Donnerstag, 11. Juli 2024

Kragenæs → Langø

Bei der gestrigen Filterschau gab es keinen Befund, d.h. alles sauber und kein Schmodder im Diesel. Also ging es um 9 Uhr los nach Langø. Zunächst Richtung Westen und dann um Lolland herum Richtung Süd und zum Schluss in die Nakskov-Bucht mit OSO. Leider drehte der Wind im laufe des Tages ebenso von W auf S, so dass wir während der ganzen Etappe den Wind immer von vorn hatten und die ganze Zeit der Motor lief. Die ersten zwei Stunden schnurrte mein Diesel ohne Probleme, dann traten wieder Drehzahleinbrüche auf. Durch Pumpen an der Ballpumpe konnte das jeweils schnell behoben werden. Die Ballpumpe ging leicht und es war kein großer Widerstand zu spüren. Also müssen beide Filter und der Rücklauf frei sein. Dann bleibt als mögliche Ursache nur die Einspritzanlage selbst oder Fremdluft durch lockere Schläuche. Deshalb habe ich heute in Langø noch einmal sämtlich Schlauchschellen der Kraftstoffleitung nachgezogen.

Liegeplätze nebeneinander

In Langø ist es beschaulich, aber des Wetter ist schön und im Hafen gibt es ein kleines Restaurant bei dem wir mit dem Hund draußen sitzen konnten.

Blick vom Hafen in die Nakskov-Bucht

Die Sanitäranlagen mit Einzelwaschräumen mit Duschen sind 1a, so dass noch eine vertiefte Grundreinigung stattfand. Morgen geht es bei wenig Wind wieder nach Deutschland. Bis Orth auf Fehmarn sind es ca. 32 NM, zumindest am Vormittag wird der Motor ran müssen, da der Ostwind zu schwach ist und dann am Nachmittag und Abend ordentlich zunehmen wird. Wir wollen möglichst bis 17 Uhr wieder im Hafen sein, deshalb geht es morgen um 7 Uhr los.

Schöne Abendstimmung, wir saßen im der Plicht

Track Kragenæs-Langø

   Length 2D: 23.132NM
   Moving time: 05:44:44
   Stopped time: 00:22:16
   Max speed: 4.94kn
   Avg speed: 4.02kn
   Started: 2024-07-11 09:08:11+02:00
   Ended: 2024-07-11 15:15:11+02:00


Mittwoch, 10. Juli 2024

Femø → Kragenæs

Heute war das Ablegen für 8 Uhr geplant, da der Wind bis gegen Mittag von SO über S auf SW drehen sollte. Für die 7 NM sollte der SO bis Mittag reichen, dachten wir. Beim Aufstehen um 6 Uhr kam der Wind schon aus S und bis 8 Uhr dann aus SW. Also mit Motor genau gegenan, es waren aber nur 9 – 11 kn Wind. Leider zeigte mein Motor die gleichen Symptome wie gestern, ab und an geht die Drehzahl in den Keller und erholt sich dann wieder. Sicherheit vermittelt das nicht. Im Kragenæs gibt es auch keinen Motorservice, der müsste aus Nakskov kommen. Da liegt unser nächster Hafen (Langø) näher. Ich werde noch einmal die Filter überprüfen und dann wage ich die 22,6 NM Etappe nach Langø.

 

Wolkenbruch kurz nach dem Festmachen

Ansonsten haben wir nach der Ankunft die Lollander Alpen bestiegen und die Dodekalitten besichtigt.

Dodekalitten
 

Dort waren wir 😉

Heute können wir wahrscheinlich mal essen gehen statt selbst zu kochen. Hunde sind in dänischen Restaurants verboten und wenn das Wetter mitspielt, können wir beim Imbiss im Dorf draußen sitzen.

Track Femø-Kragenæs

   Length 2D: 7.163NM
   Moving time: 01:47:53
   Stopped time: 04:55:32
   Max speed: 4.69kn
   Avg speed: 3.97kn
   Started: 2024-07-10 08:14:56+02:00
   Ended: 2024-07-10 14:58:21+02:00

Dienstag, 9. Juli 2024

Sakskøbing → Femø

Der Anruf, dass die bestellten Filter da sind, kam erfreulicherweise schon um 8 Uhr. Deshalb konnten wir schon um 11 Uhr Richtung Femø aufbrechen. Zunächst wollte ich im Fjord segeln, da der O-Wind aus einer günstigen Richtung kam. Mehr als 1,5 – 2 kn Geschwindigkeit war aber nicht drin und je nach Abdeckung durch Wald auch noch weniger. Deshalb kam der Motor bis zum offenen Wasser zum Einsatz. Ab dort konnte ich mit 4 – 5 kn gut segeln. Der Wind nahm aber stetig zu und wurde gegen Nachmittag zunehmend böig. Nach dem dritten Sonnenschuss und vor einigen Engstellen kam das Groß dann runter. Auch nur mit der Fock waren gute 4 kn möglich. Südlich von Fejø konnte ich die notwendige Höhe nicht mehr laufen und statt Fock musste der Diesel wieder ran.


