Mittwoch, 8. Juli 2026

Prerow → Prerow

Nach dem Frühstück um 10 Uhr haben wir in Prerow abgelegt und ich konnte streckenweise auf dem Fluss die Fock verwenden. Zur Sicherheit lief der Motor mit, da in einigen Flussschleifen der Wind direkt von vorne kam und ich nicht vertreiben wollte bzw. einem entgegenkommendem Ausflugsdampfer nicht mehr ausweichen kann. Auf dem Bodstedter Bodden merkten wir dann, dass der Wind noch nicht entscheidend nachgelassen hatte, quer über den Bodden waren die Schaumkronen zu sehen und wir mussten überwiegend gegenan. Damit das Boot nicht ständig aus dem Ruder läuft, hatte ich die Motordrehzahl erhöht und Tanja und Jürgen damit langsam abgehängt, offensichtlich war der Außenborder an ihrer 27er am Limit. Im Nadelstrom musste ich mich auf das Fahrwasser konzentrieren und danach, kurz vor Tonne R49 merkte ich dann, dass Tanja mich mehrmals angerufen hatte und auch die 27er nicht mehr zu sehen war. Sie hatten am Beginn des Nadelstroms mehrfach Grundberührungen und entschieden sich dann für das Umkehren. Gleichzeitig bekam mein Motor bei dem Gegenwind und erhöhter Drehzahl plötzlich Kühlprobleme und der Alarm ging an. Deshalb habe ich auch gewendet und bin mit der Fock und ohne Motor in den Bodstedter Bodden zurück gesegelt. Dort konnte ich mich etwas treiben lassen und nach dem Motor sehen. Der primäre Kühlkreislauf hatte zu wenig Wasser und am Verschluss klebte eine schwarze, teerartige Masse. Ich habe das Wasser wieder aufgefüllt und die Masse entfernt. Trotzdem kam nach Starten des Motors nach kurzer Zeit wieder der Kühleralarm. Tanja und Jürgen informierten mich zwischenzeitlich, dass sie nach Prerow zurückkehren. Für mich waren die nächsten erreichbaren Häfen auch nur gegen den Wind zu erreichen, also entschied ich mich auch wieder für Prerow. Bis zum Abzweig nach Prerow (Tonne P2) konnte ich segeln, danach musste ich den Motor quälen. Im Strom habe ich die Drehzahl auf 2.000 U/min reduziert und der Motor hat glücklicherweise durchgehalten.

Nach dem Anlegen sind wir zunächst essen gegangen und danach haben Jürgen und ich einen Blick auf meinen Motor geworfen. Es fehlten wieder 0,75 l Wasser im Primärkühlkreis und es klebte noch die teerartige Masse am Kühlerdeckel. Entweder ist der Primärkühlkreis durch irgendetwas verstopft oder die Kopfdichtung ist beschädigt. Ich werde morgen versuchen, bei mäßigem NW überwiegend unter Segeln Barth zu erreichen und hoffe auf einen zeitnahen Werkstatttermin. Tanja und Jürgen kehren auch nach Barth zurück. Falls das Boot länger ausfällt, muss ich mich um einen Mietwagen kümmern, da mein Touareg noch nicht repariert ist.

Track Prerow-Prerow

   Length 2D: 16.147NM
   Moving time: 04:41:32
   Stopped time: 00:36:50
   Max speed: 5.40kn
   Avg speed: 3.43kn
   Started: 2026-07-08 10:09:21+02:00
   Ended: 2026-07-08 14:50:53+02:00


Dienstag, 7. Juli 2026

Hafentag Prerow

Heute morgen hat es wieder ziemlich geblasen und auch geregnet, da mag man gar nicht aus dem Schlafsack kriechen. Immerhin konnte ich zum Frühstück wieder einen Kaffee genießen, den ich gestern beim Penny gekauft hatte. Tanja hatte gegen 10 Uhr wieder einen Arzttermin, zu dem Jürgen sie begleitete und Toby blieb bei mir. Es blieb wieder viel Zeit, um am Rechner zu spielen und die Internet-Verbindung via Hotspot zu optimieren. Immerhin konnte ich feststellen, dass mein Linux System ein Problem mit der DNS-Auflösung hat, unter Windows und Android trat das Problem nicht auf – mysteriös. Gegen 16 Uhr machten wir einen Spaziergang zur Apotheke, da die bestellten Pflaster jetzt angekommen waren. Anschließend haben wir Nudeln gekocht und an Bord gegessen. Am Abend gab es noch eine Gassirunde mit Toby.

