Mittwoch, 19. März 2025

Portoferrairo → Capraia

Als Peter und Ernst heute morgen vom Arzt zurück kamen, teilte Peter uns mit, dass er die Heimreise antreten will. Er möchte den Status von seinem Hausarzt klären lassen und daher bis Freitag daheim sein. Daher sind Ernst und Peter zunächst in Portoferrairo geblieben und der Rest ist Richtung Capreia aufgebrochen. Der Wind war wie erwartet für mich zu schwach zum Segeln.

Nach ca. einer Stunde Segelversuch habe ich den Motor angeworfen und bin bis Capraia per Motor gefahren.

Treibgut voraus

Unterwegs musste ich wieder einem Baumstamm ausweichen, wie schon auf dem Weg nach Porto Azzurro.

Carpraia in Sicht

Gegen 16:20 Uhr war ich vor dem Hafen von Capreia und konnte uns per Funk via VHF 69 anmelden.

Marina Einfahrt voraus

Bei fast Windstelle war das Anlegen leicht und der Marinero wartete schon und reicht mir die Muring-Leine. Kurz darauf kamen Edgar und Benedikt gefolgt von Christian und Christine. Wir bekamen drei Liegeplätze nebeneinander. Da die Steckdosen am Steg zu groß für uns waren, bekamen wir einen Steckdosen-Adapter. Liegeplatz-Gebühr: 15 €. Toiletten kosten extra (1 €), Duschen sind nicht verfügbar.

Blick von oben auf die Marina

Edgar, Benedikt und ich sind noch bis zur Festung im Ort hoch gestiegen und haben uns die Beine vertreten. Anschließend ging es noch in die Pizzeria am Hafen zum Abendessen. Morgen wollen wir früh aufbrechen (8 Uhr) Richtung Bastia, um dem angekündigten stärkeren Wind (bis zu 20 kn) auszuweichen.

Track Portoferraio - Capraia

    Length 2D: 27.414NM
    Moving time: 06:53:31
    Stopped time: 01:24:13
    Max speed: 4.68kn
    Avg speed: 3.97kn
    Started: 2025-03-19 08:21:46+01:00
    Ended: 2025-03-19 16:39:30+01:00

Dienstag, 18. März 2025

Portoferraio Hafentag

Der frische Wind aus SO wäre für eine rasche Überfahrt nach Capraia ideal gewesen, doch der Morgen begann mit einer schlechten Nachricht. Peter nimmt Blutverdünner und hatte sich vorgestern beim Knien auf einem Seil einen Bluterguss zugezogen. Über Nacht hatten sich die Einblutungen verschlimmert und er hat auch Schmerzen bekommen. Das einzige Krankenhaus auf Elba ist glücklicherweise nur 20 Minuten Fußweg entfernt. Also gingen Peter und sein Mitsegler Ernst zur Notaufnahme und der Rest zum Hafenmeister zur Verlängerung der Liegezeit. Ich habe dann das Plotter-Problem analysiert und einen Hilferuf im Segeln-Forum gestartet. Gegen Mittag waren Peter und Ernst aus der Notaufnahme zurück. Offensichtlich war Peters Blutverdünner zu hoch dosiert und hat das Problem verschlimmert. Per Infusion wurde die Überdosis reduziert und er soll den Blutverdünner zunächst weglassen. Morgen Früh hat er noch einen Besprechungstermin beim Arzt. Nachmittags sind wir noch zur Festung hochgestiegen und haben die Aussicht auf den Hafen genossen, uns noch Espresso mit Kuchen gegönnt und in der Sonne gesessen.

 

Pinacoteca Foresiana

Blick über die Dächer

Stadthafen von oben

Nochmal der Stadthafen

Geplant ist, morgen den Schlag nach Capraia zu machen, allerdings sind die Windverhältnisse für mich ungünstig, da zu schwach. Vermutlich werde ich den Motor wieder zeitweise einsetzen müssen.

