Montag, 31. März 2025

Statistik Elba Törn

So früh im Jahr war ich mit dem Boot noch nie auf dem Wasser. Der Aufwand, der dazu betrieben werden musste, war nicht unerheblich.

Gesamtstrecke Rund Elba 2025

Strecke

Datum Start

Dauer (h)

Distanz (NM)

Geschw. Durchschn. (kn)

Geschw. Max (kn)


Porto Verde – Marina di Scarlino

15.03.25 08:47

00:07

0,4

2,9

0,0


Marina di Scarlino – Porto Azzurro

16.03.25 08:31

05:51

19,8

3,4

4,4


Porto Azzurro – Portoferraio

17.03.25 09:11

06:12

18,1

2,9

4,4


Portoferraio – Capraia

19.03.25 08:21

06:53

27,4

4,0

4,7


Capraia – Port Toga

20.03.25 07:16

07:52

28,6

3,6

4,6


Port Toga – Marciana Marina

22.03.25 08:08

08:17

34,3

4,1

5,4


Marciana Marina – Porto di Campo

24.03.25 07:36

06:26

18,8

2,9

4,2


Porto di Campo – Porto Azzurro

25.03.25 08:37

05:45

16,7

2,9

4,5


Porto Azzurro – Marina di Scarlino

26.03.25 08:32

04:35

19,7

4,3

5,5


Marina di Scarlino – Porto Verde

28.03.25 10:53

00:10

0,6

2,9

0,0


Summe/Schnitt

 

52:13

184,3

3,4

3,8

Transport-Kosten:

  • Treibstoff ab/bis Mecklenburg: ca. 3.400 km, Durchschnittsverbrauch ca. 14 l / 100 km Diesel, Durchschnittspreis Diesel ca. 1,70 € / l ergibt 595,- €.
  • Straßengebühren Italien ca. 2 x 100,- € 
  • Vignette Schweiz für Zugfahrzeug und Trailer: 88,- €
  • Kranen und Trailer-Stellplatz: 300,- €

 Summe: 1.183 € bis das Schiff vor Ort im Wasser liegt.

Mein Fazit: Es war schön und eine Erfahrung mit dem eigenen Boot über die Alpen ans Mittelmeer zu fahren, die ich nicht missen möchte. Allerdings leidet das Boot durch die teilweise schlechten Straßen mit Schlaglöchern und Frostaufbrüchen, die gerade bei Dunkelheit nicht zu erkennen sind. Es gibt einige Stellen (bei der Bugstütze, bei den Gurtführungen) wo das Gelcoat gelitten hat und nachgebessert werden muss. Legt man die Transport-Kosten bei mehreren Booten zusammen und vergleicht das mit den Kosten für ein größeres Charterboot für alle Teilnehmer, kommt man vermutlich auf den gleichen Betrag (und spart bei den Hafengebühren). Für so kurze Zeiträume (die den Urlaubszeiten noch arbeitender Teilnehmer geschuldet sind) würde ich Charter vorziehen. Erst ab ca. 4 Wochen Törn lohnt sich das eigene Boot wirklich.

Freitag, 28. März 2025

Marina di Scarlino Abreise

Für mich bleibt heute nicht viel zu tun, da das Boot fast bereit zum Kranen ist. Lediglich am Strom hängt die Whisky noch und die Sprayhood als Wind- und Regenschutz hatte ich noch aufgebaut gelassen. Edgar und Benedikt legen bei der Tabasco Due den Mast und laden die Segel und andere schwere Dinge in ihr Zugfahrzeug.

Um 14:30 Uhr starten wir zum Kran in den Fluß neben der Marina. Dazu müssen wir die Marina verlassen. Der bereits erwähnte Saugbagger ist immer noch im Einsatz und versperrt die Hafenausfahrt.

Saugbagger am Stahlseil quer vor der Hafeneinfahrt

Deshalb melde ich unseren Aufbruch rechtzeitig per VHF Kanal 72 beim Hafenmeister an. Der erwartet uns dann auch beim Saugbagger mit seinem Schlauchboot, verbreitet Hektik und gibt auf italienisch Kommandos, die wir nicht verstehen. Letztlich kommen wir am Saugbagger vorbei und können zum Travellift motoren. Zuerst wird die Tabasco Due ausgekrant, dann die Whisky.

Der Trailer wartet schon

Die Kosten (Ein-/Auskranen, Gespann parken) sind mit 300 € günstig. Ausgerechnet jetzt muss es wieder anfangen zu regnen. Nach dem Bezahlen werden die Boote auf dem Trailer noch angegurtet, wir verabschieden uns und dann geht es gegen 16:30 Uhr schon los Richtung Heimat.