Gassirunde

Unser Steg

Morgen soll der Wind nachlassen, die Temperaturen langsam steigen und es soll trocken bleiben. Also haben wir die Weiterfahrt nach Althagen (Ahrenshoop) geplant. Jürgen macht sich Gedanken wg. des Tiefgangs der 27er (1,3 m), da die Seekarten und Hafenhandbücher sich bzgl. Tiefe etwas widersprechen, es könnte knapp werden. Ein Anruf von mir beim Hafenmeister in Althagen führte aber zu der Aussage, dass das kein Problem sei. Schaun’ mer mal.

Montag, 6. Juli 2026

Hafentag Prerow

Nach einer erholsamen Nacht und langem Ausschlafen stellte ich fest, dass der in Barth gekaufte Kaffee nicht an Bord war. Offensichtlich habe ich den im Kofferraum vergessen, deshalb gab es Frühstück ohne Kaffee. Tanja hat heute um 11 Uhr einen Arzttermin zur Wundversorgung, daher haben wir unseren Aufenthalt in Prerow nochmal um 2 Tage verlängert. Heute Vormittag ist zwar wenig Wind, dafür regnet es und der Wind soll am Nachmittag wieder zunehmen. Das Barometer fällt jedenfalls schon wieder. Den Bückling von gestern hatten wir gestern Abend nicht mehr gegessen, der war dann als Mittagssnack heute dran.

Eigentlich ein Muss, aber den Termin schaffen wir nicht 😉

Abends war es dann an der Zeit, die Flasche Ouzo anzubrechen, die ich dabei hatte. Dazu noch etwas Bier und es ging wieder in die Koje.

Sonntag, 5. Juli 2026

Prerow Hafentag

Heute ist Sonntag und immer noch ziemlich böiger Wind. Wir schlafen aus und nach dem Frühstück geht es zu Fuß zur Seemannskirche und von dort durch den Wald bis zur Seebrücke.

Blick von der Seebrücke auf den Strand

Die 700 m auf der Seebrücke bis zum Nothafen sorgten durch den Wind für ziemliche Abkühlung. Selbst Toby, der Hund wurde fast weggeblasen. Der Nothafen war leer, aber wir konnten dann einen Motorsegler einlaufen sehen. Das Anlegemanöver war nicht einfach und sie sind zunächst längsseits gegangen, um eine Leine an den Hafenmeister zu übergeben. Danach wurde das Boot ausgerichtet.

Die Nis Randers ist im Nothafen stationiert

Auf dem Rückweg mussten wir die schwere Entscheidung treffen, wo wir einkehren und essen wollten. Das Angebot ist reichhaltig und bei der Fischgaststätte Rennhack wurden wir dann fündig. Jürgen hat dann noch Bücklinge für das Abendessen mitgenommen und uns zu einem Eis eingeladen. Auf dem Rückweg zum Boot kamen wir noch an einem geöffneten Penny vorbei und ich konnte noch Brot kaufen. Am Abend gab es noch einige Bier bei Tanja und Jürgen auf der 27er und dann war die Bettschwere erreicht.

Samstag, 4. Juli 2026

Barth → Prerow (Wasserwanderrastplatz)

Trotz unruhiger Wetterbedingungen habe ich erstaunlich gut geschlafen. Um 7 Uhr bin ich aufgestanden, da wir um 09:30 Richtung Prerow aufbrechen wollten. Fünf Minuten vorher meldet sich Jürgen mit Anlasser-Problemen (nach dem er vorher schon mit der Fock gekämpft hatte). Den Termin zu Brückenöffnung bei der Meiningenbrücke sah ich schon platzen, doch durch Klopfen und Schütteln ließ sich der Anlasser wohl überreden. Leicht verspätet ging es um 09:45 dann los. Das erste Stück Richtung Norden konnte ich bei 5 Bft. West mit der Fock zügig segeln und die verlorene Zeit reinholen. Richtung Westen ging es dann mit der Maschine an Zingst vorbei bis zur Meiningenbrücke, die wir gegen 11:30 erreichten – Brückenöffnung soll um 11:55 Uhr sein, also noch Zeit um sich entspannt mit dem Boot an den Wartedalben zu hängen.