Der Motor hatte zunehmend Drehzahlschwankungen, offensichtlich setzt der Dreck im Tank zwischenzeitig die Filter oder Leitungen zu. Glücklicherweise kam es nicht zum Totalausfall des Motors und ich konnte aus eigener Kraft Femø anlaufen. Im Hafen war es schon recht voll, aber für unsere Bootsgröße waren sogar noch zwei Boxen nebeneinander frei. Beim Anlegen gab es Hilfe von Land, die ich bei den Windverhältnissen auch gerne angenommen habe.

Blick vom Hafen Femø nach Westen

 

Suchbild, die Whisky ist durch den Rettungsring am Heck zu erkennen

Später habe ich dann die gestern gereinigte Kraftstoffpumpe gegen die neue ausgetauscht. Hoffentlich lassen dann die Drehzahlschwankungen nach. Die ausgebaute Pumpe war jedenfalls durchgängig und nicht verstopft. Es bleibt ein ungutes Gefühl, aber eine Tankreinigung wird auf der Insel kaum möglich sein – außerdem ist mein Tank auch noch zu voll.

Track Sakskøbing-Femø

   Length 2D: 17.601NM
   Moving time: 03:36:27
   Stopped time: 00:46:41
   Max speed: 13.45kn
   Avg speed: 4.86kn
   Started: 2024-07-09 10:56:27+02:00
   Ended: 2024-07-09 15:19:32+02:00

 

Montag, 8. Juli 2024

Sakskøbing Hafentag

In der Scania-Werkstatt finden wir einen wirklich hilfsbereiten Mitarbeiter. Er kann meinen Vorfilter kurzfristig besorgen, da er bei einem Lieferanten vorrätig ist. Nach gut 1,5 h kann ich die Vorfilter (ich hatte 2 bestellt) abholen. Den eigentlichen Dieselfilter und auch den Nanni-Filter der Jan kann er nicht direkt besorgen, da Scania dafür keine Lieferanten hat. Er bestellt aber bei einer Fremdfirma im Internet die Filter auf die Adresse der Scania-Vertretung. Die Bezahlung erfolgt dann teils in bar und teils über meine Kreditkarte. Morgen können wir die Filter abholen.

Zurück zum Boot baue ich den Vorfilter schon mal ein und will den Wasserabscheider mit der Dieselpumpe (Ballpumpe vor dem Vorfilter) wieder füllen. Das geht immer noch nicht und die Pumpe bleibt komprimiert. Das ist ungewöhnlich, weshalb ich die Pumpe ausbaue und überprüfe. Die Pumpe scheint verstopft zu sein. Ich versuche, die Pumpe mit Wasser zu spülen, was zunächst nicht klappt aber plötzlich kommt die Verschmutzung heraus und die Pumpe lässt sich wieder komprimieren. Nach einigen Spülvorgängen mit Wasser funktioniert die Pumpe wieder. Trotzdem gehe ich mit der Pumpe noch einmal zur Scania-Werkstatt und frage nach Ersatz. Der Mitarbeiter kann die Pumpe nicht besorgen, fährt mich aber zu einem 2 km entfernten Landmaschinen-Handel, der aber auch nicht helfen kann. Dann bekomme ich noch den Tipp, dass es in Nykøbing den Biltema-Baumarkt gäbe, der einfach alles hätte. Also setze ich ich mich in Sakskøbing in den Zug und fahre nach Nykøbing um vom Bahnhof ca. 2,5 km zu Biltema zu laufen.

Fußmarsch über die König Frederik IX Brücke in Nykøbing

Dort bekomme ich tatsächlich eine Kraftstoffpumpe mit 8 mm Anschlüssen. Fahrtkosten 2 x 40 DKK, die Pumpe hat 49,99 DKK gekostet.

Die neue Ballpumpe

Jetzt haben wir Ersatzfilter und eine Ersatzpumpe. Ich baue die alte, gereinigte Pumpe wieder ein und entlüfte das Kraftstoffsystem. Der Motor springt einwandfrei an und ich gönne mir ein Bier auf den Erfolg.

Mit repariertem Motor lässt sich der Abend genießen ☺

Später kocht Tanja noch Spaghetti und wir lassen den Abend mit Bier und Williams-Birne ausklingen.

Sonntag, 7. Juli 2024

Sakskøbing Hafentag

Ausgeschlafen und gefrühstückt geht es an die Fehleranalyse. Ich will die Verstopfung im Kraftstoffsystem finden und auch Jürgen lässt der Motorausfall auf der Jan keine Ruhe. Nach Demontage des Wasserabscheiders mit Vorfilter finde ich die Dieselpest im Vorfilter. Den hatte ich zuvor in Klintholm nicht demontiert, da der ja wieder Diesel durch lies.

 

Vorfilter mit Bioschlamm (Dieselpest)

Jürgen findet auf der Jan im Wasserabscheider trüben Kraftstoff, der auch auf beginnende Dieselpest hinweist. In ca. einem Kilometer Entfernung gibt es eine LKW-Werkstatt. Dort hoffen wir morgen die benötigten Kraftstofffilter zu bekommen, da heute Sonntag ist.

