich Wärmetauscher) komplett entleert und mit Drucklauf ausgeblasen. Das Konservieren des Seewasserkreislaufs für den Winter hat sich damit erübrigt. Einen längeren Testlauf kann ich in der Scheune nicht machen, das ist erst nach dem Einwassern möglich.

Der verstopfte Ablasshahn ist ein Hinweis auf dicht gesetzte Kühlkanäle im Motor. Das ist beunruhigend, aber ohne komplette Motorrevision wird das nicht zu beheben sein. Die Kosten dafür übersteigen wahrscheinlich den Wert des Motors. Deshalb baue ich darauf, dass die Kühlleistung (wie bisher) trotzdem ausreicht und mit etwas Glück sogar der Ablauf wieder frei wird. Zukünftig wird das Kühlmittel im Innenkreislauf jedenfalls im Zweijahresrhythmus gewechselt.

Dienstag, 21. Juli 2026

Lecksuche bei der Chili

Heute ist endlich mal wieder ein schöner Tag mit Sonnenschein und gemäßigtem Nordwind, der allerdings direkt in meinen Salon bläst. Nach dem Frühstück frage ich bei Sabo nach, wann gekrant wird. Genau weiß er es auch nicht, also warten wir bis ca. 11:30 Uhr bis es endlich los geht. Kurz nachdem die Chili im Wasser ist, gehen wir an Bord und inspizieren die Bilge. Es ist schon etwas Wasser eingedrungen und es strömt weiteres nach. Leider an einer sehr unzugänglichen Stelle wo die Bilge hinten mit dem Schwertkasten verbunden ist. Nach dem umgehenden Auskranen untersuchen wir die Stelle mit der Endoskopkamera und versuchen das Schwert heraus zu nehmen. Leider lässt sich das Schwert nur nach Entfernen des hinteren Haltebolzens lösen und wir geben das zunächst auf. Die Leckstelle ist weder von innen noch von außen vernünftig erreichbar und ich schlage vor, externen Rat einzuholen. Sabo kontaktiert die Neptun-Werft und auch den Werftchef hier vor Ort. Dieser schaut sich später die Leckstelle an und schlägt vor, das Boot vorn etwas anzuheben und den Problembereich mit Epoxidharz auszugießen (so verteilt sich das Harz nur im hinteren Bereich). Sabo stimmt zu und wir hoffen, dass bis zu seiner Rückkehr vom Polen-Urlaub (06.08.) das Leck abgedichtet ist und das Boot wieder ins Wasser kann.

Montag, 20. Juli 2026

Ankunft Sabine und Sabo

Am späten gestrigen Abend sind Sabine und Sabo aus Österreich in Millienhagen angekommen und haben auf unserem Grundstück übernachtet. Heute Morgen sind sie dann in Barth bei der Werft Rammin angekommen, wo ihr Boot Neptun 25, Chili) aufgepallt steht, da ein Leck gefunden werden muss. Wir hatten ursprünglich mal überlegt, die Lecksuche mit Druckluft bei abgekebten Öffnungen durchzuführen, doch Sabo hat sich für die teurere und schnellere Methode durch Einkranen entschieden. Vor einigen Wochen hatte er ja den Ballastkiel geöffnet und den Ballast entfernt, um dem Wassereintritt auf die Spur zu kommen. Heute hat er im Büro mit dem Werftchef gesprochen und für morgen kurzfristig einen Krantermin bekommen.

Parallel wurde heute eine Neptun 22 eingekrant mit einem auffälligen pinkfarbenen Trailer. Der Besatzung konnte ich durch Aufschließen des Tores nach Feierabend einen Gefallen tun, da sie als Gastlieger keine Schlüssel haben. 

Abends haben sich dann Tanja, Jürgen, Toby, Sabine und Sabo auf meinem Boot zum Umtrunk getroffen. Es war eng aber gesellig. Auch das Wetter spielte mit, der böige Nordwind schlief gegen Abend ein und es gab einen schönen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang aus dem Cockpit gesehen

