Mittwoch, 9. Juli 2025

Gustow → MRC Peenemünde

In den frühen Morgenstunden gab es einen kräftigen Regenschauer, aber bis zum Aufstehen schien die Sonne und versprach einen schönen Tag. Um 9 Uhr wurden die Leinen losgeworfen und los ging es in den Strelasund Richtung Osten. Kurz nach dem Hafen fiel mein Plotter im Salon komplett aus und der Plotter im Cockpit fror ein. Erst nach längerer Zeit kam mir die angezeigte Position komisch vor. Nach Neustart beider Plotter liefen beide ohne Probleme durch. Vielleicht gab es ein Problem mit der Stromversorgung.

Mit dem Schmetterling durch den Strelasund
 

Der Wind aus NW war mit 10 – 13 kn mäßig und ab und zu gab es Böen mit 15 – 18 kn. Die Whisky segelte mit Fock und Groß zw. 3 und 5 kn. Im Laufe des Tages drehte der Wind über N auf NO. Kurz vor dem Neptungrund konnte ich den Kurs auf das Fahrwasser nach Peenemünde nicht mehr halten und musste einen Hohlschlag Richtung Norden einlegen. Danach konnte ich in das Fahrwasser Richtung Peene einbiegen. In der Peene kurz vor dem Hafen MRC Peenemünde (Campingplatz) kamen die Segel runter. Fast die gesamte Strecke konnte ich segeln. Damit geht ein schöner Segeltag zu Ende. Ca. 30 Minuten nach meine Ankunft meldeten sich Tanja und Jürgen, ich hatte ihnen einen Liegeplatz an den neuen Fingerstegen frei gehalten und konnte sie einweisen.

Fingerstege beim MRC Peenemünde

Nach Bezahlung der Hafengebühr und dem Abendessen in der „Zwiebel“ gab es bei mir an Bord noch einen Absacker und damit geht ein schöner Segeltag zu Ende.

Track Gustow-Peenemünde

   Length 2D: 27.601NM
   Moving time: 06:54:27
   Stopped time: 01:06:00
   Max speed: 5.34kn
   Avg speed: 3.99kn
   Started: 2025-07-09 09:11:19+02:00
   Ended: 2025-07-09 16:05:46+02:00


Dienstag, 8. Juli 2025

Barth → Gustow

Die gestrige Inspektion der Antriebswelle bei der Jan fand erst kurz vor Mittag statt, da vormittags Regenschauer durch gingen und der Mechaniker auf trockenes Wetter warten wollte. Festgestellt wurde ein ausgeschlagenes Wellenlager. Da die Stopfbuchse aber weiterhin dicht ist, wurde eine Probefahrt empfohlen und wenn kein Wasser eindringt, können wir los. Nach dem Törn sollte dann aber das Lager gewechselt werden. Nach der Probefahrt im Barther-Bodden war es dann zu spät um noch aufzubrechen.

Deshalb ging es heute früh um 9:15 Uhr los (geplant war 9 Uhr). Bei böigem Westwind 13 kn in Böen über 20 kn reichte die Fock.

Mit der Fock in der Grabow
 

Nach 3 h war Barhöft erreicht und wir waren rechtzeitig vor der Öffnung der Ziegelgrabenbrücke (15:20 Uhr) vor Ort und sind dann noch bis Gustow gesegelt. Leider hat der Hafen am Dienstag einen Ruhetag, so dass wir die Hafengebühr am Automaten entrichtet haben und anschließend Nudeln gekocht haben, dazu gab es eine leckere Nudelsoße mit Pilzen von Tanja.

Liegeplatz in Gustow

Kurz vor Barhöft hatte ich meine Seetoilette benutzt und beim Abpumpen offensichtlich Seegras in die Pumpe gesogen. Die Pumpe ist jetzt schwergängig und lässt sich nicht mehr auf reines Abpumpen umschalten. Ich überlege ob ich mit einer schlecht funktionierenden Pumpe den Törn durchziehe oder die Pumpe zerlege. Falls ich die Pumpe dabei komplett unbrauchbar mache, wäre es ärgerlich, deshalb zögere ich das Werkzeug in die Hand zu nehmen. Da hier im Hafen ein funktionierendes WLAN ist, lag eine Internet-Recherche nahe. Die hat mir Mut gemacht und die Jabsco-Pumpe ist wirklich leicht zu zerlegen. Das Eingangsventil war komplett verstopft und konnte auch nicht mehr schließen. Nach Reinigung und Zusammenbau funktioniert die Toilette wieder.

