Samstag, 14. November 2020

Fernbedienung für den Pinnenpilot

Herbst- und Winterzeit ist Bastelzeit 😎. In diesem Sinn habe ich mich die letzten Tage mit einer Fernbedienung für den Pinnenpiloten beschäftigt. Dafür gibt es schon eine schöne Anleitung bei Github. Also alles ganz einfach - dachte ich. Zunächst wurden die Teile und die Platinen bestellt. Zwischenzeitlich konnte ich mich mit den Programmen für den Arduino Mikrocontroller beschäftigen. Verwendet wird ein lizenzierter Nachbau des Arduino Leonardo (Sparkfun ProMicro). Da die Platinen mit einer Mindestanzahl von 3 bestellt werden mussten, habe ich mich entschieden gleich drei Fernsteuerungen zu bauen. Abnehmer aus dem Neptun-Segel-Forum haben sich schon gefunden.

Die Fernbedienung besteht aus einem handelsüblichen Handsender (433 MHz), der angelernt werden kann (z.B. für Garagentore) und einer Platine mit einem 433 MHz Empfänger, dem ProMicro und einem Pegelwandler (auf 12 V) für das Seatalk1 Protokoll. Seatalk1 ist ein proprietäres Datenprotokoll von Raymarine, das aber weitgehend entschlüsselt ist. Mein Pinnenpilot (Raymarine ST1000 Plus) hat einen Seatalk1-Eingang über den er fernsteuerbar ist.

Eine Besonderheit von Seatalk1 ist die Verwendung von 9 Bit Wörtern. Der ProMicro hat aber nur Unterstützung (UART) für 8 Bit Worte, die bei Mikrocontrollern üblich sind. Findige Entwickler haben eine Kernbibliothek (HardwareSerial) des Arduino modifiziert, so dass 9 Bit Worte gesendet und empfangen werden. Die Anpassung der Kernbibliothek war die erste Hürde auf meinem Linux-System. Einfaches Patchen mit Systemrechten ist zwar möglich, nach dem nächsten Update durch die Paketverwaltung (Snap) wären die Änderungen aber wieder weg. Für Linux habe ich bislang keine dauerhafte Lösung gefunden - ein Ablegen des Patches in der benutzerspezifischen Konfiguration (~/snap/arduino/current/.arduino15/packages/SparkFun/hardware/avr/1.1.13/cores/arduino) hat nicht funktioniert. Deshalb musste ich auf Windows ausweichen. Dort konnte ich die Core-Dateien erfolgreich ersetzen und nach einem Neustart der IDE wurden sie verwendet. Nachdem weitere Bibliotheken nachgeladen waren, konnte ich die Software erfolgreich übersetzen.

Als erstes kamen die Handsender und zum Zeitvertreib konnte ich diese mit einem der Programme aus dem Github-Repository (_433_Programming_New) und einem 433 MHz Sender schon mal mit individuellen Codes versehen.

Nach und nach kamen auch die Bauteile und gestern die drei Platinen. Das Bestücken ging recht zügig bis ich festgestellt habe, dass die ProMicro-Platine nicht passt. Die gelieferten ProMicros sind breiter und länger als auf der Platine vorgesehen. Sie sind zwei Reihen breiter als auf dem Raster vorgesehen und auch etwas länger. Glücklicherweise wird auf einer (Außen-)Seite nur ein Pin verwendet, deshalb konnte ich die Platine einseitig wie vorgesehen einlöten und auf der anderen Seite den einen Pin mit einem Draht verbinden. Durch die vergrößerte Länge stößt der MicroPro an den 433 MHz Empfänger und dieser muss etwas schräg eingelötet werden.


Nicht schön, aber funktioniert

Ein weiteres Manko der gelieferten Platinen sind fehlende Befestigungslöcher. Die Platinen müssen im Gehäuse eingeklemmt oder festgeklebt werden. Zunächst muss die Fernbedienung aber erst einmal auf dem Boot getestet werden. In Bayern, fernab vom Boot konnte ich nur feststellen, dass die Signale des Handsenders ankommen und vom ProMicro wieder ausgegeben werden.


Da an der Seatalk1-Leitung momentan nichts angeschlossen ist, wird im Leerlauf ein "Send Error" angezeigt. 

Falls die Fernbedienung auf dem Boot funktioniert, werde ich überlegen ob ich nicht eine neue Platine entwerfe, die etwas größer ist, zum vergrößerten ProMicro passt und auch Befestigungslöcher hat. Das vergrößerte ProMicro-Board hat auch einen Vorteil: Die Mini-USB-Buchse, die beim Vorgänger für Kritik sorgte (brach leicht ab) ist jetzt an vier statt an zwei Laschen angelötet.