Montag, 17. März 2025

Porto Azzurro → Portoferraio

Die Nacht war ruhig und wir konnten pünktlich um 9 ablegen. Der Wind kam zunächst aus NO (Vorhersage war SO) und wir mussten aus der Bucht Richtung SO einen Holeschlag machen. Bei ca. 7 kn Wind und über 0,5 m Welle hieß das fast Stillstand. 


Edgar mit der Biga (Festkiel) und Peter mit der Neptun 22 segelten mir davon. Deshalb habe ich bis zum Nordkap bei Elba eine Motoretappe eingelegt und konnte dann bis Portoferraio segeln.


Capo Vita

Nach Anmeldung auf VHF 09 hat mich der Hafenmeister eingewiesen. Wir liegen an Muring-Leinen im alten Stadthafen.

Peter, Benedikt, Edgar und Ernst hinter unseren Booten

Nach dem Anlegeschluck musste ich mich erst einmal um den Plotter kümmern, der unregelmäßig einfriert und dann neu gestartet werden muss. Das passiert meist im unpassendsten Moment. Im zugehörigen Repository war ein Update verfügbar, was ich eingespielt habe. Das war zunächst ein Fehler, denn danach funktionierte das Plugin mit der Helligkeitsregelung nicht mehr.

Abends sind wir dann gemeinsam Essen gegangen in eine Trattoria. Es gab reichlich Hauswein, als Vorspeise für die große Gruppe alles mögliche auf dem Tisch und als Hauptgericht dann eine wohlschmeckende Pizza. Nach dem Genuss von reichlich Hauswein war die Bettschwere da und ich habe gut geschlafen.

Track Porto Azzurro - Portoferraio

    Length 2D: 18.094NM
    Moving time: 06:12:41
    Stopped time: 08:28:48
    Max speed: 4.35kn
    Avg speed: 2.91kn
    Started: 2025-03-17 09:11:43+01:00
    Ended: 2025-03-17 23:54:06+01:00

Sonntag, 16. März 2025

Marina di Scarlino → Porto Azzurro

Heute sind wir um 9 Uhr ausgelaufen um zunächst die Boote und Segel zu überprüfen. Vorhergesagt war 2 – 3 Bft, so dass wir wenig Segelchancen gesehen hatten. Mit jeder Wolke änderten sich aber die Windverhältnisse bzgl. Richtung und Stärke, so dass wir den Kurs Richtung Elba beibehielten.

Elba voraus

Edgar mit seiner Biga 26.2 und Festkiel konnte überwiegend segeln, während Peter mit seiner Neptun 22 ab und an den Motor zur Unterstützung mitlaufen ließ. Ich bin nur mit der Fock gesegelt und habe den Motor mit laufen lassen, da mich die häufigen Regenwolken störten. Ich habe befürchtet mit gesetztem Groß im böigen Regen nicht von der Pinne weg zukommen. So konnte ich mit Fock und Motor den Pinnenpiloten arbeiten lassen und mich ggf. unter die Sprayhood retten.

Porto Azzurro voraus

Die 16 NM bis Azzurro hatten wir dann bis 15 Uhr hinter uns und konnten nebeneinander im Hafen anlegen. Das rückwärts Anlegen mit Muring kannte ich noch von Charterzeiten, mit der Whisky und Einhand war es allerdings das erste Mal. Ich habe als letztes angelegt und meine Segelkollegen auf dem Steg und der Marinero haben die Heckleinen angenommen, so dass das Manöver bei wenig Wind im Hafen problemlos gelang. Liegegebühr 20 €, WLAN gratis, Toilettengebühr 1 €, Duschen 2,50 €.