Jürgen zieht es vor mit der Sunny, Kreise zu tuckern beim Warten. Dabei kommt er mit dem Boot offensichtlich zu sehr nach Osten ins Flach (60 cm) und sitzt prompt fest. Der Hilferuf erreichte mich per Funk, Terminplatzer Brückenöffenung die zweite, dachte ich und löste die Leine zum Dalben. Von der Luvseite habe ich mich langsam zur Sunny treiben lassen und habe mir von Tanja die Schleppleine rüberwerfen lassen. Ein leichter Ruck und etwas Schub, schon setzten wir uns in Bewegung und die Leine konnte gelöst werden. Kurz darauf saß die Sunny aber schon wieder fest, also das Ganze noch einmal. Wie mir Jürgen später erzählte, hatte er den Kartenplotter im "Head Up" Modus, wo die Karte nach der Fahrtrichtung ausgerichtet wird. Zusammen mit GPS-Schwankungen hat ihn die springende Karte bei dem Manöver so verwirrt, dass er nicht mehr wusste, wo die Fahrrinne ist. Beim zweiten Schleppmanöver habe ich die Sunny etwas weiter Richtung Brücke geschleppt. Bis zur Brückenöffnung waren wir fertig und es war auch nicht langweilig.

Nach der Brücke konnte der Wind quer über den Bodstedter Bodden so richtig angreifen und es gab auch Schaumkronen auf dem Wasser. Danach konnten wir den Kurs Richtung Norden ändern und waren bald in der alten Prerow, die von Schilf gesäumt ist und es kehrte etwas Ruhe ein. Auf der Prerow fror mein Cockpit-Plotter mehrfach ein, bis ich keine Lust mehr hatte, ihn neu zu starten. Hoffentlich hilft ein Software-Update. Da das Fahrwasser auf der Prerow ziemlich eng ist und mein Pinnenpilot sein Eigenleben ausleben musste, blieb ich an der Pinne und konnte das Boot für den Anleger am Wasserwanderrastplatz Prerow nicht vorbereiten. Also habe ich mich im Hafen erst einmal provisorisch an einen Dalben gehängt und in Ruhe die Fender und Leinen vorbereitet. Währenddessen haben Tanja und Jürgen mit der Sunny angelegt. Es gab Hafenkino vom feinsten – allerdings wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass Tanja sich beim Freischleppen an der Brücke einen Fingernagel herausgerissen hatte und entsprechend eingeschränkt war. Danach konnte ich in die Box daneben einfahren und festmachen.

 

Liegeplatz Wasserwanderrastplatz Prerow

Dann ging die Suche nach einer medizinischen Versorgung los. Es ist Samstag 14 Uhr und die Ärzte haben ihre Praxen geschlossen, die Apotheken sind auch zu. DLRG und Feuerwehr mit Rettungsstation sind auch geschlossen bzw. es macht niemand auf. Der telefonische Notdienst (116117) rät, dass wir ins nächste Krankenhaus nach Stralsund (50 km) oder Ribinitz-Damgarten (40 km) fahren sollen. Tolle Idee, mit den Booten – also Anruf beim einzigen Taxi-Unternehmen vor Ort. Das Fahrzeug ist gerade auf dem Weg nach Ribnitz-Damgarten und in ca. 45 Minuten bis 1 h verfügbar. Nach 1 ¼ h erneuter Rückruf von mir – wo bleibt das Taxi. Nach einer weiteren Viertelstunde kam dann tatsächlich das Taxi, mit dem Tanja und Jürgen nach Ribnitz-Damgarten fuhren. Toby (der Hund) und ich blieben bei den Booten. Tanja und Jürgen durften dann noch bis 21:30 Uhr im Krankenhaus warten, bis sie endlich behandelt wurden. Auf das Taxi zur Rückfahrt dürfen sie wieder 40 Minuten warten und werden sich die Zeit mit etwas Abendessen vertreiben. Ich erwarte die Beiden gegen 23 Uhr zurück. Solche Törntage brauchen wir nicht.