Da die Platine nicht nur auf dem Seatalk1-Bus schreiben, sondern auch lesen kann, verfolge ich noch ein weiteres Ziel: Das Einlesen von Daten von meinem Tiefenmesser und der Logge (ein Raymarine Bidata ST30) und Umwandlung in NMEA0183. Damit könnten dann die Wassertiefen und die Fahrt durchs Wasser (STW) in den Plotter eingespeist werden. Sobald ich wieder am Boot in MeckPomm bin, geht es mit dem Projekt weiter 😀.


Dienstag, 20. Oktober 2020

Saisonende

Die Saison im Corona-Jahr 1 war kurz aber schön. Heute wurde das Boot bei ruhigem Wetter mit dem Travellift auf den Trailer gehoben und ab ging es ins Winterlager nach Millienhagen.

Für die nächsten 5 - 6 Monate ist der Liegeplatz in der Scheune.

Passt wie angegossen

Mastlager

Die Seewasserpumpe ist inkontinent und wartet auf neue Wellendichtungen. Außerdem ist mir in der Elektroverteilung (12 V) ein Kabel abgeschmort - dort will ich die Lüsterklemmen durch zeitgemäße Stromschienen ersetzen. Wenn dann noch Zeit und Lust vorhanden ist, kommt noch ein Solarpanel an die Maststütze.

Mein Winterarbeitsplatz


Mittwoch, 23. September 2020

Endspurt nach Barth

Heute geht es erst kurz vor 11 Uhr los, obwohl wir eine lange Strecke zu bewältigen haben. Die Ziegelgrabenbrücke gibt den Takt vor. Die Öffnung um 08:20 Uhr kam nicht in Frage, da wir dann ohne Frühstücksbrötchen los gemusst hätten. Also wird 12:20 Uhr angepeilt.

Morgenstimmung in Gustow

Wir sind unter Motor rechtzeitig da und lassen uns dann die letzte Meile in Sichtweite der Brücke bei schwachem Westwind per Fock auf die Brücke zutreiben.

Brückenöffnung Ziegelgrabenbrücke

Zunächst darf der Gegenverkehr passieren, dann setzt die Rallye auf unserer Seite ein.

 

Im Strelasund bei Altefähr dann der nächste Segelversuch. Der schwache NW bringt uns bis Höhe Parow und dann muss wieder der Motor aushelfen. Nach dem Parower-Haken kommt noch mal etwas Wind auf und es kann wieder gesegelt werden. Eigentlich war Westwind vorhergesagt, aber es ist NW und ab dem Fahrwasser (Vierendehlrinne) kommt der Wind direkt von vorne. Also bleibt bis Barth der Motor an. 

Abends genießen wir dann unser letztes gemeinsames Abendessen im Westhafen im Restaurant VINETABLICK. Es war eine schöne Rügenrunde mit angenehmer Gesellschaft. Vielleicht klappt ja eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Track Gustow-Barth
        Length 2D: 26.918nm
        Moving time: 07:16:52
        Stopped time: 00:07:51
        Max speed: 4.57kn
        Avg speed: 3.70kn
        Started: 2020-09-23 10:47:19+02:00
        Ended: 2020-09-23 18:18:12+02:00

Dienstag, 22. September 2020

Rückweg via Gustow

Das Thema Sanitärcode lässt mich nicht los, also stiefel ich um kurz vor 9 Uhr noch mal zum Brückenwärterhäuschen und frage nach dem aktuellen Sanitärcode. Der Kollege ist hilfsbereit und stattet mich mit einem neuen Code an. Zurück zum Schipp-In leider Fehlanzeige. Also noch mal zurück zur Brücke und Nachfrage. Mittlerweile ist ein weiterer Kollege da, der sich besser auskennt. Der aktuelle Code gilt erst ab 14 Uhr, bis 14 Uhr ist der von gestern zu nehmen. Also stiefel ich noch mal los und probiere den gestrigen Code. Diesmal funktioniert es und ich kann die Dusche benutzen.

Etwas verspätet geht es dann kurz nach 10 Uhr los. Wir kürzen ab und versuchen auf schnellstem Weg zur Palmer Ort Rinne zu gelangen. Auf dem Plotter sehe ich dann ein merkwürdiges Flach und in der Navionics-App auf dem Tablet wird bei entsprechender Vergrößerung ein 90 cm Flach sichtbar, auf das der Pinnenpilot zusteuert. Also runter vom Gas und einen Bogen gefahren – das ging gerade noch mal gut.