Platz am Hafen

Danach gab es erst einmal den Anlegeschluck, etwas Bewegung und einen Espresso. Leider hat es beim Spaziergang wieder geregnet und wir sind wieder in die Boote gestiegen. Bei den Wetterverhältnissen freue ich mich über meine Dieselheizung im Boot. Um 19 Uhr ging es dann zum Essen in ein kleines unscheinbares Restaurant zum Essen. Es gab diverse selbst gemachte Fischgerichte und Hauswein dazu. Gegen 22 Uhr haben wir dann den Rückweg angetreten.

Christine und Christian sind mit ihrer 29er Neptun in Scarlino geblieben, da noch Arbeiten am Boot fällig waren. Sie wollen morgen direkt zu unserem Zielhafen Portoferraio kommen.

Track Marina di Scarlino - Porto Azzurro

    Length 2D: 19.775NM
    Moving time: 05:51:49
    Stopped time: 09:13:49
    Max speed: 4.42kn
    Avg speed: 3.35kn
    Started: 2025-03-16 08:31:32+01:00
    Ended: 2025-03-16 23:37:10+01:00 (Plotter nach dem Anlegen nicht abgeschaltet)

Samstag, 15. März 2025

Kranen Porto Verde

Die Nacht verging überraschend schnell, ich habe fast durchgeschlafen. Als draußen die ersten Geräusche wahrnehmbar waren, um 6:30 Uhr bin ich aufgestanden und habe mich draußen umgesehen.

Der Kran wartet schon

Edgar und Benedikt stellen den Mast auf dem Trailer

Auf der Werft kamen die Arbeiter und auch Edgar und Benedikt kamen aus ihrem Boot. Von der Werft hieß es, wir wären um 9 Uhr dran mit Kranen. Edgar und Benedikt haben dann gleich den Mast auf dem Trailer gestellt. Mir war das mit dem kurzen Zeitfenster zu stressig, deshalb habe ich lediglich das Kranen vorbereitet (Spanngurte entfernt, Leinen und Fender angebracht). Um 8:30 Uhr konnte ich schon unter den Kran fahren und war ziemlich schnell im Wasser.

Das nasse Element wartet schon

Die Mannschaft war professionell und vorsichtig. Anschließend habe ich noch das Auto mit dem Trailer auf einen eingezäunten Abstellplatz gebracht und dann ging es mit dem Boot in die Marina nebenan. Der Motor sprang erfreulicherweise sofort an.

Christine und und Christian waren gestern schon angereist und wurden gekrant, sie hatten mitgeteilt, dass sie auf Platz E49 lagen. Also habe ich Steg E angesteuert und konnte direkt daneben auf E47 anlegen. Beide haben mich erst einmal zu einem Kaffee eingeladen, den ich gerne angenommen habe. Danach ging es zum Hafenmeister zur Anmeldung. Wir bekamen erst einmal einen Rüffel, weil wir uns einfach Liegeplätze gesucht hatten, zukünftig sollen wir vorher anrufen, dann würden Liegeplätze zugewiesen. Liegegebühr 25 € + 20 € Pfand für die Zugangskarte zu den Waschräumen.

Da das Wetter gerade trocken und wenig windig war, haben wir (Christian und Christine mit ihrer N29 und ich mit der Whisky) mit Maststellen begonnen. Bei der 29er von Christine und Christian ein größeres Unterfangen, aber mit gegenseitiger Hilfe wurde auch das geschafft. Gegen Mittag kam wieder ein Niederschlagsgebiet mit entsprechenden Böen, so dass wir uns in die Boote verkrochen haben. Danach konnte ich noch die Segel anschlagen und Wasser tanken. Damit bin ich segelfertig.

Heute Abend geht es noch zum Essen in die Hafen-Pizzeria.

Freitag, 14. März 2025

Windach → Marina di Scarlino

Morgens um 10 Uhr ging es von Windach auf die A96 Richtung Schweiz.