Bereit zur Heimreise

Ich fahre in die Dunkelheit hinein übernachte kurz vor der Tangenziale Mailand auf einem Rasthof.

Update: Morgens um kurz vor 6 Uhr geht es weiter über den San Bernardino bei Schneeregen und weiter Regenwetter auf der Alpennordseite bis nach Windach. Gegen 12:30 Uhr am Folgetag bin ich am Ziel.

 

Donnerstag, 27. März 2025

Marina di Scarlino Hafentag

Morgens nach dem Aufwachen ist von Starkwind wenig zu spüren. Aber nach dem Frühstück frischt der Wind laufend auf. Ich nutze den Vormittag um den Mast zu legen, als Vorarbeit muss das Solarpanel abgebaut werden, da es über der Stützrolle thront. Das Mastlegen funktioniert mittlerweile fast allein. Lediglich zum Ziehen des Bolzens am Mastfuß benötige ich Hilfe, da der Mast herunter gedrückt werden muss und anschließend vor gezogen werden muss. Dabei hakt die Saling gern an der Stützrolle und auch das Vorstag an der Jütgabel sollte etwas geführt werden. Sobald der Mast vorgezogen an Deck liegt, kann ich allein weiter machen. Edgar und Benedikt verabschieden sich zu einer ausgedehnten Einkaufstour mit ihrem Zugfahrzeug in der Umgebung und ich fixiere noch den Mast für den Transport. Zwischenzeitlich haben wir von unserer Werft (Porto Verde) auch den Krantermin für morgen 15 Uhr bekommen.

Der Mast ist reisefertig verschnürt

Nachmittags unternehme ich einen Dorfrundgang in Puntone. Es gibt viele (noch) leerstehende Ferienwohnungen am Hang mit Meeresblick und im Dorfkern ein Restaurant, eine Bar, einen Metzger und ein Lebensmittelgeschäft mit Restauration neben den Werften.

Blick vom Hang über den Hafen

Abends gehen wir noch gemeinsam Essen im Dorfrestaurant, die Pizza schmeckt vorzüglich.

 

Mittwoch, 26. März 2025

Porto Azzurro → Marina di Scarlino

Da es morgen Starkwind gibt und das Auskranen noch vor dem Wochenende erfolgen muss, ist das heutige Ziel der Ausgangshafen und damit auch das Ende des Törns. Morgens ist Bendedikt da erste mal erfolgreich mit seiner Angelei. Er fängt (an seinem 26. Geburtstag) vier Fische, die er auf dem Steg gleich ausnimmt und dann in den Kühlschrank packt.

Abschied von Porto Azzurro bei schönem Wetter

Gegen 10 kommen wir los und rechnen mit einem gemächlichen Segelschlag am Wind Richtung Scarlino. Kurz nach dem Hafen setze ich Segel und es geht mit 1 – 2 kn voran. Je weiter ich mich von Elba entferne wird der Wind stärker und auch der Windwinkel geht langsam auf Halbwind. Bald läuft die Whisky 4,5 kn und auch deutlich über 5 kn sind zeitweise auf der Logge zu sehen. Die 18 NM sind damit überraschend schnell abgespult. Gegen 15 Uhr kann ich unter einer Regenwolke mit entsprechenden Windböen die Segel bergen und in den Hafen einlaufen. Mein Versuch per VHF Kanal 72 Kontakt aufzunehmen schlägt leider fehl. Trotzdem erwartet mich am Hafeneingang ein Marinero im Schlauchboot und weist mich ein, da Edgar und Benedikt vor mit eingelaufen sind, mich vor dem Saugbagger in der Hafeneinfahrt gewarnt haben und angekündigt haben. Die Regenwolke ist weiter aktiv und stört etwas beim Anlegen gegen den Wind. Ich hatte gehofft, am Ziel die Segel noch trocken bergen zu können – wurde aber enttäuscht.

Ankunft in der Marina di Scarlino bei Schlechtwetter

Nach der Anmeldung im Hafenbüro gab es bei Edgar auf dem Boot den Anlegeschluck. Zwischenzeitlich hatte sich die Regen- und Hagelwolke ausgetobt und die Sonne kam wieder hervor bei fast Windstille. Daher rollen wir die Segel zum Trocknen aus. Danach schlage ich die Segel ab und demontiere den Baum. Mittlerweile ist es Zeit zum Abendessen. Edgar hat seinen Grill angeworfen und die Fische von heute Morgen werden gegrillt.