Zu wenig Wind

In der Palmer Ort Rinne wird Segel gesetzt und mit knapp 2 Bft geht es Richtung Stralsund. Doch kurz vor der Fähre Stahlbrode – Glewitz schläft der Wind ein und der Motor muss uns an der Fähre vorbeibringen.

Danach noch mal ein Versuch mit Segeln. Diesmal geht es mit 1,5 – 2,5 Knoten bis kurz vor die Hochspannungsleitung zwischen Festland und Rügen. Danach Segel runter und per Motor rein nach Gustow. Ein ausgedehnter Fußmarsch bringt uns zum Gutshof Kajahn und zu unserem Abendessen.

Garten Gutshof Kajahn

Danach geht es zurück in die Marina und zum Schlummertrunk. Tobi (der Hund von Tanja und Jürgen) hatte heute ausreichend Auslauf.

Track Wiek Greifswald-Gustow

        Length 2D: 17.558nm
        Moving time: 05:14:44
        Stopped time: 00:22:43
        Max speed: 4.69kn
        Avg speed: 3.34kn
        Started: 2020-09-22 10:04:20+02:00
        Ended: 2020-09-22 15:41:47+02:00

Montag, 21. September 2020

Nebelfahrt nach Süden

Pünktlich um 8 kommt Paul mit einem Kollegen aus der Werkstatt und dieser sucht mir den passenden Impeller heraus. Bezahlt und eingebaut – schon bin ich wieder einsatzbereit.

Damit wäre ich nicht mehr all zu weit gekommen

Nach dem Frühstück geht es los Richtung Wiek bei Greifswald. Bis westlich von Vilm geht es noch bei guter Sicht über spiegelglattes Wasser bei leichtem Südwind.


Danach tauchen wir in die Nebelwolken, die bis ca. 5 Meter Höhe reichen. Über der Mastspitze ist immer der blaue Himmel zu sehen, aber voraus und in die Runde sind nur 1 – 2 Kabel Sicht. Der Pinnenpilot hält uns auf Kurs und kurz vor dem Fahrwasser Richtung Stralsund klart es endlich auf. Südlich des Fahrwassers kommt sogar etwas Wind auf und der Motor wird abgeschaltet. Zunächst möchte ich nur etwas die Ruhe genießen und an der Fock etwas auf Kurs bleiben. Doch bald kommt mehr Wind aus Ost auf und das Groß kommt auch noch zum Einsatz. Bis kurz vor Greifswald können wir mit 3 – 2,5 kn noch etwas segeln. Dann geht es in den Hafen von Wiek und an den Anlegestellen des Akademischen Segelvereins finden wir noch zwei nahe beieinander liegende freie Boxen. Die Hafengebühren können wir direkt bei einem nach uns anlegenden Vereinsmitglied bezahlen. Der Code für die Sanitäranlagen im Schipp-In erweist sich leider als falsch. Angeblich gab es einen Stromausfall und der automatische Wechsel auf einen neuen Code hat nicht funktioniert. Wie dem auch sei: Wir bekommen vor morgen 9 Uhr wohl keinen neuen Code und müssen uns ohne Sanitärräume behelfen. Das Essen in der Pizzeria am Hafen war gut und beim Gassigehen mit Tobi kommen wir noch an einem Supermarkt vorbei, wo wir dringende Lebensmittel (u.a. Lehment Doppelkümmel) günstig erwerben können.

Track Lauterbach-Wiek Greifswald
        Length 2D: 15.565nm
        Moving time: 04:43:32
        Stopped time: 00:19:07
        Max speed: 4.58kn
        Avg speed: 3.29kn
        Started: 2020-09-21 10:22:21+02:00
        Ended: 2020-09-21 15:25:00+02:00

 

Sonntag, 20. September 2020

Kurzer Schlag nach Lauterbach

Heute steht ein kurzer Schlag bis nach Lauterbach auf dem Programm. Wir wollen uns mit Paul treffen, den wir aus dem Neptun-Forum kennen. Er arbeitet bei der Marina in Lauterbach (Im Jaich) und war bis vor kurzem auch Neptun 22 Eigner.

Morgenstimmung in Seedorf

Wir haben einen entspannten Segeltag auf dem Greifswalder Bodden bei 2 – 3 Windstärken.