Track Barth-Prerow

   Length 2D: 12.761NM
   Moving time: 03:11:15
   Stopped time: 04:47:27
   Max speed: 5.24kn
   Avg speed: 3.96kn
   Started: 2026-07-04 09:38:21+02:00
   Ended: 2026-07-04 17:12:18+02:00


Freitag, 3. Juli 2026

Hafentag Barth

Die Nacht war unruhig und der Schlaf unterbrochen. Böen, Wellen und schlagende Fallen machten sich bemerkbar und der Stress der letzten Tage haben sich ausgewirkt. Heute war es bis zum späten Nachmittag bewölkt, danach kam die Sonne raus und es sah etwas freundlicher aus.

Screenshot Windy

Der Wind hat aber nicht nachgelassen.

 

Screenshot Windfinder

Gegen 14 Uhr hat die Messstation am Barther Flughafen über 42 kn Wind aufgezeichnet, also über 9 Bft. Wir haben noch Einkäufe erledigt und Jürgen hat noch an der 27er (Sunny) einige Dinge optimiert. Mittags ging es zum Fischer André und am Nachmittag gab es noch Kaffee und Kuchen auf der Sunny.


Zwischenzeitlich sind noch einige verwirrende Mails von der Rechtsanwaltskanzlei gekommen. Ich hatte eigentlich für die Geschäftsstelle Rostock alle Vollmachten unterzeichnet, jetzt meldet sich die Geschäftsstelle Brandenburg und will auch Vollmachten unter dem gleichen Aktenzeichen. Vermutlich haben die ihre Abläufe nicht im Griff – das kann ja noch heiter werden. Außerdem wollen die 30 €, wofür auch immer. Montag wird wohl ein Telefonat fällig. Eigentlich sollen die mir den Rücken frei halten und nicht noch zusätzlichen Aufwand verursachen.

Nach Studium der Windvorhersagen planen wir vorsichtig morgen nach Prerow aufzubrechen. Mal schauen wie sich der Wind morgen anfühlt. Ansonsten bleiben wir die nächsten Tage in Barth. Ab kommenden Donnerstag soll das Wetter sich beruhigen.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Ostseetörn - Start mit Hindernissen

Wir hatten den Törn zwei Tage vorgezogen, da Tanja wg. eines Jubiläums früher zurück sein muss. Kein Problem von der Planung gesehen. Ich war noch auf der Hamradio in Friedrichshafen am 26.06.2026, also sollte ich rechtzeitig zurück an der Ostsee sein. Jetzt hatte sich Bettina aber den Arm gebrochen und zwei unserer Autos hatten techn. Probleme. Also musste ich länger bleiben und habe Bettina noch am 30.06.2026 zum Orthopäden in Landsberg gefahren. Während wir in der Praxis waren, hat eine 87jährige meinen Touareg beim Ausparken erheblich beschädigt.

 

Sieht auf den ersten Blick gar nicht schlimm aus ...

Glück im Unglück: Der Touareg war noch fahrbereit.

Wg. Haftung von einer Werkstatt verpflastert

Also bin ich gestern Nacht die 865 km nach Millienhagen gefahren und habe noch das Gras gemäht.

Heute waren dann Termine mit der Autowerkstatt, einem Gutachter und Papierkrieg mit einer Anwaltskanzlei. Daneben musste ich noch die Törneinkäufe erledigen und das Boot einräumen. Heute ist an Auslaufen wie es mal geplant war, nicht mehr zu denken und morgen ist Starkwind angesagt. Also bleibe ich in Barth auf dem Boot – mobil bin ich nicht mehr, da das Auto in der Werkstatt geblieben ist. Auf einen Mietwagen habe ich verzichtet, da ich den während des Törns nicht benötige. Wenn die Versicherung des Unfallgegners nicht zickt, könnte das Auto bis zur Rückkehr sogar repariert sein, ansonsten ist zu dem Rückkehrtermin schon der Mietwagen reserviert.