Seegras aus den Rückschlagventilen entfernt

Track Barth-Gustow

   Length 2D: 26.783NM
   Moving time: 07:31:21
   Stopped time: 00:50:10
   Max speed: 4.46kn
   Avg speed: 3.55kn
   Started: 2025-07-08 09:14:47+02:00
   Ended: 2025-07-08 16:55:58+02:00

 

Sonntag, 6. Juli 2025

Ankunft Tanja und Jürgen

Tanja und Jürgen sind mit Ihrer Jan gestern etwas verspätet angekommen, geplant war 10 Uhr, es wurde aber 12:45 Uhr. Deshalb rief Tanja von unterwegs an und bat mich, bei Lingrön in Barth einen Wasserabscheider für die Jan zu besorgen, da das Ersatzteil dringend benötigt wird und Lingrön Samstag um 12 Uhr schließt. Der Verkäufer war mit anderen Kunden beschäftigt und ich musste entsprechend warten. Danach haben wir gemeinsam nach einem passenden Wasserabscheider gesucht mit wenig Erfolg. Dann kam der Chef persönlich hinzu, griff ins Regal und hatte das passende Teil. Zwischenzeitlich kamen Tanja und Jürgen auch an und konnten den Wasserabscheider persönlich kaufen.

Danach wurde bei Marks gegenüber gekrant und die Jan kam ins nasse Element ohne weitere Zwischenfälle. Danach beichtete Jürgen weitere Baustellen auf der Jan. Nach den Impeller-Problem im letzten Jahr musste er den Wärmetauscher inspizieren und dazu den Motor ausbauen. Nach dem anschließenden Wiedereinbau des Motors funktionierte die Schaltung des Wendegetriebes nicht mehr. Da es gestern relativ windstill war und heute mehr Wind angekündigt war, beschlossen wir, zunächst den Mast zu stellen und die Segel anzuschlagen. Dabei wurde leider das Fockfall eingeklemmt und beschädigt, allerdings kann das Fockfall trotzdem weiter verwendet werden.

Heute kam ich kurz nach 10 Uhr wieder nach Barth zum Boot von Tanja und Jürgen. Zwischenzeitlich hatte Jürgen die Antennen und den Plotter angeschlossen sowie den neuen Wasserabscheider montiert und das Kraftstoffsystem entlüftet. Nach Besichtigung des Wendegetriebes hatte ich einen Verdacht und vorgeschlagen, die Befestigung des Bowdenzuges zu versetzen, da die Abstände offensichtlich nicht mehr passten. Die Arbeite durfte ich dann auch gleich ausführen und war von Erfolg gekrönt. Nun sollte noch die Propellerwelle wieder am Flansch befestigt werden, die Jürgen gelöst hatte, um das Wendegetriebe unabhängig von der Stopfbuchse drehen zu können wegen des Schaltungs-Problems. Die passenden Schrauben und Muttern waren allerdings nicht auffindbar. Nach einiger Sucherei tauchten die Schrauben und Muttern glücklicherweise in einer Plastiktüte wieder auf. Bei der Montage am Flansch flüchtete allerdings eine Mutter unter den Motor und versteckte sich dort. Der Motor musste daher vom Salon aus wieder etwas frei gelegt werden und mit Hilfe eines Teleskopstabes, einigen Verrenkungen und Verwünschungen gelang es Jürgen, die Mutter wieder einzufangen und die Montage am Flansch fertig zu stellen. Es folgte ein Probelauf nach Spülung der Stopfbuchse. Die Schraube dreht und Vor- und Rückwärtsgang funktionieren. Leider zeigt die Welle eine kleine Unwucht, was uns nachdenklich stimmt. Am morgigen Montag will Jürgen dazu noch eine fachkundige Meinung dazu von der Werft anhören. Wir gehen aber davon aus, dass wir morgen unseren Törn beginnen können.

