Donnerstag, 9. August 2018

Erst mal getrennte Wege ab Dabitz

Nach einer ruhigen Nacht und einer moderaten Zunahme an Mückenstichen habe ich erst einmal den provisorischen Waschraum (Container) aufgesucht. Der ist zwar winzig, bietet aber eine Dusche ohne Münzeinwurf und Stress beim Einseifen (die Uhr tickt weiter, wird es für das Abduschen reichen?).
40 neue Liegeplätze
Im krassen Gegensatz zur Kapazität des Waschraums stehen die nagelneuen 40 Liegeplätze, an denen niemand liegt. Offensichtlich ist der Hafen noch ein Geheimtipp - denke ich.
Beim Hafenverein hatte ich letztes Jahr schon mal nach einem Dauerliegeplatz gefragt. Leider ist der Vereinsteil des Hafens schon voll und es gibt eine Warteliste. Angesichts der 40 neuen Boxen schöpfe ich wieder Hoffnung. Leider wird die Hoffnung durch die Informationen auf der Hafen Website zerstört. Die offizielle Eröffnung ist erst nächstes Jahr und dann wird es mit der Idylle wohl vorbei sein.
Im Hintergrund der Neubau des Waschhauses
Ab heute trennen sich Christians und mein Weg wieder, da für morgen und übermorgen starker Wind mit Böen angesagt ist. Für unsere Boote und dann Einhand-gesegelt bedeutet das Hafentage. Ich habe kommenden Dienstag einen festen Termin und daher kann ich nicht weiter mit segeln. Christian segelt nach Barhöft und ich zurück nach Barth.

Mittwoch, 8. August 2018

Besuch vom Chiemsee

Vor einigen Tagen schon ist Christian mit seiner Neptun 20 vom Chiemsee per Auto und Trailer angereist. wir kennen uns vom Neptun Forum Stammtisch und hatten geplant einige Strecken gemeinsam (jeder auf seinem Boot) zu segeln. Da er in Ribnitz-Damgarten sein Boot geslippt hatte, war er erst mal auf dem Saaler Bodden unterwegs. Als Treffpunkt hatten wir dann den Hafen von Zingst (Wasserwanderplatz) erkoren. Deshalb bin ich gestern schon das kurze Stück von Barth nach Zingst gesegelt. Der Wind war schwach aber die Richtung günstig, so dass ich die Strecke überwiegend segeln konnte. Das Fahrwasser ist eng und es verkehren Ausflugsfähren, denen man ausreichend Platz lassen sollte. Das Anlegen im Strom vor Zingst war nicht ohne, da neben Seitenwind auch eine starke Strömung vorhanden ist. Das Anlegen hat aber trotzdem geklappt und ich konnte die Box neben mir für Christian freihalten, der etwas später kam (er musste an der Meiningen-Brücke auf die Öffnung warten). Nach einem Abendessen und einigen Bierchen beim "Wikinger" im Hafen haben wir uns mit "Anti Brumm" konserviert und schlafen gelegt.

Trotz "Anti Brumm" haben wir wohl dem Insektensterben Einhalt geboten und mit unserem Blut bezahlt. Ich konnte zahlreiche neue Stiche bekratzen. So schön wie Schilf rund um den Liegeplatz auch aussieht, der zu zahlende Mücken-Preis ist hoch. Kurz vor Mittag haben wir uns dann auf den Weg nach Dabitz gemacht. Christian mit der "kleinen" Neptun vor mir her - er konnte einige Stücke abkürzen, da seine "Anne" weniger Tiefgang hat als meine "Whisky". Nach gut zwei Stunden hatten wir aber Dabitz erreicht.
Liegeplatz in Dabitz

Der Hafen liegt sehr idyllisch und wir waren die einzigen Gastlieger. Für die Versorgung gibt es neuerdings einen kleinen Kiosk. Nach einem Abendessen mit Tomaten und Mozzarella sowie reichlich Bier erfolgte wieder die Mücken-Abwehr mit "Anti Brumm" und danach eine ruhige Nacht.

