Donnerstag, 20. September 2018

Letzter Segeltag vor dem Sturm

Letzter Segeltag für meinen Sohn, morgen geht es zurück nach Oberbayern. Außerdem ist eine Kaltfront im Anzug, die morgen stürmische Winde bringt, danach ist für Samstag noch ein Temperatursturz angesagt. Die weiteren Wetteraussichten sind nicht schön - es bleibt kühl. Der Sommer ist erst mal vorbei, ist das schon das Saisonende? Man wird sehen.

Es ist SW-Wind vorhergesagt, der im laufe des Tages zunehmen soll und weiter auf West dreht. Per Segel Richtung Barth ist leider nicht möglich. Der Wind kommt von vorn und kreuzen ist in dem engen Tonnenstrich nicht möglich. Also geht es bis zur Grabow unter Motor. Dort ist Platz zum Kreuzen, den wir nutzen. Danach können wir das erste Stück im Fahrwasser noch segeln und dann muss wieder der Motor ran.
Track Barhöft - Barth
Es war schön, mal ein paar Tage nicht allein auf dem Boot zu segeln. Zu zweit geht erheblich mehr und es ist entspannter, da nicht so akribisch vorgeplant werden muss.

Mittwoch, 19. September 2018

Familienausflug nach Hiddensee

Leider ist der Wind zu schwach für eine komplette Hiddenseerunde. Deshalb geht es erst einmal wieder Richtung Stralsund um dann zwischen Rügen und Hiddensee nach Norden dem Fahrwasser zu folgen. Bis Mittag hält der schwache SW-Wind durch, dann schläft er ein.
Einlaufen Neuendorf Marina
In Neuendorf schauen wir kurz rüber zur Westseite (sind ja nur wenige 100 m) und genehmigen uns dann noch das obligatorische Fischbrötchen im Hafen.
Strand auf der Westseite von Hiddensee
Beim Auslaufen setzen wir noch Segel, doch der Wind schläft dann komplett ein.
Per Motor geht es dann zurück nach Barhöft. Auf dem letzten Stück als die Segel schon schön verpackt sind, gibt es wieder guten Wind für kurze Zeit. Also raus mit der Fock, das geht ja schnell. Kurz vor Barhöft ist aber schon wieder Schluss und der Motor muss für Vortrieb sorgen.
Track Barhöft - Neuendorf und zurück
Nach einem Abendsnack fährt meine Frau mit dem Auto wieder in unser Domizil und mein Sohn und ich übernachten auf dem Boot.

Dienstag, 18. September 2018

Zurück nach Barhöft

Leider reicht die Zeit nicht für eine komplette Rügenrunde, da mein Sohn rechtzeitig zurück muss und es fehlt auch der nötige Ostwind in den Prognosen. Deshalb geht es mit SW-Wind wieder zurück. Es ist wieder eine schwache Brise mit Böen bis 5 Bft angesagt. Mit Raumwind geht es los und wir schleichen bis zur Palmer-Ort-Rinne, wo wir gegen 13 Uhr ankommen. Tagesziel ist Stralsund - dazu sollten wir aber um 17:20 Uhr die Ziegelgrabenbrücke passieren. Wenn es so weiter geht, schaffen wir das nicht.

Ich überlege schon den Motor anzuwerfen, da hat dann jemand die Windmaschine angeworfen und die angekündigten Böen legen los.

Plötzlich geht es mit guten 5 kn voran. Gegen 15 Uhr taucht die Ziegelgrabenbrücke auf und ich fürchte schon, wir müssen jetzt zwei Stunden Zeit vor der Brücke totschlagen. Ein Blick ins Internet zeigt aber, dass um 15:20 Uhr auch eine Brückenöffnung ist - das passt ja genau!
Also runter mit den Segeln und sich zu den Wartenden gesellen.
Ziegelgrabenbrücke schließt hinter uns
Der Wind kommt weiter aus SW und ist ausreichend stark. Warum also schon den Hafen anlaufen? Das Tagesziel wird geändert und wir segeln weiter nach Barhöft.
Track Greifswald - Barhöft
Abends kommt meine Frau uns in Barhöft besuchen und wir gehen gemeinsam essen. Mit der Dämmerung werden wir auch zur Hauptspeise der Mücken und wir verkriechen uns ins Boot. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei und wir können wieder draußen sitzen. Meine Frau übernachtet auf dem Boot weil wir spontan für morgen einen Ausflug nach Hiddensee geplant haben. Zu dritt wird es kuschelig auf der Whisky.