Nach den Arbeiten am Boot fehlte noch Kraftstoff für den Reservekanister. Diesel ohne Biozusätze gibt es leider nicht an jeder beliebigen Tankstelle. Deshalb erfolgte ein Ausflug nach Grimmen zur Aral-Tankstelle, um Ultimate-Diesel zu kaufen. Nach einem kurzen Stadtrundgang in Grimmen und einem Mittagessen bei einem Döner-Restaurant fuhren wir zum Kaffee noch zu uns nach Millienhagen. 

Mittwoch, 7. Mai 2025

Ansegeln mit Hund

Heute war das ideale Wetter (7 kn Ost) um zu probieren, ob ich allein (Einhand) mit unserem Hund (Langhaar Dackeldame) auf dem Boot klar komme. Deshalb kam auch nur die Fock zum Einsatz, damit ich bei Bedarf schnell die Hände frei habe für den Hund.

 

Lieblingsplatz Salontisch mit Aussicht auf das Wasser

Der Hund war tiefenentspannt, da ich in der Nähe war. Es war langsames, aufrechtes Segeln. Die Luft war zwar kalt, aber hinter der Sprayhood in der Sonne war es angenehm.

Auf dem Weg nach Dabitz

Gegen 15 Uhr kamen wir in Dabitz an und ich freute mich auf einen Snack bei der dortigen Gastronomie. Leider Fehlanzeige, die Gemeinde ist auf der Suche nach einem Pächter.

Endlich wieder schnüffeln

Es blieb vor Ort bei einer Gassi-Runde und dann war es Zeit für den Rückweg. 

Raumwind auf dem Rückweg nach Barth

Den Rückweg konnten wir überwiegend segeln, da wir Raumwind hatten. Da alles so gut geklappt hat, werden die nächsten Törns etwas länger 😄.

Montag, 5. Mai 2025

Saisonbeginn an der Ostsee

Nach dem Elba-Törn stand das Boot ca. 3 Wochen in Bayern bevor ich weiter in den Norden fuhr. Ein Krantermin war schnell ausgemacht und am 28.04. stand ich dann mit dem Boot auf dem Trailer vor dem Travellift.

 

Warten vor dem Travellift

Diesmal ging es sehr schnell ohne dass ich länger warten musste. Es war auch fast windstill und ich bekam meinen alten Sommer-Liegeplatz wieder.  

Mein Stamm-Liegeplatz

Ein paar Tage später (03.05.) fand ich dann Zeit zum Mast stellen. Da bin ich mittlerweile auch routiniert und benötige nur kurz Hilfe (diesmal von zwei Damen vom Nachbarsteg) um den Bolzen am Mastfuß einzuführen und die Jütgabel anzuheben. Nach knapp 3h war alles erledigt.

Mast steht
Heute konnte ich dann den Baum montieren, die Segel anschlagen und die Sprayhood aufbauen. Damit bin ich segelfertig und warte auf passendes Wetter 😎.


 

Montag, 31. März 2025

Statistik Elba Törn

So früh im Jahr war ich mit dem Boot noch nie auf dem Wasser. Der Aufwand, der dazu betrieben werden musste, war nicht unerheblich.

Gesamtstrecke Rund Elba 2025

Strecke

Datum Start

Dauer (h)

Distanz (NM)

Geschw. Durchschn. (kn)

Geschw. Max (kn)


Porto Verde – Marina di Scarlino

15.03.25 08:47

00:07

0,4

2,9

0,0


Marina di Scarlino – Porto Azzurro

16.03.25 08:31

05:51

19,8

3,4

4,4


Porto Azzurro – Portoferraio

17.03.25 09:11

06:12

18,1

2,9

4,4


Portoferraio – Capraia

19.03.25 08:21

06:53

27,4

4,0

4,7


Capraia – Port Toga

20.03.25 07:16

07:52

28,6

3,6

4,6


Port Toga – Marciana Marina

22.03.25 08:08

08:17

34,3

4,1

5,4


Marciana Marina – Porto di Campo

24.03.25 07:36

06:26

18,8

2,9

4,2


Porto di Campo – Porto Azzurro

25.03.25 08:37

05:45

16,7

2,9

4,5


Porto Azzurro – Marina di Scarlino

26.03.25 08:32

04:35

19,7

4,3

5,5


Marina di Scarlino – Porto Verde

28.03.25 10:53

00:10

0,6

2,9

0,0


Summe/Schnitt

 