Frischer Fisch zum Abendessen

Dazu gibt es einen Gurken- und Tomatensalat und noch etwas Brot. Nach dem Abwasch lassen wir den Abend noch bei einem Bier und etwas politischer Diskussion ausklingen.

Track Porto Azzurro - Marina di Scarlino

    Length 2D: 19.720NM
    Moving time: 04:35:14
    Stopped time: 01:18:20
    Max speed: 5.45kn
    Avg speed: 4.29kn
    Started: 2025-03-26 08:32:51+01:00
    Ended: 2025-03-26 14:26:25+01:00

Dienstag, 25. März 2025

Marina di Campo → Porto Azzurro

Die Nacht war erträglich, die Optimierung der Leinen hat geholfen. Vom Hafenmeister morgens bislang keine Spur, dafür kamen Arbeiter die die Murings reparieren wollten und meinten, wir sollten in den nächsten 10 Minuten die Liegeplätze frei machen. Gefrühstückt hatten wir schon, also haben wir den Wunsch erfüllt und sind ohne Bezahlung in See gestochen. Bei schwachem SO, der langsam auf S drehte mussten wir kreuzen. Bis kurz vor dem SO-Kap von Elba hat das auch funktioniert, dann schlief der Wind komplett ein.

Ehemaliger Erzabbau

Viele Wasservögel und Grotten

Den Rest der Strecke musste der Diesel ran. Dafür waren wir schon am frühen Nachmittag gegen 15 Uhr im Porto Azzurro. Den Hafen kannten wir schon vom Beginn des Törns.

Ansteuerung Porto Azzurro
Fest am gleichen Steg wie beim Beginn des Törns

Bei einem kleinen Stadtbummel gab es Cappuccino und Eis. Beim CO-OP konnten wir noch kurz einkaufen und dann haben wir den Sonnenuntergang im Cockpit der Boote genossen. Gegenüber am Steg schraubt ein alter Fischer an seinem Boot. Er markiert mit Bleistift einen Meterstab und reicht uns den rüber. Markiert ist 95, er bedeutet uns, dass das sein Alter sei – Respekt. Gegenüber vom Steg ist ein Restaurant, in dem wir noch zu Abend essen. Wie bereits üblich bestellen wir Hauswein, Wasser und unser Essen, die Rechnung geht dann durch die Anzahl der Beteiligten. Meine Spaghetti mit Sardellen und Fenchel haben gut geschmeckt.

Track Marina di Campo - Porto Azzurro

    Length 2D: 16.716NM
    Moving time: 05:45:07
    Stopped time: 03:43:58
    Max speed: 4.52kn
    Avg speed: 2.90kn
    Started: 2025-03-25 08:37:12+01:00
    Ended: 2025-03-25 18:06:17+01:00

Montag, 24. März 2025

Marciana Marina → Marina di Campo

Nach dem Duschen und Frühstück haben Edgar und ich noch einen Bäcker aufgesucht um Brot und Verpflegung für Unterwegs zu kaufen. Als wir vom Bäcker kamen legten gerade zwei Fischer mit ihrem Fang an. Da Benedikt schon gestern erfolglos geangelt hat, hat Edgar für ihn einen kleinen Tintenfisch als Köder gekauft. Anschließend haben wir abgelegt.

Schleichfahrt unter Segeln

Bei leichtem NO ging es bei mir nur mit 1 – 1,5 kn voran. So komme ich nicht mehr im Hellen an. Also habe ich mit dem Motor nachgeholfen und ab der NW-Küste von Elba war dann der Raumwind stärker als der Fahrtwind. Nach Abschalten der Maschine konnte ich Schmetterling segeln, da kaum Welle vorhanden war.