Sonntag, 19. Juli 2026

Barth

Morgens beim Aufwachen hörte ich den Regen auf das Deck und das Oberlicht prasseln und blieb gleich liegen. Gegen halb Zehn hörte der Regen auf und ich schälte mich aus meinem Schlafsack. Nach dem Frühstück hatte ich die richtige Idee, um meinen nicht funktionierenden Internetzugang (WLAN per Richtfunk zum Fähranleger) zum Laufen zu bringen. Eine Zwischenkupplung im Antennenkabel hatte sich gelockert und für Dämpfung gesorgt. Nach Anziehen der Verbindung lief es dann und ich konnte meine Mails endlich mal am Notebook betrachten. Für 14 Uhr hatte Tanja zum Essen eingeladen und ich ging pünktlich rüber zur Sunny. Es hat gut geschmeckt und anschließen gab es eine ausgedehnte Gassirunde über den Pferdehof und zurück durch die Barther Innenstadt. Nach einem Absacker auf der Sunny war ich dann gegen 19 Uhr wieder auf meinem Boot. Kurz darauf kam der nächste Regenschauer; ein Vorbote auf den morgigen Regentag.

Barth / Ralswiek

Der Besuch der Störtebeker Freilichtspiele sollte trotzdem stattfinden und Tanja hat telefonisch Karten reserviert für Samstag, den 18.07. Der Freitag war dann bei Christine und Christian mit Stralsund Besichtigung ausgefüllt und bei Tanja und Jürgen standen Überlegungen und Vorbereitungen zur Reparatur des Außenborders an. Es soll ein Elektrolüfter für die Luftversorgung im Schacht verbaut werden und dieser wurde auch bestellt, da er vor Ort nicht kurzfristig beschaffbar war. Ich habe auch Kleinigkeiten am Boot erledigt und Kühlwasser nachgefüllt (auch noch ein offenes Problem). Nachmittags gab es mit Toby eine ausgedehnte Gassirunde durch Barth.

Am Samstag wurde weiter auf den Booten gegammelt und gebastelt und um 15 Uhr ging es dann mit dem Auto von Jürgen nach Ralswiek, wo wir uns um 16 Uhr mit Christine und Christian verabredet hatten. Auf der Futtermeile in Ralswiek gab es dann erst einmal Fischbrötchen, Gemüsenudeln und Crêpe für mich. Nach einer ausgedehnten Hafenbesichtigung war es dann Zeit, zum Einlass zu pilgern. Die Vorstellung begann pünktlich um 20 Uhr und endete nach 22 Uhr mit einem Feuerwerk.

Freilichtbühne noch im Hellen

Finale im Dunklen

Feuerwerk zum Schluss

Danach war es dann Zeit, sich von die Christine und Christian zu verabschieden, da sie in den nächsten Tagen via Peenemünde den Heimweg nach Österreich antreten wollen. Wir (Tanja, Jürgen, Toby und ich) sind dann mit dem Auto zurück nach Barth, wo wir kurz nach Mitternacht ankamen und auch gleich in unsere Betten gingen.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Barhöft → Barth

Ablegen und Aufbruch nach Scharprode war für 10 Uhr geplant und ich war schon startbereit, als Jürgen wieder Motorprobleme meldete. Diesmal konnte er reprodzierbar feststellen, dass im Stand bzw. Leerlauf zu viele Abgase im Schacht den Motor absterben lassen. Auspuff und Nebenauspuff funktionieren allerdings, der Außenborder hat sogar eine separate Luftzuführung über die Backskiste. Sobald aber der Deckel auf dem Motor war oder die Abdeckung geschlossen wurde, sank die Drehzahl bzw. der Motor starb ab. Damit wollte Tanja nicht weiter unterwegs sein und Christian hat sich bereit erklärt, zusammen mit Jürgen die Sunny nach Barth zurück zu segeln (der Ostwind hielt heute noch an). Ich bin den beiden dann mit meinem Boot gefolgt. Christine, Tanja und Toby blieben beim Wohnwagen in Barhöft.

Track Barhöft-Barth
   Length 2D: 13.056NM
   Moving time: 04:16:42
   Stopped time: 02:01:38
   Max speed: 4.42kn
   Avg speed: 3.05kn
   Started: 2026-07-16 11:30:03+02:00
   Ended: 2026-07-16 15:46:45+02:00

Nachdem wir in Barth die Boote festgemacht hatten, sind Christian, Jürgen und ich mit Jürgens Auto zurück nach Barhöft gefahren, wo wir wieder im Portofino zum Essen gingen und dankenswerterweise von Tanja und Jürgen eingeladen wurden. Anschließend gab es im Wohnwagen noch einen ausgedehnten Absacker.

Tanja war noch nüchtern und durfte Jürgen, Toby und mich wieder zurück nach Barth fahren.