52:13

184,3

3,4

3,8

Transport-Kosten:

  • Treibstoff ab/bis Mecklenburg: ca. 3.400 km, Durchschnittsverbrauch ca. 14 l / 100 km Diesel, Durchschnittspreis Diesel ca. 1,70 € / l ergibt 595,- €.
  • Straßengebühren Italien ca. 2 x 100,- € 
  • Vignette Schweiz für Zugfahrzeug und Trailer: 88,- €
  • Kranen und Trailer-Stellplatz: 300,- €

 Summe: 1.183 € bis das Schiff vor Ort im Wasser liegt.

Mein Fazit: Es war schön und eine Erfahrung mit dem eigenen Boot über die Alpen ans Mittelmeer zu fahren, die ich nicht missen möchte. Allerdings leidet das Boot durch die teilweise schlechten Straßen mit Schlaglöchern und Frostaufbrüchen, die gerade bei Dunkelheit nicht zu erkennen sind. Es gibt einige Stellen (bei der Bugstütze, bei den Gurtführungen) wo das Gelcoat gelitten hat und nachgebessert werden muss. Legt man die Transport-Kosten bei mehreren Booten zusammen und vergleicht das mit den Kosten für ein größeres Charterboot für alle Teilnehmer, kommt man vermutlich auf den gleichen Betrag (und spart bei den Hafengebühren). Für so kurze Zeiträume (die den Urlaubszeiten noch arbeitender Teilnehmer geschuldet sind) würde ich Charter vorziehen. Erst ab ca. 4 Wochen Törn lohnt sich das eigene Boot wirklich.

Freitag, 28. März 2025

Marina di Scarlino Abreise

Für mich bleibt heute nicht viel zu tun, da das Boot fast bereit zum Kranen ist. Lediglich am Strom hängt die Whisky noch und die Sprayhood als Wind- und Regenschutz hatte ich noch aufgebaut gelassen. Edgar und Benedikt legen bei der Tabasco Due den Mast und laden die Segel und andere schwere Dinge in ihr Zugfahrzeug.

Um 14:30 Uhr starten wir zum Kran in den Fluß neben der Marina. Dazu müssen wir die Marina verlassen. Der bereits erwähnte Saugbagger ist immer noch im Einsatz und versperrt die Hafenausfahrt.

Saugbagger am Stahlseil quer vor der Hafeneinfahrt

Deshalb melde ich unseren Aufbruch rechtzeitig per VHF Kanal 72 beim Hafenmeister an. Der erwartet uns dann auch beim Saugbagger mit seinem Schlauchboot, verbreitet Hektik und gibt auf italienisch Kommandos, die wir nicht verstehen. Letztlich kommen wir am Saugbagger vorbei und können zum Travellift motoren. Zuerst wird die Tabasco Due ausgekrant, dann die Whisky.

Der Trailer wartet schon

Die Kosten (Ein-/Auskranen, Gespann parken) sind mit 300 € günstig. Ausgerechnet jetzt muss es wieder anfangen zu regnen. Nach dem Bezahlen werden die Boote auf dem Trailer noch angegurtet, wir verabschieden uns und dann geht es gegen 16:30 Uhr schon los Richtung Heimat.

Bereit zur Heimreise

Ich fahre in die Dunkelheit hinein übernachte kurz vor der Tangenziale Mailand auf einem Rasthof.

Update: Morgens um kurz vor 6 Uhr geht es weiter über den San Bernardino bei Schneeregen und weiter Regenwetter auf der Alpennordseite bis nach Windach. Gegen 12:30 Uhr am Folgetag bin ich am Ziel.