Langsam kommt Fahrt auf

Der Wind drehte langsam auf Nord und nahm stetig zu, so dass es ruhiges Segeln bei glatter See im Sonnenschein war. Bitte mehr davon. An der Westküste schlief der Wind zunächst ein, drehte dann auf Süd bis wir die Südküste erreichten. Edgar mit der Biga war weit vor mir und während ich noch Südwind hatte (segeln auf dem Backbord-Bug), segelte Edgar auf dem Steuerbord-Bug. Also wartete noch eine Winddrehung auf mich, die nach kurzer Flaute auch eintrat. Dann nahm der Nordwind stetig zu und ich konnte mit über 4 kn die Bucht der Marina di Campo erreichen. Nach einem Kreuzschlag in die Bucht war ich nahe genug am Hafen um die Segel herunter zu nehmen. Edgar und Benedikt hatten zwischenzeitlich fest gemacht und teilten mir mit, dass ich auf seiner Steuerbord-Seite anlegen könnte, da dort funktionierende Muring-Leinen seien. Also fuhr ich den Kai rückwärts an und versuchte noch festzustellen, von welcher Seite der Wind wirklich kommt (der fast auf dem Bug stand) leider hatte Edgar an seinem Boot keinen Verklicker montiert und umsehen auf den eigenen Mast konnte ich nicht mehr. Deshalb habe ich leider die Lee-Leine zuerst übergeben und konnte damit das Boot nicht stabilisieren. Zum Glück hielt ein anwesender Italiener meinen Bug fest, bis ich die Muring-Leine hatte und das Boot wieder gerade ziehen konnte. Da vorhanden, konnte ich noch eine zweite Muring befestigen. Trotzdem liegt das Boot sehr unruhig und ruckt ständig in die Leinen ein. Das Hafenbüro hat schon zu, so dass wir mal wieder keine Toiletten-Codes haben.

Ungemütlicher Liegeplatz

Bei einem Stadtspaziergang fand ich die erste offene Eisdiele seit unserem Aufenthalt und gönnte mir gleich ein Eis. Bei der Suche nach einem Restaurant waren wir weniger erfolgreich bzw. entscheidungsfreudig. Letztlich entschieden wir uns für Kochen an Bord. Bei mir gab es Nudeln mit Tomatensoße und bei Benedikt und Edgar auch Nudeln mit dem ursprünglich als Köder vorgesehenen Tintenfisch.

Weil mich das Gerucke vom Boot störte, habe ich die Heckleinen weiter gelöst und die Muring-Leinen nachgezogen. Damit geht es etwas besser, das Boot lässt sich so aber kaum verlassen bzw. betreten. Hauptsache ich kann schlafen, morgen kann ich das Boot ja wieder näher an die Kaimauer ziehen. Marina di Campo wird jedenfalls kein Favorit von mir.

 

Track Marciana Marina - Marina di Campo

    Length 2D: 18.794NM
    Moving time: 06:26:51
    Stopped time: 02:17:51
    Max speed: 4.15kn
    Avg speed: 2.85kn
    Started: 2025-03-24 07:36:55+01:00
    Ended: 2025-03-24 16:21:37+01:00

Sonntag, 23. März 2025

Marciana Wandertag

Nach der gestrigen Überfahrt von Korsika steht heute etwas Ruhe auf dem Plan. Der Wind hat sich bis Nachts um 4 auch verausgabt und heute ist ein Sonnentag mit wenig Wind.

Liegeplatz längsseits

Der Hafenmeister (Muring-Man) taucht auch auf und wir können bezahlen und erfahren endlich den Code für die Waschräume. Wir fragen ob die Seilbahn zum Monte Campanne geöffnet ist, der Hafenmeister versucht dort anzurufen und erreicht niemanden, daher vermutet er, dass die Seilbahn geschlossen ist. Google behauptet, sie sei geöffnet. Wir glauben eher dem Hafenmeister, entscheiden uns aber trotzdem für eine Wanderung zur Talstation im Ort Marciana. Es sind ca. 5,5 km und 400 Höhenmeter, bei der Ankunft ist uns gut warm und wir sind durstig.

Ortszentrum in Marciana

Blick von der Kirche nach Norden

Im Ort ist noch viel geschlossen, aber wir finden eine Osteria mit einer schönen Aussichtsterrasse mit Meerblick.

Blick auf den Hafen und das Meer Richtung NO

Schöner Ausblick beim Essen

Zunächst wollen wir nur etwas trinken (Hauswein und Wasser), doch das dazu gereichte geröstete Brot verfehlt sein Wirkung nicht und wir bestellen noch etwas zu Essen nach. Die Seilbahn ist wie erwartet geschlossen, es sind noch nicht einmal die Gondeln am Tragseil. Der Rückweg ist weniger anstrengend und ist schneller erledigt. Im Hafen gibt es noch einen Cappuccino für mich und dann setzten wir uns auf die Boote in die Sonne. Edgar springt sogar kurz ins Wasser und Benedikt versucht zu angeln. Da wir heute schon essen waren, mache ich mir auf dem Boot noch eine Konserve warm, Edgar und Benedikt gehen noch einmal zum da Beppe. Morgen ist leichter Nordwind vorhergesagt und wir wollen die 15,5 NM zur Marina di Campo segeln.