Es bleibt noch genügend Zeit für Sightseeing und andere Genüsse.

Apfelkuchen und Cappucino, nicht billig aber das Geld wert 😎

Wasserturm von Sakskøbing

Lebenswerte Idylle

Samstag, 6. Juli 2024

Vordingborg → Sakskøbing

Nach vier Tagen ließ der Wind etwas nach und drehte auf Süd. Lt. Vorhersage wird es auch nicht regnen. Kommende Nacht sind aber Böen bis 31 kn angekündigt. Deshalb habe ich davon abgesehen, das ursprüngliche Ziel (Marina auf der Westseite von Femø) anzusteuern, statt dessen lieber Sakskøbing, was in einem Fjord ziemlich geschützt liegt. Um kurz nach 9 Uhr hieß es Leinen los. Kurz nach dem Hafen und Umrundung einer Flachstelle konnten wir die Fock setzen und mit halbem Wind (leicht vorlich) unter der Stormstrømsbrücke hindurchsegeln.

Storstrømbrücke voraus

 

Die Jan unter der Storstrømbrücke auchteraus

Gleich daneben segelten wir an den Pfeilern der im Bau befindlichen neuen Storstrømbrücke vorbei, bei reichlich Schlepperverkehr aufgrund der Bauarbeiten.

Neue Storstrømbrücke im Bau

Bis zum Kogrund konnte ich segeln, dann war ein Kurswechsel WSW notwendig um durch die Flachs durchzukommen, deshalb ging es per Maschine weiter. Beim Ledas-Grund fiel meine Maschine wieder aus und ließ sich nicht mehr starten. Daraufhin habe ich eine Schleppleine an die Jan übergeben und Tanja und Jürgen haben mich durch die Flachs geschleppt. Danach konnte ich wieder ein Stück segeln bis zum Vigsø Flach. Danach musste ich wieder an den Haken. Zwischendurch fiel auf der Jan auch der Motor aus. Wir lösten die Schleppverbindung und ich habe mit kreuzen etwas Höhe gewonnen. Zwischenzeitlich hatte Jürgen den Motor auf der Jan wieder flott und es ging im Schleppverbund per Zickzack-Kurs durch einige betonnte Flachstellen bis ins Hauptfahrwasser nach Sakskøbing. Wir ließen die Leinenverbindung und sobald der Kurs es zuließ, habe ich mit meiner Fock unterstützt. Gegenan liefen wir 1,6 kn und mit Fock dann 3,7 kn. Im Fjord wurde es dann sehr ruhig und fast windstill. Der alte Handelshafen hat neben Yachtliegeplätzen am Dalben auch noch eine recht lange Kaimauer an der ich hoffte, festmachen zu können. Im Hafen haben sich die Annahmen auch bestätigt. Aber genau zu dem Zeitpunkt gegen 19:15 Uhr kam eine dunkle Regenwolke mit reichlich Böen. Die Jan hatte Probleme, mich zu halten. Mit Hilfe einiger Urlauber aus den benachbarten Hausbooten konnten wir aber trotz der Böen festmachen. Kurz danach fing es an, wie aus Kübeln zu schütten, aber wir waren fest und konnten das im Boot abwarten. Einen Hafenmeister gibt es nicht, der Liegeplatz muss über eine App gebucht werden, was wir zunächst vertagen (dort wo wir liegen gibt es keine Liegeplatznummern), da evtl. morgen doch jemand im Hafenbüro ist. Wir holen uns noch eine Pizza und essen bei mir an Bord. Tanja macht sich Gedanken, da wir den Code für die Toiletten nicht kennen. Für heute muss es aber ohne gehen.

Track Vordingborg-Sakskøbing

   Length 2D: 29.332NM
   Moving time: 09:33:48
   Stopped time: 00:55:58
   Max speed: 4.90kn
   Avg speed: 3.06kn
   Started: 2024-07-06 08:53:07+02:00
   Ended: 2024-07-06 19:17:24+02:00

Freitag, 5. Juli 2024

Hafentage wg. Schlechtwetter

Die Wettervorhersage und auch das Wetter lassen zu wünschen übrig. Beim Wind passt uns die Richtung und Stärke nicht und dazu gibt zwischendurch immer unangekündigt Regenschauer. Heute Morgen bin ich bei strahlendem Sonnenschein ohne Regenjacke zum Einkaufen gegangen und hatte das Duschtuch an der Reling zum Trocknen aufgehängt. Prompt kam ein Schauer, das Duschtuch und ich waren nass. Das macht im Moment keine Freude.

Gänseturm in Vordingborg

Blick vom Schloss auf den Hafen

Heute verlässt uns die Mia mit Harald und seinem Bruder Jürgen an Bord, da Jürgen einen Termin daheim hat und rechtzeitig wieder in Greifswald zum Bahnhof muss. Das Wetterfenster für die Überfahrt morgen ist günstig, so dass die Mia den Hafen Hårbølle ansteuert, da dies ein günstiger Ausgangspunkt ist. Unsere Flottille besteht somit nur noch aus zwei Booten.