Donnerstag, 2. August 2018

Bettina an Bord

Heute ist Bettina (meine Frau) das erste mal mit gesegelt. Die Bedingungen waren optimal: 7 Knoten Wind, über 25 Grad und Sonne pur. Temperatur und Sonne waren schon fast zu viel des Guten.
Fast glatter Bodden
Wir sind im Barther Bodden einige Stunden gesegelt und anschließend wieder nach Barth zurück. Jetzt gibt es auch Bilder von mir auf dem Boot :-)
Großsegel setzen

Immer auf den Tonnenstrich achten...
Fazit von Bettina: Schön aber anstrengend. Die Sonne laugt den Körper auf Dauer aus und man kann nicht mal eben flüchten oder rechts ran fahren.

Donnerstag, 26. Juli 2018

Zurück nach Barth unter Segeln

Blick auf Vitte
Beim Verlassen von Vitte musste ich einen Teil des gestrigen Weges zurückmotoren. Also erst einmal wieder eine gute Stunde unter Motor fahren um zwischen Rügen und der Nordspitze von Hiddensee vorbeizukommen. Bei der Fahrwassermittentonne vor Hiddensee kann ich dann Segel setzen (diesmal auch das Großsegel) und bei Nordwind am Wind das Nordkap umrunden. Hier ist kein Boddengewässer mehr und die Dünung von ca. 0,5 m lässt "Whisky" reichlich schaukeln. Vorsichtshalber lege ich Schwimmweste und Lifebelt an - ich bin ja allein auf dem Boot.
Nordkap von Hiddensee
Von Rauschefahrt zu sprechen wäre übertrieben, aber die Logge zeigt 4,5 Knoten an - für die kleine "Whisky" doch eine gute Leistung. Mehr muss im Moment auch nicht sein. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ein Reffhaken (Lümmelbeschlag) fehlt - gut dass ich den heute nicht brauche.
Nach Umrundung des Kaps geht es westlich von Hiddensee zurück nach Barhöft. Der Wind kommt direkt von hinten und ich segel die meiste Zeit im Schmetterling. Bei der Dünung allerdings kein Vergnügen, da das Vorsegel immer einfällt. Irgendwann verzichte ich dann auf das Vorsegel und es geht etwas langsamer aber wesentlich entspannter voran.

Da ich Barhöft schon vor 15 Uhr erreiche, entscheide ich mich bis Barth durchzusegeln. Diesmal wird bei NO der gesamte Tonnenstrich bis kurz vor Barth gesegelt. Das geht schneller als mit dem Motor und die Selbstsicherheit ist mittlerweile auch da.

Auf dem Funkgerät höre ich zwischenzeitlich die kleinen Dramen. Ein Segler hat sich festgefahren im Schlick und zwei andere haben Motorprobleme. Den Vogel schießt aber einer ab, der den Unhold stellen will, der wohl sein Dingi entwendet hat. Er versucht ihn über Funk zu erreichen und bittet andere Segler ihm zu Helfen, den Bösewicht zu stellen. Er teilt auch allen Funkteilnehmern mit, dass seinen Kindern ohne Dingi jetzt der Urlaub versaut ist. Dazu blockiert er minutenlang den  Anrufkanal 16.

Kurz nach 18 Uhr erreiche ich Barhöft und bin müde und glücklich zurück. Das waren ca. 30 Seemeilen in 10 Stunden überwiegend gesegelt - genau so soll es sein.

Mittwoch, 25. Juli 2018

Hiddensee ruft

Tschüß Stralsund! Einen kurzen Moment war ich in Versuchung eine Rügen-Runde zu absolvieren. Dann hätte ich zeitig aufstehen müssen um die Ziegelgrabenbrücke um 8:20 Uhr zu passieren um dann in den Greifswalder Bodden weiterzusegeln. Ich wollte aber bis zum Wochenende zurück sein und das wird zeitlich knapp.
Also andere Richtung nach Norden. Das ganze Stück bis Barhöft zurück und weiter Richtung Norden. Der Wind kommt direkt aus Nord und genau von vorn. D.h. die ganze Strecke wird mit Motor gefahren. Ich entscheide mich für Vitte, das kann ich noch halbwegs früh erreichen (nach den vollen Marinas gestern möchte ich möglichst früh ankommen um noch einen Platz zu bekommen) und es liegt weiter nördlich um am nächsten Tag Hiddensee nördlich zu umrunden.