Die Jan vor dem Reddevitzer Höft

Kurz vor 16 Uhr laufen wir in Lauterbach ein und finden auch zwei benachbarte Boxen, die frei sind. Eine Stunde später steht Paul auf dem Steg und wir fachsimpeln erst mal über unsere Boote und besichtigen auch seine frisch erworbene Sirius 26.

Die Eisbär hatten wir 2014 in Lauterbach bei Goor gechartert

Nach dem Frischmachen geht es gemeinsam zum Essen in Hafennähe und zum Verkosten des Inselbiers.
Ausgefallene Sachen haben ihren Preis...

Morgen früh um 8 Uhr habe ich mich mit Paul wg. des Impellerproblems verabredet.

Track Seedorf-Lauterbach

        Length 2D: 12.478nm
        Moving time: 04:35:07
        Stopped time: 00:52:46
        Max speed: 4.18kn
        Avg speed: 2.72kn
        Started: 2020-09-20 10:14:05+02:00
        Ended: 2020-09-20 15:41:58+02:00
 

Samstag, 19. September 2020

Direkt zum Schickeria-Treff

Da heute nur sehr schwacher Wind weht, steht uns eine Motoretappe bevor. Es soll nach Thiessow oder besser nach Seedorf (Tipp von einem Forenmitglied) gehen. Wir hatten den Start um 09:30 Uhr geplant. Ich beschließe meinen Tank vorher noch zu füllen mit dem Diesel aus meinem Reservekanister. Jürgen will noch an der Tankstelle in Sassnitz tanken. Da die Tankstelle nicht kurzfristig bereit ist, müssen wir warten und kommen erst um 10:30 weg. Der Pinnenpilot übernimmt fast vollständig die Ruderabeit, da das Meer fast spiegelglatt ist. 

 

Nordperd voraus

Sassnitz und die Jan im Kielwasser

Nach knapp 6 h kommen wir in Seedorf an. Der Hafen liegt landschaftlich schön und wir machen am Wasserwanderplatz fest. Hier scheint ein Schickeria-Geheimtreff zu sein. Einige Edelboote mit entsprechenden Crews machen das Hafenlokal unsicher, in dem ein stark geschminkter Kellner den Prosecco an die Gäste verteilt. Die Ceres Yacht ist auch dabei. Leider frequentieren alle Lokalgäste auch die Seglertoiletten und Waschräume, die wenig attraktiv sind. Warum wir einen Schlüssel für die Toiletten bekommen haben, erschließt sich mir nicht, da ein Schlüssel am Schloss festgekettet wurde:

Schlüssel mit Zahlenschloss gesichert 😈

Vielleicht wäre der Steg vorher (Forellensteg) besser gewesen. Zumindest hält Seedorf diesbezüglich den Vergleich mit Sellin nicht aus. Nächstes mal lieber eine knappe Stunde länger fahren, dafür aber einen ruhigeren Hafen mit moderneren Sanitäranlagen. Später (morgen) erhalte ich von unserem ortskundigen Forenkollegen Paul den Tipp, nächstes mal auf der linken Seite beim SSV Lanken Cranitz festzumachen - also bekommt Seedorf noch eine Chance 😎.

Unterwegs ist mir bei der langen Motoretappe aufgefallen, dass das Kühlwasser im Seefilter schäumt. Außerdem bildet sich unterhalb des Impellergehäuses regelmäßig eine Wasserpfütze. Also Zeit für eine Impellerinspektion, denke ich und bin sicher einen Ersatzimpeller mit an Bord zu haben. Der Impeller ist tatsächlich defekt (eine Lamelle fehlt) und ich suche das Ersatzteil überall auf dem Boot und kann es nicht finden. Liegt es vielleicht doch zu Hause, wo es mir nichts nützt? Jürgen ruft unseren Forenkollegen Paul in Lauterbach an, den wir morgen sowieso treffen wollen. Er arbeitet dort in einer Werft und kann vielleicht helfen. Später kommt der Rückruf – der Hafenmeister in Lauterbach sei informiert und seine Firma sei Volvo Penta Vertragshändler, das Ersatzteil sollte also verfügbar sein – auch am Sonntag. Bis Lauterbach können wir morgen voraussichtlich segeln und der defekte Impeller fördert momentan noch genügend Wasser für die Motorkühlung. Also liegt derzeit kein ernsthaftes Problem vor.

Track Sassnitz-Seedorf
        Length 2D: 24.929nm
        Moving time: 05:56:51
        Stopped time: 00:26:11
        Max speed: 4.54kn
        Avg speed: 4.19kn
        Started: 2020-09-19 10:36:46+02:00
        Ended: 2020-09-19 16:59:48+02:00