Montag, 17. September 2018

Auf nach Greifswald

Wir müssen früh aufstehen, um morgens durch die Ziegelgrabenbrücke zu kommen. Öffnungszeit ist 08:20 Uhr, wenn wir das verpassen geht es erst wieder um 12:20.
Geschafft, wir sind rechtzeitig da und warten vor der Brücke.
Kaum wird die Ampel grün geben alle Gas als ginge es um etwas Wichtiges.
Hinter der Brücke wird Segel gesetzt und wir können bis Greifswald durchsegeln. Anfangs bei mäßiger Brise, doch nachmittags frischt der Wind wieder auf und nach der Ansteuertonne von Greifswald müssen wir reffen und aufkreuzen.
Liegeplatz in Wiek (Greifswald)
Im Hafen ist es dann wieder windstill. Zur Abwechslung gibt es eine Pizza mit reichlich Flüssigkeit dazu.
Track Stralsund - Greifswald

Sonntag, 16. September 2018

Nach Stralsund zu zweit

Mein Sohn ist zu Besuch und wir segeln zu zweit. Da kann der Pinnenpilot Pause machen. Bei leichter Brise aus SW geht es von Barth nach Stralsund. Der Wind frischt nachmittags etwas auf und dreht weiter auf Süd. Deshalb müssen wir im Strelasund kreuzen.
Liegeplatz Citymarina Stralsund
Abends bekommen wir noch Besuch im Hafen von meiner Frau und ihrer Bekannten. Gemeinsam gehts zum Hafenkutter wo es Fischbrötchen gibt.
Track Barth - Stralsund

Freitag, 7. September 2018

Zurück nach Barth

Heute ist wenig Wind und er wird von SO über Süd auf West drehen. Westwind wäre ungünstig für den Rückweg nach Barth, deshalb mache ich mich früh auf den Weg um möglichst lange den SO-Wind zu nutzen. Damit komme ich noch bis durch die Grabow und die letzte Stunde geht es unter Motor nach Barth.

Dort angekommen musste ich feststellen, dass jemand meinen Dauerliegeplatz belegt hat. Zum Glück war daneben etwas frei. Der Südwind war schwach und das Anlegen daher einfach. Vom Nachbarboot hat trotzdem ein junger Mann die Leinen angenommen. Den habe ich dann gefragt, ob er einen Segelmacher in der Nähe wüßte. Er lächelte und meinte, wenn ich auf dem Werftgelände neben der Marina zwischen den Hallen durchgehen würde, käme ich zu seinem Arbeitgeber (Segelmacherei Konow). Da wir Freitag haben, frage ich vorsichtig nach den Öffnungszeiten. "Heute bis 16:30 Uhr" war die Antwort. Es ist 14 Uhr und ich frage noch ob ich das defekte Großsegel heute noch vorbeibringen kann. "Kein Problem". Also habe ich das Großsegel noch abgeschlagen und eine halbe Stunde später dort hin gebracht. Ich wurde bereits erwartet und man sagte mir, ich kann das Segel gegen 16 Uhr wieder abholen. Zur angegebenen Zeit konnte ich das reparierte Segel wieder mitnehmen und das Ganze hat mich nur 15 € gekostet.

Manchmal lösen sich Probleme viel schneller und einfacher als gedacht ☺👍.

Donnerstag, 6. September 2018

Im Segelrausch oder Whisky kann auch Speed

Die Planung für heute sieht als Ziel die Häfen Vitte oder Kloster auf Hiddensee vor. Das sind aber ca. 35 nm und mit der Whisky nur bei optimalen Windverhältnissen zu schaffen. Als Ausweichhäfen bleiben Lome oder Glowe auf der Nordseite von Rügen. Zwischen diesen Häfen und Hiddensee wären dann aber immer noch knapp 30 nm zu überbrücken.

