Freitag, 3. Juli 2020

Endlich ins Wasser

Dieses Jahr hat mich Corona aufgehalten - also wieder mal ein später Saisonbeginn. Zunächst musste ich warten, bis ich wieder nach Mecklenburg einreisen durfte und danach waren erst einmal einige Wartungsarbeiten am Schiff fällig. Aber heute ist es so weit: Whisky bekommt wieder Wasser unter den Kiel.
Warten auf den Travellift
Das Wetter ist heute gnädig, nur 2 Bft Wind, das sind entspannte Meter bis in die Box heute, ab Montag kachelt es mal wieder mit bis zu 8 Bft - deshalb bin ich froh, dass das heute noch mit dem Krantermin geklappt hat. Noch mehr gefreut hat mich der diesjährige Liegeplatz direkt neben meiner Segelbekanntschaft Jürgen vom letzten Jahr. Wir verstehen uns gut und haben fast die gleichen Boote.

Danach noch eben schnell den Mast gestellt (mittlerweile haben Bettina und ich so etwas wie Routine) und dann soll es schon wieder zurück in unser Domizil nach Millienhagen gehen. Nur eben noch schnell die Elektronik testen... Warum zeigt der Windmesser nichts an? Ein Blick nach oben zur Mastspitze bringt Gewissheit: Der Stecker vom Geber baumelt lose herunter. Also war das wohl zu früh gefreut bzgl. Routine, der Mast muss noch mal runter um den Stecker einzustöpseln. Heute haben wir aber keine Lust mehr.

Dienstag, 16. Juni 2020

Touch Bildschirm mit rechter Maustaste

In einem früheren Beitrag hatte ich beschrieben, wie u.A. die rechte Maustaste auf dem Touch-Bildschirm für OpenPlotter aktiviert werden kann. Unter Raspian-Stretch funktionierte das auch, beim aktuellen Raspian-Buster geht das leider nicht mehr so. Zum Glück bin ich im Raspberry-Forum fündig geworden.

Die Basis ist ein C++ Programm, das hier heruntergeladen werden kann. Ich habe es im Home-Unterverzeichnis Mouse abgelegt. Das Programm kann bei Bedarf noch angepasst werden, insbesondere der Name des Touch-Bildschirms sollte hinterlegt werden. Der kann mit dem Kommando
xinput --list
ermittelt werden. Bei mir heißt der eGalax Inc. eGalaxTouch EXC3111-2561-08.00.00.00. Der Compiler-Aufruf steht im Kopfkommentar des Programms und kann von dort in die Shell kopiert werden. Ggf. muss zuvor noch das Paket libxtst-dev installiert werden:
sudo apt install libxtst-dev
Nach dem Übersetzen kann das Programm direkt in der Shell aufgerufen werden. Danach sollte nach längerem Druck und anschließendem Loslassen das Kontextmenü (rechte Maustaste) angezeigt werden.
Kontextmenü
War der Test zufriedenstellend, sollte der Programmaufruf in den Autostart des Fenstersystems eingebunden werden. Editor Aufruf:
sudo nano /etc/xdg/lxsession/LXDE-pi/autostart
Am Ende die Zeile
@/home/pi/Mouse/ts-mouse

einfügen und speichern. Nach einem Reboot sollte dann die rechte Maustaste dauerhaft funktionieren.

Update vom 12.009.2020:
Offensichtlich liegt das Verhalten nicht am Betriebssystem, sondern am Bildschirm bzw. der Grafikhardware. Ich hatte gleichzeitig mit dem Betriebssystem die Hardware gewechselt. Mittlerweile habe ich die vorher genutzte Hardware auch auf Buster aktualisiert und dort läuft die vormals beschriebene Lösung einwandfrei. Beim Einsatz von tx-mouse sind gelegentlich auch Hochlastphasen beim Prozessor aufgetreten - ob das ursächlich auf diesen Patch zurückzuführen ist, weiß ich noch nicht. Also Vorsicht bei der Verwendung.