Vitte hat Boxen mit Pfählen, wieder eine Einhand-Premiere - bisher hatte ich in Barth und Stralsund mit Fingerstegen zu tun. Eigentlich kein Hexenwerk bei wenig Wind - trotzdem sorge ich für Hafenkino weil meine Heckleinen viel zu kurz sind und ich improvisieren muss. Damit ist die Kontaktaufnahme zu den Stegnachbarn auch gleich erledigt und am Abend gebe ich ein gekühltes Bier aus.
Es sind ca. 30 Grad und ich bin entsprechend durchgeschwitzt. Ein kleiner Fußmarsch bringt mich auf die Westseite der Insel mit schönen Sandstränden. Die Ostsee hat mittlerweile über 20 Grad und ich kann mich beim Baden etwas abkühlen. Abends gehe ich in den Fährhafen und möchte noch eine Kleinigkeit essen. Im Hafenrestaurant tobt der Bär (Wartezeit auf das Essen lt. Kellnerin über 1 Stunde) und die Fischbrötchen-Verkäufer haben sich abgesprochen und alle schon um 18 Uhr geschlossen. Zum Glück finde ich noch etwas abseits ein Restaurant, in dem es weniger überlaufen ist.

Auch hier beendet ein Blick auf den fast vollen Mond einen ereignisreichen Tag auf dem Wasser.

Dienstag, 24. Juli 2018

Auf nach Stralsund

Jetzt wird der Skipper mutig. Windfinder sagt 7 Knoten Wind aus NW vorher. Das langt, um sich langsam aus dem Bodden herausschieben zu lassen. In der schmalen Fahrrinne bis Barhöft rolle ich nur die Fock aus. Das Großsegel bleibt schön eingepackt - zu viel Action für einen allein, denke ich noch. Also lieber etwas langsamer und dafür mehr Kontrolle.

Barhöft erreiche ich schon gegen 14 Uhr. Eigentlich das Tagesziel, aber jetzt schon aufhören - auf keinen Fall, also weiter nach Stralsund in die Citymarina. Die Geschwindigkeit sollte aber etwas gesteigert werden, die Fock allein bringt es nicht. Also runter mit dem Tuch und den 10 PS Diesel angeworfen.

Gegenüber von Stralsund liegt Altefähr. Der Hafen lacht mich gerade an und dort ist es bestimmt beschaulicher. Also fahre ich mal in den Hafen rein. Leider alles voll und weiter hinten wird es flach, dort kommen nur noch Motorboote hin. Also doch Citymarina.
Die Marina kenne ich noch vom letzten Chartertörn im Herbst. Auch hier sieht es ziemlich voll aus, aber beim Wasserwanderplatz finde ich noch ein nettes Plätzchen. Den Anlegeschluck habe ich mir verdient.
Der Blick auf die Altstadt bzw. die Hafenspeicher ist im Preis mit inbegriffen.
Auch der Mond gibt sich alle Mühe und ist nahezu voll. Er bereitet sich auf die Mondfinsternis in einigen Tagen vor.
Aber zunächst muss erst einmal der Sonnenuntergang abgefreut werden.
Ein letzter Blick aus dem Salon ins Cockpit, dann geht es ins Bett.

Sonntag, 15. Juli 2018

Endlich auf dem Wasser

Nach einem langen Winter und einigen weiteren Verzögerungen kam "Whisky" in ihr eigentliches Element im Barther Wirtschaftshafen. Als dann noch das Wetter mitspielte und für mich "Einhand tauglich" war, ging es endlich raus auf den Bodden.
Stück für Stück konnte ich das Boot entdecken - der Kauf war ja ohne Probeschlag erfolgt. Bis auf einige Problemchen funktioniert aber alles. Mit etwas Sonne, fühlt man sich gleich wie im Mittelmeer statt auf dem Barther Bodden.
Auf dem Rückweg kommt dann der neue Pinnenpilot zum Einsatz, der das Boot im Tonnenstrich hält während ich die Segel bergen und die Anlegeleinen klar machen konnte.
Zurück im Barther Hafen konnte ich die Abendstimmung genießen und mich für die erste Nacht an Bord vorbereiten. Für mich war das auf jeden Fall ein gelungener und genussreicher Segel-Einstand mit der "Whisky".