Der Wecker hat mich früh geweckt und um 8 Uhr kann ich auslaufen und schon vor dem Hafen die Segel setzen. Der Wind kommt aus Ost, deshalb muss ich zunächst hart am Wind segeln um mich von der Küste freizuhalten. Allmählich komme ich um die Ostseite von Rügen herum und kann immer weiter auf Nord und dann auf NW drehen. Hier sind die Kreidefelsen und einer der Höhepunkte einer Rügenrunde.
Kreidefelsen 1
Auf obigem Bild kann man im Vordergrund schon ein Problem erkennen, was mich einholen wird. Am Schothorn des Großsegels ist der Keder aus der Leiste gerutscht. Ich weiß gar nicht wann das passiert ist oder ob ich das nicht vom Vorbesitzer so übernommen habe.

Kreidefelsen 2
Zunächst genieße ich aber die Kreidefelsen und den halben Wind. Es ist ein sehr angenehmes Segeln mit knapp 4 kn bei mäßigem Wellengang.
Kreidefelsen 3
Lohme passiere ich schon gegen 10 Uhr und entscheide, bis Hiddensee weiterzusegeln. Gegen Mittag passiere ich Kap Arkona und ändere den Kurs auf SW. Jetzt habe ich Raumwind und segle streckenweise im "Schmetterling".
Kap Arkona
Der Kurs geht immer weiter auf Süd und der Wind nimmt stetig zu. Auf der Luv-Seite liegt Rügen und verhindert Wellen. Deshalb kann ich mit halbem Wind die Rauschefahrt genießen. Auf der Höhe von Dranske zeigt das GPS-Log (SOG) bis zu 6,5 kn. Die Neptun 25 hat eine Länge in der Wasserlinie (LWL) von 6,2 m. Demnach dürfte die sog. Rumpfgeschwindigkeit nur 6 kn betragen. Die 6,5 kn kann ich mir daher kaum erklären. Der Wert stimmt aber.

Kurz vor der Ansteuertonne zwischen Rügen und Hiddensee fällt mir auf, dass die Kederleiste beim Schothorn vom Großsegel abreißt. Offensichtlich war die Belastung zu groß. Es ist ein Besuch beim Segelmacher angesagt. Ich lockere die Großschot und versuche die Last auf dem Segel zu reduzieren.

Die Abzweigung im Fahrwasser nach Vitte bzw. Kloster erreiche ich schon um 15:30 Uhr. Also beschließe ich, noch etwas weiter bis nach Neuendorf zu segeln. Der Abzweig nach Neuendorf ist schon um 16 Uhr erreicht. Jetzt sollte Barhöft doch auch noch erreichbar sein - es ist ja noch 4 h hell 😈. Also weiter! Der Wind hat weiter aufgefrischt und ich muss die Fock verkleinern um Sonnenschüsse im Fahrwasser zu vermeiden. Im Kubitzer Bodden hole ich das Großsegel herunter und fahre mit Motor und Fock wieder Richtung NNW nach Barhöft.
Liegeplatz in Barhöft
Beim Anlegen mit Seitenwind an der Boje hilft mir freundlicherweise mein Nachbarlieger, der den Bug hält, während ich den Bojenhaken festmache. Dann kann ich ganz entspannt die Bugleinen festmachen. Um 18:45 Uhr bin ich müde und glücklich in Barhöft angekommen.
Neue Schwimmstege in Barhöft ab 2019 in Betrieb
Der Hafenmeister hat mich sofort wiedererkannt und konnte sich auch an den Bootsnamen erinnern (was wohl sein Lieblingsgetränk ist?). Auf meine Frage nach den neuen Schwimmstegen sagte er mir, dass diese in der nächsten Saison fertiggestellt sind. Ich hoffe, bis dahin wird noch ein weiteres Sanitärgebäude gebaut. Das vorhandene ist zwar schön - aber 2 Duschen und eine Toilette für die Herren erscheint mir dann definitiv zu wenig.
Track Sassnitz - Barhöft
Die Gesamtdistanz ist 47,5 nm, die in 10:43 h zurückgelegt wurden. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,4 kn.