Donnerstag, 11. Juni 2020

Dosierpumpe Teil 2

Heute kam die bestellte Dosierpumpe (China-Nachbau) per Post. Die passt mechanisch erstaunlich gut und scheint auch getestet zu sein, da sie komplett mit Diesel gefüllt ist.
preiswerter Nachbau
Ich kann sogar die alte Halterung verwenden, da der Durchmesser gleich ist. Die Kontakte sind leider kleiner, so dass die vorhandenen Kabelschuhe nicht passen bzw. zu nahe nebeneinander sitzen, so dass ein Kurzschluss entstehen würde. Macht nichts, dann kommen halt kleinere Kabelschuhe an die Kabel. Zum Testen reicht erst einmal eine fliegende Verdrahtung. Nach Einbau und Anschluss der Pumpe an die Treibstoffleitung pumpe ich zunächst manuell, bis die Luft komplett aus der Zuleitung zur Heizung heraus ist. Dann schalte ich die Heizung ein und warte - auf das Klicken der Pumpe, das ausbleibt. Merkwürdig, ich schließe elektrisch nochmal die alte Pumpe an und schalte die Heizung ein - das Klicken ist wieder da. Also mag das Steuergerät die neue Pumpe nicht. Deshalb vergleiche ich die Widerstandwerte der beiden Pumpen: Original: 10 Ohm, Nachbau: 6,4 Ohm. So viel zum Thema Kompatibilität, mit der geworben wurde.

Das Problem ließe sich mit einem Arbeitsstromrelais lösen, aber leider finde ich keins in meinem Ersatzteillager. Bevor ich jetzt aber weiter Zeit und Geld in die Heizung stecke, will ich wissen ob die Heizung mit einer funktionierenden Pumpe überhaupt laufen würde. Deshalb schließe ich die alte Pumpe elektrisch wieder an und gebe im gleichen Takt Spannungsimpulse an die eingebaute China-Pumpe ab. Damit springt die Heizung sofort an und produziert Warmluft. Also würde eine passende Pumpe das Heizungsproblem lösen. Jetzt muss ich überlegen, ob ich ein Arbeitsstromrelais mit entsprechender Verkabelung nachrüste oder eine passende Pumpe kaufe.

Samstag, 6. Juni 2020

Tanksanierung Teil 2

Gestern kamen endlich der bestellte Kunststoff-Schweißschuh und der passende Schweißdraht. Zunächst galt es erst mal die richtige Temperatureinstellung bei der Heißluftpistole zu finden und etwas zu üben. Bei zu niedriger Temperatur klebt der Draht nur und verbindet sich nicht richtig, bei zu hoher Temperatur besteht die Gefahr von Verformungen und Löchern am Tank. Außerdem kommt es auf die richtige Zuggeschwindigkeit des Schweißschuhs über der Naht an. Wenn man zu langsam ist, setzt sich der Schuh zu und der Draht reißt ab. Ein Profi werde ich sicher nicht, aber ich hoffe, der Tank ist jetzt dicht.
Schweißnaht
Ein anschließender Wasser-Test ließ nach mehreren Stunden keine Feuchtigkeit mehr erkennen. Gewissheit werde ich aber erst nach dem ersten Törn haben. Ich vermute auch, dass Diesel wg. geringerer Dichte auch durch kleinere Löcher dringt und von daher auch noch eine Überraschung möglich ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt 😓...
eingebauter Tank

Also habe ich den Tank wieder eingebaut und das Thema erst einmal als erledigt betrachtet.

Sonntag, 31. Mai 2020

Dosierpumpe Teil 1

Da ich die Tanksanierung wegen fehlender Teile unterbrechen muss, kümmere ich mich um die Dieselheizung, die seit Bootsübernahme noch nie funktionierte. Glücklicherweise habe ich die bislang nicht vermisst, da das Ostseewetter ausreichend schön und warm war. Trotzdem: Wenn eine Standheizung eingebaut ist, soll sie auch funktionieren. Es handelt sich um eine Eberspächer D1LC, die mit Warmluft arbeitet. Nach dem Einschalten zieht die Heizung zunächst ca. 30 A aus der Batterie, da die Glühkerze aufheizt. Dann fängt die Dosierpumpe an zu klicken, bis die Heizung nach ca. 90 Sekunden abbricht und es nochmal versucht. Nach dem zweiten Versuch ist Schluß und die Heizung schaltet sich wieder ab. Laut Handbuch gibt es ein passendes Diagnosegerät, mit dem man Fehlercodes aus der Heizungssteuerung abrufen kann. Da ich ein Diagnosegerät nicht habe, versuche ich erst einmal systematisch Fehlerquellen auszuschließen. Bekommt die Heizung Kraftstoff? Ist die Glühkerze verkokt? Ist die Betriebsspannung zu niedrig?