 

Vor dem Ankuppeln in Windach

Vorgestern hatten wir das Boot schon aus Mecklenburg geholt, ich wusste also was mir bevor steht – ca. 11 -12 Stunden Fahrt mit dem Trailer. Diese Fahrt hatte allerdings alles zu bieten: Ruhiger Verkehr auf der A96, dann wilde Verkehrsführung beim Grenzübergang von Österreich in die Schweiz, dann wieder ruhiges Fahren bis hinter Chur, danach einspurig die Via Mala und mit wechselnden Fahrbahnbreiten ging es dann über den San Bernardino mit Fahren in den Wolken (Nebel) und Temperaturen von 3°C auf der Passhöhe (1.655 m). Rechts und links lag ein halber Meter Schnee, die Fahrbahn war aber geräumt und gut befahrbar.

Passhöhe San Bernardino

Zurück auf Talniveau war wieder ruhiges Fahren angesagt mit einem Baustellen-Intermezzo hinter dem Grenzübergang nach Italien und weiter bis zum Autobahnring um Mailand. Es war Freitag Nachmittag und viel Verkehr. Die Routenhinweise vom Navi waren auch mäßig, so dass ich einmal falsch abgebogen bin. Das konnte ich glücklicherweise mit einer kleinen Ehrenrunde schnell korrigieren.

Weiter ging es Richtung Bologna und bei Parma zweigte dann die Autobahn Richtung La Spezia ab. Nach kurzer erholsamer Fahrt, ging es durch die Berge und es folgten im Wechsel Brücken und Tunnel mit Kurven, die ich mit Bootstrailer höchstens mit 60 km/h befuhr. Dazu kam wieder Dauerregen und stellenweise wieder Wolken (Nebel). Dann wurde es allmählich dunkel und im Blindflug ging es dann durch die vielen Baustellen und Schlaglöcher auf der Autobahn. Ca. 70 km vor dem Ziel war dann die Autobahn zu Ende (mit Zahlstelle, da waren 80 € fällig) und es ging auf einer noch schlechteren Staatsstraße weiter. Mein Plan war, auf dem letzten Rasthof (Autogrill) vor dem Ziel zu übernachten, da ich nicht wusste ob am Ziel offene Toiletten sind.

Tote Hose auf dem Rasthof

Leider war der Rasthof komplett geschlossen und da ich bei dem Regen nicht zurück fahren wollte, bin ich doch bis zum Ziel gefahren und habe mich im Boot schlafen gelegt. Die Yacht von Edgar und Benedikt war auch schon da und beide schliefen schon auf dem Boot.

Dienstag, 11. März 2025

Reisevorbereitung für den Elba-Törn

Schon seit 1-1/4 Jahren freue ich mich auf den Flottillentörn Rund-Elba, den Peter aus dem Neptun-Forum vorgeschlagen hat. Nach langer Vorfreude und theoretischer Vorbereitung fingen in den letzten Tagen die praktischen Vorbereitungen an. Wir sind nach Mecklenburg zum Boot gefahren, haben Polster, Segel und Lebensmittel eingeladen und heute kam das Boot an den Haken und aus der Scheune.

Whisky auf dem Trailer und am Haken

Morgen geht es auf die Autobahn zur ersten Etappe bis nach Windach. Danach sollte es eigentlich unmittelbar (Ankunft Freitag) weiter gehen nach Scarlino (Puntone) zum Kran. Leider sind die Wetteraussichten für Freitag nicht schön.

Grib-Darstellung vom Zielgebiet für Freitag

Es sind Böen bis 8 Bft. angekündigt und ausgiebige  Niederschläge. Das hört sich nach verkriechen im Trockenen und abwarten an - das kann ich besser daheim. Daher wird die Fahrt einen Tag verschoben, für Samstag ist die Wetterprognose deutlich günstiger (weniger Wind und Regen).

Während der Arbeiten am Boot wurden wir lautstark von Kranichen auf dem benachbarten Acker unterhalten. Offensichtlich haben die schon Frühlingsgefühle.

Kranichkolonie