Am einfachsten erscheint mir die Überprüfung der Kraftstoffversorgung zumal der Tank zur Zeit ausgebaut ist und kein Diesel so leicht auslaufen kann. Die Dosierpumpe ist eine Hubkolbenpumpe, die per Elektromagnet eine definierte Menge Treibstoff liefert. Die Ansteuerung erfolgt durch die Heizung, daher das Klicken der Pumpe.
Dosierpumpe
Also halte ich die ausgebaute und gereinigte Pumpe in ein Wasserglas und simuliere durch Spannungsimpulse einen Pumpvorgang. Leider kommt kein Wasser oben heraus. Auch der umgekehrte Vorgang funktioniert nicht - der Pumpenausgang sollte unter Wasser Luftblasen erzeugen. Also ist der Fehler schon gefunden. Leider lässt sich die Pumpe nicht komplett zerlegen. Unten ist ein Kraftstoffsieb zugänglich und oben ein Rückschlagventil. Beides habe ich gereinigt und die Pumpe mit Druckluft durchgeblasen. Trotzdem fördert die Pump nichts. Also muss eine neue Pumpe her. Das Original kostet richtig Geld und bei Ebay gibt es China-Nachbauten für kleines Geld, die sogar mit Kompatibilität zur D1LC werben. Also bestelle ich erst einmal eine preiswerte China-Pumpe.

Samstag, 30. Mai 2020

Tanksanierung Teil 1

Die Corona-Pause wird für den Abbau des Wartungsstaus am Boot genutzt ☺. Heute kommt der Tank an die Reihe. Seit Übernahme des Boots ärgert mich Diesel in der Bilge. Wenn das Boot ruhig auf dem Trailer steht, passiert nichts. Im Wasser bei stärkerer Krängung bzw. Seegang schwappt nach jedem Törn mal mehr oder weniger Diesel in der Bilge. Bislang hab ich den regelmäßig abgesaugt und fachgerecht entsorgt, doch damit soll jetzt Schluss sein. Den Tank hatte ich schon mehrmals von außen inspiziert, konnte aber kein Leck finden. Deshalb habe ich den restlichen Sprit abgepumpt, die Leitungen gelöst und den Tank ausgebaut. Was sich hier in einem Satz liest, war mit begleitenden Flüchen unterlegt, da diverse Schellen festsaßen, die Schläuche verhärtet waren und die räumlichen Verhältnisse ziemlich beengt sind. Aber endlich war er draußen.
ausgebauter Tank
Dann ging es an die Lecksuche. Ich hatte die oberen Nähte in Verdacht und hab auch den Innenraum abgesucht.
ab da wurde es feucht
Nur an der Silikon-Naht zur Wand war etwas Diesel zu finden. Deshalb habe ich gleich die entsprechende Stelle am Tank untersucht.
mögliche Undichtigkeit

Dort war aber kaum etwas zu sehen, jedenfalls konnte ich mir nicht vorstellen, dass dort die entsprechende Menge ausgetreten ist. Da das Problem bei Bewegung größer ist, muss das Leck vermutlich auf der Oberseite liegen. Auch dort sah alles trocken aus. Deshalb entschloss ich mich, den Tank erst einmal zu reinigen und dann mit Wasser zu prüfen. Beim Reinigen kam mir dann helle, körnige Masse entgegen.
hoffentlich nur Paraffin

Mein erster Gedanke war Dieselpest, aber ein Abgleich mit Bildern aus dem Internet führt mich zu der Vermutung, dass es Paraffinablagerungen sind. Nach mehreren Spülvorgängen mit Benzin war das Zeug entfernt und ich konnte den Tank mit Wasser abdrücken.
hier wird es feucht

Die nächste Überraschung war, dass der Tank dicht schien und erst nach Stunden auf der anderen Seite (nicht dort wo vermutet) etwas Feuchtigkeit auftrat.

Wie bekommt man das dicht? Nach einigen Recherchen im Internet nehme ich an, der Tank wurde aus Hart-Polyethylen (HDPE) gefertigt und das lässt sich bei ca. 300 °C schweißen. Deshalb habe ich einen Schweißschuh und Schweißdraht für die Heißluftpistole bestellt und Feierabend gemacht.

Freitag, 29. Mai 2020

Wieder mal ein verspäteter Saisonstart...

Dank Corona-Krise. Nachdem die Einreise nach Mecklenburg-Vorpommern wieder möglich war, führte einer meinr ersten Wege zur Werft bzw. zum Liegeplatz. Im Prinzip wäre das Kranen möglich, doch es sind diverse Einschränkungen zu beachten.
Eingangstafel vor der Werft
Dazu kommen die meist geschlossenen Sanitäranlagen und Restaurants in den Häfen. So macht Segeln auf einem kleinen Boot einfach keinen Spaß. Ich beschließe noch abzuwarten und statt dessen lieber am Boot zu arbeiten.